Blog

Nebenjob und Taschengeld: Tipps für Eltern

von ‎25.06.2019 08:47 , bearbeitet ‎26.06.2019 11:17

Viele Schüler möchten ihr Taschengeld aufbessern und suchen einen Nebenjob. Wann das sinnvoll ist und wo passende Jobs zu finden sind, erfahren Sie hier.

 

Spätestens, wenn aus Kindern Teenager werden, kommt die Frage nach Geld auf. Nicht nur die Höhe des Taschengeldes verhandeln Pubertierende meist mit Nachdruck, es wird auch ständig nach einem Zuschuss gefragt. Die "lieben Kleinen" verstehen es dabei, Eltern zum Nachgeben zu überreden. Denn ob neue Jeans, Kino oder Konzertkarten: der Nachwuchs argumentiert immer, dass die Klassenkameraden das “aber auch dürfen”. Ob des drohenden sozialen Ausschlusses geben Eltern oft vorschnell nach. Statt das Taschengeld immer wieder aufzustocken, sollten Sie lieber über einen Nebenjob für Ihr Kind nachdenken. Denn eines ist klar: Selbst verdientes Geld geben Kinder mit Bedacht aus – es ist “wertvoller” als Geschenke der Eltern.

 

Für zehn Cent gemischte Bonbons, bitte!

 

Dass sie sich mit Geld Wünsche erfüllen können, lernen schon die Allerkleinsten. Mit dem ersten Taschengeld, dass an der Trinkhalle in Lutscher oder Gummidrops investiert wird, beginnt der Lernprozess. Aus Kleinkindersicht ist Geld eine unendliche Ressource. Manch Dreijähriger fordert seine Eltern auf, neue Euros zu kaufen, wenn ein Wunsch aus Geldmangel abgelehnt wird. Doch keine Sorge, das Verständnis in Finanzfragen wächst mit den Jahren.

 

Nebenjob.jpg

 

Mit dem ersten wöchentlichen Taschengeld lernen Kinder, sich die Ressourcen einzuteilen und für besondere Wünsche zu sparen. Jugendämter raten in Bezug auf das Taschengeld Folgendes:

 

  • Teenager sollten ihr Taschengeld wöchentlich bzw. monatlich zuverlässig und pünktlich erhalten
  • die Höhe des Taschengeldes ist fest vereinbart, weiteres Geld wird nicht zugesteckt
  • das Taschengeld dient nicht als Belohnung oder Strafe

Das Deutsche Jugendinstitut empfiehlt in der Taschengeldtabelle 2019 folgende monatliche Beträge für Teenager:

 

  • 13 Jahre: 23 bis 25,50 Euro
  • 14 Jahre: 25,50 bis 30,50 Euro
  • 15 Jahre: 30,50 bis 38 Euro
  • 16 Jahre: 38 bis 45.50 Euro
  • 17 Jahre: 45,50 bis 61 Euro
  • 18 Jahre und älter: 61 bis 76 Euro

 

Nebenjobs für Schüler: Leon verteilt Prospekte

 

Leon hat seinem 13. Geburtstag stark entgegengefiebert, denn dann darf er sich endlich erwachsen fühlen und neben der Schule eigenes Geld verdienen. Schon vorher hat er sich gemeinsam mit seinen Eltern informiert und erfahren, dass er zwei Stunden täglich zwischen 8 und 18 Uhr arbeiten darf, an Sonn- und Feiertagen darf er dagegen nur Kind sein. Die Kinderarbeitsschutzverordnung regelt genau, welche Tätigkeiten zulässig sind. Dazu gehören unter anderem:

 

  • Hilfe in der Nachbarschaft wie Hunde ausführen, Botengänge oder Babysitting
  • Prospekte und Zeitungen austragen
  • Nachhilfe geben
  • Handreichungen im Sportverein verrichten
  • auf nicht gewerblichen Veranstaltungen von Kirchen und Gemeinden mitarbeiten

 

Als ersten Job wählen Leon und seine Eltern das Austragen von Prospekten aus. Anschließend geht der Junge seinem Schülerjob an festen Tagen pro Woche für insgesamt vier Stunden nach. Das ist ein guter Einstieg, um erste Verantwortung zu übernehmen – seine Freizeit kann Leon trotzdem optimal planen und genießen.

 

Anna (16) setzt auf Ferienjobs

 

Leons Schwester Anna ist bereits 16 Jahre alt. Da Anna noch die Schule besucht, gilt für sie weiter die Kinderarbeitsschutzverordnung. Sie darf bis auf eine Ausnahme nicht mehr arbeiten als ihr Bruder. Denn ab 15 Jahren dürfen Teenager bis zu vier Wochen pro Jahr einen Ferienjob haben. Anna darf zudem an fünf Tagen pro Woche je acht Stunden zwischen 6 und 20 Uhr arbeiten. Diese Möglichkeit nutzt sie begeistert und macht ihr Hobby zum Nebenjob. Sie betreut mit anderen Jugendlichen die Ponys und die Kinder auf einem Reiterhof. Neben viel Spaß und viel Erfahrung lernt Anna hier gelebtes Teamwork kennen und findet für sich heraus, ob Pferdewirtin wirklich ihr Traumberuf sein könnte. Ihre beste Freundin nutzt die Regelungen im Gaststättengewerbe, die ab 16 Jahren das Arbeiten bis 22 Uhr erlaubt, und bessert ihr Taschengeld mit einem Nebenjob als Kellnerin auf. Den Job möchte sie nicht missen. Erste Erfahrungen im Dienstleistungsgewerbe sind für Sie ein Ansporn, das Abitur zu machen und zu studieren. Anna möchte später unbedingt Hotelmanagement studieren.

 

Wo Teenager passende Schülerjobs finden

 

Welche Nebenjobs für Kinder geeignet sind, richtet sich nicht nur nach den gesetzlichen Bestimmungen. Die individuelle Reife Ihres Kindes ist der wichtigste Faktor. Die goldene Regel dabei lautet: Schule geht immer vor. Zu Beginn der Arbeitskarriere bieten sich kleine Hilfestellungen in der Nachbarschaft an, die körperlich nicht anstrengend sind und deren Ende absehbar ist. Die Urlaubsbetreuung von Haustieren oder Pflanzen empfiehlt sich für erste Erfahrungen. Später sind regelmäßiges Babysitten, Zeitungsaustragen oder Nachhilfe für jüngere Schüler sinnvoll. Ferienjobs dagegen sind eine gute Wahl, um erste Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln und Berufspraktika zu ergänzen.

 

Fazit:

 

  • ab 13 Jahren dürfen Teenager Nebenjobs haben
  • Vollzeitschulpflichtige Jugendliche dürfen maximal zwei Stunden am Tag arbeiten
  • ab 15 Jahren dürfen Schüler für vier Wochen pro Jahr einen Ferienjob mit einer 40-Stunden-Woche ausüben
  • bis zur Volljährigkeit muss für jeden Nebenjob eine Erlaubnis der Eltern vorliegen

 

Finden Sie Nebenjobs für Teenager sinnvoll? Diskutieren Sie mit uns und unseren Lesern!