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Nachhaltigkeit im Alltag – so funktioniert es!

von ‎02.07.2019 09:14 , bearbeitet ‎02.07.2019 11:54
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Nachhaltigkeit als Lebensweise wird oft automatisch mit Verzicht assoziiert – dabei handelt es sich hierbei vor allem um einen bewussteren Konsum. In die Kaufentscheidung fließen demnach nicht nur spontane persönliche Interessen, sondern auch Umwelt, Finanzen und Klima betreffende Faktoren ein. Die andauernde Präsenz des Themas birgt dabei auch einige Fallstricke.

 

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

 

Generell bezeichnet Nachhaltigkeit ein Handlungskonzept, das darauf ausgelegt ist, das eigene Ziel möglichst ressourcenschonend zu erreichen und dessen Erhaltung längerfristig zu sichern. Soll heißen: Schnelle Lösungen, also "Quick Fixes", sucht man in nachhaltig geplanten Projekten meist vergebens. Stattdessen gilt es bei der Umsetzung von Ideen, die bereits vorhandenen Möglichkeiten erst komplett auszuschöpfen, bevor neue Wege gesucht werden - auch, wenn es so etwas länger dauern kann. Dabei geht es allerdings nicht nur um unsere eigenen Bedürfnisse – vor allem Umwelt und Klima spielen bei der nachhaltigen Lebensweise eine essenzielle Rolle.

 

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Nachhaltig im Alltag: so geht's

 

Soweit die Theorie – wie könnte ein nachhaltiger Alltag denn aussehen? Unsere Lebensweise und unser Konsum haben einen großen Einfluss auf die Welt, in der wir leben. Deshalb ist idealerweise jede Entscheidung, die wir treffen, eine nachhaltige – begonnen beim eigenen Lifestyle und Konsum. Zu einer ressourcenschonenden Lebensweise gehört beispielsweise der sparsame Umgang mit Strom und Wasser. Elektrogeräte mit einer guten Energieeffizienzklasse kosten in der Anschaffung etwas mehr, verbrauchen aber weniger Strom und Wasser – und schonen die Umwelt. Gleichzeitig geht ein geringerer Wasserverbrauch mit einer kleineren Stromrechnung einher. So amortisiert sich die Investition in ein teureres Gerät schnell, und am Ende sparen Sie sogar Geld.

 

Auch Kochen kann nachhaltig sein – wenn Sie die Lebensmittel, die Sie im Haus haben, verwenden, statt ständig nachzukaufen. Zudem wird beim nachhaltigen Kochen darauf geachtet, möglichst alle Bestandteile des Gemüses zu verwerten oder generell nur wenig Lebensmittel wegzuwerfen. Das braucht etwas Umstellung und eine genauere Planung, ist aber ebenfalls auf Dauer gut für den Geldbeutel.

Das Badezimmer stellt Verbraucher vor eine besondere Herausforderung – wer genießt es nicht, mehrere Produkte parallel zu nutzen oder häufig neue Cremes und Co. zu testen? Dementsprechend hat gerade der Badezimmerschrank einen hohen Nachholbedarf in Bezug auf Nachhaltigkeit. Versuchen Sie, Produkte in großen Größen zu kaufen, die länger halten. Ziehen Sie recycelbare Verpackungen wie Glas oder Papier den vielleicht etwas günstigeren Plastikvarianten vor.

 

Tipp: Seifen oder feste Shampoos sind inzwischen auch unverpackt erhältlich und sparen viel Verpackungsmüll ein.

 

3 Tipps für nachhaltigen Konsum

 

  • Lokal: Äpfel aus Neuseeland oder doch vom Bauern aus dem Nachbarort? Meist wird für die Produktion regionaler Produkte deutlich weniger CO2 produziert (bspw. für den Transport), gleichzeitig unterstützen Sie außerdem ein lokales Business. Sehr nachhaltig!
  • Unverpackt: Unverpackt-Läden sprießen aktuell in vielen Großstädten aus dem Boden. Das Prinzip ist denkbar einfach: Sie gehen mit einem Behältnis Ihrer Wahl in den Laden, wiegen dieses und befüllen es dann. An der Kasse wird das Gewicht des Behälters abgezogen und Sie zahlen nur den Inhalt. So tragen Sie dazu bei, deutlich weniger Müll zu produzieren, und kaufen gleichzeitig Ihre Lebensmittel in genau der Menge, die Sie benötigen.
  • Bewusst: Bewusster Konsum in unserer Gesellschaft – keine leichte Sache. Schließlich wartet an jeder Ecke Werbung, die uns zum Kauf animieren soll. Überlegen Sie dennoch: Brauche ich dieses neue Produkt wirklich? Wie oft werde ich es tatsächlich tragen? Gibt es vielleicht eine Alternative, die unter nachhaltigeren Konditionen produziert wurde oder von besserer Qualität ist?

 

Natürlich ist es nicht immer einfach, die eigenen Gewohnheiten und Routinen zu hinterfragen und sich von ihnen zu verabschieden. Niemand lebt von heute auf morgen komplett nachhaltig! Doch hält eine bewusste Lebensweise sukzessive Einzug in Ihren Alltag, werden Sie nach und nach positive Veränderungen spüren – nicht zuletzt auf Ihrem Konto!

 

Vorsicht vor Fehlschlüssen

 

Nachhaltigkeit bedeutet, mit dem, was man hat, so schonend wie möglich umzugehen. Gleichzeitig hat die gesamte eco-friendly Industrie rasant an Fahrt aufgenommen: zu beinahe jedem Produkt gibt es inzwischen eine nachhaltigere Alternative. Es wird schnell das Bild vermittelt, man müsste sofort alles umstellen und sich von allem Plastik, das einen umgibt, „freimachen“. Dabei ist es wenig nachhaltig und vor allem teuer, Plastikprodukte im Haushalt gegen Bambus- oder Metallwaren zu tauschen. Solange die Brotdosen noch gut sind, müssen sie auch nicht in den Müll wandern. Auch die Verpackungsindustrie ist auf den Trend aufgesprungen: Als Verbraucher sollte man stets prüfen, ob es sich bei der braunen Verpackung mit grünem Label tatsächlich um ein nachhaltigeres Produkt handelt, oder ob es nur die Verpackung ist, in der es steckt. 

 

Auch Geldanlagen können nachhaltig sein

 

Eine Möglichkeit, nachhaltig zu handeln, ist ein Investment in nachhaltige Finanzprodukte. Neben dem Nachhaltigkeitsgedanken hat das Investment das Potential, sie finanziell voranzubringen. Nachhaltige Anlageprodukte unterscheiden sich anhand verschiedener Kriterien, zum Beispiel durch fairen Handel, gute Arbeitsbedingungen und positiver Ökobilanz. Sie können nachhaltig investieren, indem Sie sich bewusst für Unternehmen entscheiden, die nach diesen Richtlinien handeln. Da sich dadurch ein systematischer Ausschluss von bestimmten Geschäftsfeldern ergibt, investieren sie dabei in ein eingeschränktes Anlageuniversum. Höhere Chancen auf Gewinne bedeuten dabei auch höhere Verlustrisiken. Gleichzeitig können Sie auch kleinere Summen investieren – und folgen damit Ihren persönlichen Werten.

 

Fazit:

 

  • Nachhaltigkeit lässt sich als Konzept auf fast alle Lebensbereiche anwenden
  • ein bewusster und durchdachter Konsum ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen Lebensweise
  • bei Nachhaltigkeit geht es nicht um Verzicht, sondern in erster Linie um ressourcenschonendes Handeln

Was halten Sie vom Thema Nachhaltigkeit? In welchen Bereichen des Lebens achten Sie speziell auf nachhaltiges Verhalten?