Wissen

... statt vermuten

abbrechen
Suchergebnisse werden angezeigt für 
Stattdessen suchen nach 
Meintest du: 

Nicht nur für Musikfans – Geldanlage in Vinyl

Begehrte Schallplatten werden zu enormen Preisen gehandelt und sind daher als Geldanlage durchaus interessant. Besonders wertvoll sind Schallplatten, die in niedriger Auflage gepresst wurden, Sondereditionen oder Urpressungen. Der Erhaltungszustand, das Label und das Cover spielen eine wesentliche Rolle bei der Bewertung, wobei der Zustand von Vinyl und Plattencover stets getrennt bewertet wird. Neueinsteiger, denen es vor allem auf eine Geldanlage ankommt, haben es jedoch schwer, sich auf dem Markt zurechtzufinden. Einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ zufolge raten Experten, gezielt zu investieren und sich auf ein bestimmtes Genre zu beschränken.

 

Anlage_Vinyl.jpg

 

Die Beatles gehen immer

 

Platten der Beatles sind immer gefragt und werden auf den Börsen zu Preisen zwischen 150 und 2.000 Euro gehandelt. Besonders das „White Album“ der Beatles ist bei Sammlern begehrt. So berichtet Absolut Radio, dass ein „White Album“ mit der Seriennummer 0000005 im Jahr 2008 für knapp 23.000 Euro versteigert wurde. Ähnlich teuer ist die Single „God Save The Queen“ der Sex Pistols, die auf etwa 12.000 Euro geschätzt wird. Die Plattenfirma trennte sich kurz nach Veröffentlichung des Liedes von der Skandalband und im Lager befindliche Platten wurden zerstört, sodass nur wenige Exemplare auf den Markt gelangten.

 

Eine der teuersten Platten, die jemals den Besitzer wechselten, erinnert leider an ein sehr trauriges Ereignis. Das Solo-Album von John Lennon „Double Fantasy“ wechselte im Jahr 1999 für 150.000 USD den Besitzer. Dabei handelt es sich um die Platte, die sich Marc Chapman signieren ließ, bevor er John Lennon ermordete. Ein kleines Vermögen ist außerdem „Sgt. Pepper's Lonley Hearts Club Band“ von den Beatles wert. Auf einer Auktion zahlte ein Bieter für die Platte mit den Unterschriften aller Beatles 226.500 Euro.

 

Gefragte Scheiben aus den 60er und 70er Jahren

 

Neben bekannten Stars wie den Beatles oder den Rolling Stones sind Krautrock-Platten aus den 60er und 70er Jahren sehr beliebt. Kraftwerk, Gift oder Amon Düül sind sehr gefragt bei Sammlern. Einige haben sich auch auf Labels wie Pilz oder Bacillus spezialisiert. Doch nicht nur alte Platten versprechen satte Renditen, auch das Sammeln von LPs aus den 90ern kann sich lohnen. In dieser Zeit hatten CDs ihre Boomphase und Vinyl war nur noch bei den DJs angesagt. Gerade aus dieser Zeit gibt es also Auflagen mit nur geringen Stückzahlen, die einiges an Wert versprechen.

 

Wo Sie das „schwarze Gold“ kaufen können

 

Im niederländischen Utrecht findet zweimal jährlich die Mega Record & CD Fair statt, eine große Messe für Tonträger, auf der zwischen 500 und 600 Händler ihre Raritäten anbieten. Für echte Fans und Sammler ist die Plattenbörse ein Muss, denn hier können die Platten direkt vor Ort begutachtet werden. Um sich einen Überblick zu verschaffen und das eine oder andere Schnäppchen zu ergattern, ist die Messe der perfekte Ort.

Alternativ stöbern Sie in Plattenläden oder Plattenkatalogen. Hier ergibt sich in der Regel ein sehr guter Überblick über gefragte Platten und die gehandelten Preise. Sie sollten bedenken, dass es sich bei den Preisen nur um eine erste Orientierung handelt, denn letzten Endes bestimmt der Zustand der Platte den Wert. Wer sich online umschauen möchte, findet auf der Seite www.popsike.com aktuelle Auktionspreise für Schallplatten. Das Portal greift auf Auktionsplattformen auf der ganzen Welt zu und listet nach Eingabe einer bestimmten Platte die Preisspannen. Beim Verkauf der Schallplatten greifen Anbieter und Sammler auf gängige Abkürzungen zurück. So bedeutet „Mint“ oder „M“, dass eine Platte noch ungespielt und eingeschweißt ist. Scheiben in diesem Zustand erzielen sehr gute Preise. Das Portal www.discogs.com listet zudem weitere Qualitätsstandards für Vinyl auf:

 

  • Near Mint, NM, für nahezu perfekte Platten, die nur selten abgespielt wurden
  • Very Good Plus, VG+, für Platten mit minimalen Kratzern, die jedoch zu keinem Qualitätsverlust führen; das Cover ist in einem guten Zustand
  • Very Good, VG, für Schallplatten, die häufiger abgespielt wurden; es gibt leichte Qualitätsverluste wie ein Kratzen oder Rauschen beim Abspielen, das Cover kann Knicke aufweisen
  • Good, G, für Platten mit größeren Kratzern, Cover mit Beschädigungen
  • Poor oder Fair, P oder F: schlechte Qualität der Scheibe, Cover mit erheblichen Beschädigungen

 

Oftmals ist in den Angeboten die Angabe „PROMO“ zu lesen. Hier handelt es sich um Platten, die zu Werbezwecken verteilt wurden und nicht im Handel zu kaufen waren.

 

Musik als Investment

 

Wer am Kauf von Vinyl-Platten vor allem als renditestarke Geldanlage interessiert ist, muss sich natürlich fragen, wie die Preisentwicklung der Scheiben verläuft. Der Kauf von Raritäten kann sich lohnen, da die Preise in der Regel kontinuierlich, wenn auch langsam steigen und kurzfristige Wertverluste in der Regel nicht vorkommen. Wer auf der Suche nach einer etwas spekulativeren Anlage ist, kann auf Independent-Bands setzen, die geringe Auflagen von nur wenigen 100 Stück haben. Falls sich die Band gut etabliert, können sich schon innerhalb weniger Monate gute Gewinne erzielen lassen.  

 

 

Fazit:

 

  • Gefragte Raritäten auf Vinyl können bei Auktionen vierstellige Preise erzielen.
  • Der Wert ist vom Zustand der Platte abhängig.
  • Schallplatten in geringer Auflage, Sondereditionen und Urpressungen sind besonders wertvoll.
  • Neueinsteiger sollten sich zunächst auf dem Markt orientieren.
  • Einen guten Überblick bieten Plattenbörsen und Online-Auktionshäuser.

 

Eingebundene Videos im Consorsbank Blog haben lediglich informativen Charakter und spiegeln nicht zwingend unsere Meinung wider.