Blog

Netflix: der Kampf um Marktanteile

von ‎17.12.2019 08:39 , bearbeitet ‎13.01.2020 10:45

Die Erfolgsstory von Netflix ist beeindruckend. Mittlerweile drängen jedoch starke Wettbewerber auf den Streaming-Markt. Lesen Sie hier mehr über den Netflix-Erfolg und die aktuellen Entwicklungen zur Konkurrenz des Streamings-Dienstes.

 

Die Geschichte von Netflix begann relativ unspektakulär: als Online-Videothek, 1997 gegründet und auf den Versand von DVDs und Blu-Rays spezialisiert. 2007 sattelte der Konzern auf Online-Streaming um, das Abonnenten zunächst nur in den USA nutzen konnten. 2010 begann die internationale Expansion von Netflix, seit 2014 können auch deutsche Verbraucher diesen Service abonnieren. Das Konzept erwies sich als außerordentlich erfolgreich: Im März 2019 hatte Netflix weltweit knapp 150 Millionen Abonnenten. Doch wie gelingt es Netflix, sein hohes Wachstumstempo aufrecht und die Kunden bei der Stange zu halten?

 

Netflix.jpg

 

Kundenorientiertes Angebot

 

Netflix präsentiert Tausende von Filmen und Serien mit einer hohen Attraktivität für die Abonnenten. Anspruchsvolle Eigenproduktionen spielten bei Netflix von Anfang an eine große Rolle und erhalten viele Auszeichnungen von Kritikern und Publikum. Dazu gehören beispielsweise die folgenden Serien:

 

  • House of Cards
  • Orange is the new Black
  • Dark
  • Stranger Things

Darüber hinaus kauft der Streaming-Dienst laufend Film- und Serienlizenzen an und beweist auch dabei ein sicheres Händchen für angesagte Trends.

 

Wie geht Netflix mit Flops um?

 

Zu den zahlreichen Stärken von Netflix gehört außerdem die unverzügliche Reaktion auf Rohrkrepierer: diese werden sofort aus dem Angebot entfernt. Doch auch viele Blockbuster und gefragte Serien stehen den Abonnenten nur begrenzte Zeit zur Verfügung, um die Nachfrage anzuheizen. Dabei ist es für Netflix in erster Linie weniger relevant, wie einzelne Filme oder Serien performen – das Geld verdienen sie über die Abos. Damit diese auf einem langfristig hohem Niveau bleiben, ist es aber unerlässlich, die Qualität der Inhalte im Auge zu behalten.

 

Intelligente Kooperationen

 

Die Zusammenarbeit mit namhaften Filmproduzenten und -studios trägt entscheidend zum Erfolg von Netflix bei. Der Konzern wählt weltweit führende Filmhersteller aus, mit denen er spannende Streifen dreht, die den Publikumsgeschmack genau treffen. So wurde beispielsweise vor kurzem bekannt, dass Netflix gemeinsam mit der deutschen UFA und dem Produzenten Sebastian Werninger den Spielfilm "Betonrausch" dreht. Auch der kürzlich erschienene Film "6 Underground" mit Regisseur Michael Bay und Ryan Reynolds in der Hauptrolle zeigt: die neuerscheinenden Netflix-Inhalte haben häufig Kino-Qualität.

Wie viel Wert der Streaming-Dienst auf europäische Filme in seinem Angebots-Portfolio legt, verdeutlicht auch die Tatsache, dass er sich inzwischen die Rechte an mehr als 8.000 Spielfilmen gesichert hat. Dadurch leistet Netflix übrigens einen kleinen Beitrag zur Völkerverständigung: Das Interesse der Kunden an Filmen aus dem Ausland über dort gegenwärtig diskutierte Themen ist groß.

 

Überragende Geschwindigkeit

 

Die Kunden von Netflix haben ein schier unersättliches Verlangen nach neuen, exklusiven Filmen und Serien, die aktuelle Themen aufgreifen und modern gemacht sind. Das Unternehmen entspricht diesem Wunsch, indem es laufend aktuelle Produktionen innerhalb von Rekordzeit fertigstellt. In der Regel vergeht zwischen Filmidee und der Aussendung nicht einmal ein Jahr.

 

Welche Marketing-Strategie verfolgt Netflix?

 

Netflix-Produktionen sind in aller Munde und das ist kein Zufall: Der Konzern launcht vor Neuerscheinungen große Kampagnen, wie zum Beispiel beim Film „Birdbox“, und erreicht über die sozialen Medien weltweit viele Millionen aktuelle und potenzielle Kunden. Auf diese Weise bleibt der Konzern im Gespräch und weckt Interesse für seine Abos.

 

Welchen Konflikt tragen Streaming-Dienste derzeit mit Apple und Google aus?

 

Wenig bekannt ist die Tatsache, dass Apple bislang bei jedem Netflix-Kundenumsatz 30 Prozent mitkassiert: als Betreiber der App, über die ein Großteil der Zahlungsvorgänge abgewickelt wird. Auch Google Play berechnet Entgelte für Bezahlprozesse in ähnlicher Höhe, weist allerdings auf die Möglichkeit hin, direkt beim Streaming-Anbieter zu bezahlen. Mittlerweile gilt diese Praxis jedoch als stark umstritten, ein diesbezügliches Verfahren ist vor dem Obersten Gerichtshof der USA anhängig. Es ist davon auszugehen, dass Google und Apple in Zukunft Netflix, Spotify und ähnlichen Streaming-Konzernen Zugeständnisse machen und die Gebühren deutlich senken werden.

 

Wie präsentieren sich die Aussichten für Netflix?

 

Netflix agierte lange Zeit als Pionier auf dem Gebiet des Online-Videostreamings, doch diese goldenen Zeiten sind nun wohl vorbei: Mit Apple und Disney treten gleich zwei milliardenschwere Konkurrenten in den Markt ein und werden aller Voraussicht nach für eine härtere Wettbewerbssituation sorgen. Es bleibt spannend, wer der Gewinner im bevorstehenden Kampf um Marktanteile sein wird. Im Gegensatz zu Disney und Apple wird die Eigenkapitalausstattung von Netflix niedriger eingeschätzt. Anders als z. B. Disney ist das Geschäftsmodell von Netflix noch stärker darauf ausgelegt, immer neue Produktionen zu starten – und das benötigt stetig neues Kapital. Anders als Apple (43 Jahre) oder Disney (95 Jahre) ist das Unternehmen dazu mit seinen 21 Jahren vergleichsweise jung.

 

Noch mehr Wissenswertes über die Netflix-Aktie

 

  • Anleger spekulieren allein auf Wertsteigerungen, um mit diesem Wertpapier Gewinne zu erzielen - eine Dividende zahlt Netflix nämlich nicht
  • Immer wieder sind Gerüchte im Umlauf. dass Apple eine Übernahme des Netflix Konzerns ins Auge gefasst hat. Ein höheres und schnelleres als von den Analysten erwartetes Gewinnwachstum könnte darauf hindeuten

 

Hier geht's zur Netflix-Aktie

 

Fazit:

 

  • Netflix setzt auf einen schnellen Wechsel der zum Streamen angebotenen Serien und Spielfilme
  • Zu diesem Zweck kauft der Konzern Lizenzrechte an Inhalten und produziert darüber hinaus selbst zahlreiche Filme
  • Es ist davon auszugehen, dass sich der Wettbewerb um Streaming-Abonnenten künftig verschärft

Wie schätzen Sie dieZukunftsaussichten der Netflix-Aktie ein? Diskutieren Sie gerne mit anderen Lesern.