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McAfee: digitales Markenprodukt eines Pioniers

McAfee ist international ein Begriff auf dem Gebiet der Computersicherheit und eng verknüpft mit Erfinder John McAfee, einer illustren Unternehmerpersönlichkeit des digitalen Zeitalters.

 

Den Namen McAfee bringen PC-Nutzer weltweit mit Virenschutzprogrammen in Verbindung. So populär wie das Produkt ist auch die Unternehmensgeschichte dahinter, geprägt durch die schillernde Persönlichkeit seines Gründers. Bereits 1987, als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, entwickelte John McAfee sein erstes Antivirenprogramm und gab ihm seinen Namen. Der Pionier auf dem Gebiet der Hard- und Softwareentwicklung war bereits ab 1970 im später erst so genannten Silicon Valley ansässig. Nach dem Verkauf seines Unternehmens erlebte er eine Zeit mit wechselhaften Erfahrungen als Unternehmer. 2016 stieg John McAfee wieder in die Cybersecurity-Branche ein. Inzwischen kämpft er mit Intel um die Nutzungsrechte seines Namens.

 

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McAfee: ein Welterfolg gegen Computerviren

 

Mit der rasanten und weltweiten Verbreitung von Internetzugängen ab den späten 1980er Jahren wuchsen einige Gefahren ebenso schnell mit. Dem großen Versprechen des Online-Booms stand gleichzeitig die Bedrohung durch schädliche Computerviren gegenüber. John McAfee, intensiver und versierter Computer- und Internetnutzer mit Pioniergeist, war einer der frühen Betroffenen. Sein eigener Computer war mit dem ersten PC-Virus namens „Brain“ infiziert. Das nahm er zum Anlass, eine eigene Software zum Schutz von Computern vor Virenangriffen zu entwickeln. Er gründete das Unternehmen McAfee Associates und bot seine Virenschutzsoftware als zunächst kostenlose Shareware an, sodass sie sich sehr schnell im World Wide Web etablierte. Auf dem Höhepunkt des Erfolgs und nur wenige Jahre nach dem Börsengang des Unternehmens zog sich der Firmengründer aus dem Geschäft zurück. Im Jahre 1997 kam es zu einer Fusion mit Network General, aus der das heutige Unternehmen „Network Associates“ hervorging. Das inzwischen weltweit bekannte Virenschutz-Tool bleibt aber als Flaggschiff-Produkt dem bekannten Markennamen seines Erfinders treu.

 

McAfee wird zu einem Produkt von Intel

 

Im Jahr 2011 ging die McAfee Virenschutzsoftware zu einem Kaufpreis von 6,7 Milliarden US-Dollar in den Besitz des Chipherstellers Intel über. Der weltweite Marktführer für Computerprozessoren entwickelte das Virenschutzprogramm weiter. Seit 2014 trägt die bekannte Software offiziell die neue Bezeichnung „Intel Security“. Das traditionelle Logo in Form eines Schildes mit dem stilisierten „M“ bleibt aber bestehen. In groß angelegten Werbekampagnen wies Intel auf die Namensänderung hin, verwendet aber intern nach wie vor den Namen des Softwareentwicklers für das Produkt. Die Übernahme wirkte sich sowohl auf die McAfee-Aktie selbst wie auch auf die Wertpapiere von Intel positiv aus.

  

Intel gibt Mehrheit an Intel Security M ab

 

Im September 2016 kündigte Intel an, zusammen mit dem Finanzinvestor TPG Capital aus der Intel-Security-M-Sparte ein eigenes Unternehmen zu schaffen, an dem Intel mit 49% und TPG Capital mit 51% beteiligt sein soll. Gleichzeitig soll das Unternehmen wieder seinen ursprünglichen Namen McAfee tragen und von seinem hohen Wiedererkennungswert profitieren. Zuletzt hatte die Sparte unter dem Dach von Intel seinen Halbjahresumsatz um ganze 11% steigern können. Mit den geplanten Umstrukturierungen möchte man sicherstellen, dass die Marke auch weiterhin auf dem hart umkämpften Markt wachsen kann. TPG ist bekannt für große Beteiligungen an bekannten Marken wie der Fastfood-Kette Burger King, den Metro-Goldwyn-Meyer Filmstudios, dem italienischen Motorradhersteller Ducati oder dem deutschen Traditionsunternehmen Grohe AG. An Fluggesellschaften und anderen Technologieunternehmen hält TPG ebenfalls Anteile, oft mit dem Bestreben, die Aktienmehrheit zu erreichen.

 

John McAfee, ein Enfant Terrible der IT-Branche

 

Noch lebhafter als die Geschichte des von ihm gegründeten Unternehmens ist der Werdegang von John McAfee. Nach seinem Ausstieg aus dem Unternehmen betätigte er sich in vielen Bereichen. Unter anderem war er als Yoga-Lehrer tätig und betrieb ein eigenes Yoga-Zentrum. Er befasste sich mit Ultraleichtflugzeugen und mit der Erforschung von Bakterien zur Entwicklung neuer Antibiotika. Im Jahr 2015 kündigte er sogar seine Kandidatur zur Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten und die Gründung einer eigenen Cyber-Partei an. Nach seinem Abschied aus dem Silicon Valley lebte er in Brasilien, Mexiko, England, Deutschland, Hongkong, Indien und Guatemala, bevor er in die USA zurückkehrte. Mehrmals wurde dem 1945 geborenen McAfee unterstellt, in Drogen- und Waffengeschäfte verwickelt zu sein. Es kam jedoch niemals zu einer Verurteilung. Im Rahmen der Finanzkrise verlor John McAfee, Meldungen der New York Times zufolge, einen Großteil seines auf rund 100 Millionen US-Dollar geschätzten Vermögens – bis auf einen Rest von vier Millionen Dollar.

 

 

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McAfee Headquarters in Santa Clara, Quelle: Adc1999 at the English language Wikipedia GFDL or CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

 

Das neue Geschäft des John McAfee

 

Nach seinen Ausflügen in verschiedene Branchen ist John McAfee wieder in seinem ursprünglichen Betätigungsfeld aktiv. Seit Mai 2016 ist er Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens MGT Capital Investments, das sich vorwiegend auf die Entwicklung und den Vertrieb von Spiele-Apps spezialisiert hatte. MGT übernahm gleichzeitig das Cybersecurity-Unternehmen D-Vasive und will die Aktivitäten des gesamten Unternehmens zukünftig auf Datenschutz und Internet-Sicherheit ausrichten. Damit kehrt McAfee wieder zu seinen Wurzeln zurück. Durch die Übernahme des bis dahin kleinen Unternehmens schnellten die Aktienkurse von MGT in die Höhe. Innerhalb weniger Tage entwickelten sie sich vom Pennystock-Niveau auf fast fünf Dollar. Das Unternehmen soll nun auch wieder den Namen des Pioniers tragen und in „John McAfee Global Technologies“ umbenannt werden. John McAfee hat in dieser Angelegenheit Klage gegen Intel eingereicht. Das Ergebnis bleibt abzuwarten.

 

IT-Sicherheit als Zukunftsbranche

 

Aufgrund der wachsenden Bedrohungen durch Cyberangriffe gilt der Markt als aussichtsreich. Eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR der Technischen Universität Darmstadt kommt zu dem Schluss, dass aufgrund der zunehmenden Verbreitung industrieller Netz- und Regelsysteme und eGovernment-Lösungen die IT-Sicherheitsbranche auch in Zukunft ein attraktiver Markt sein wird. Immer wieder machen Sicherheitslücken in verbreiteter Software wie Android oder Windows Schlagzeilen. Auch die Enthüllungen von Edward Snowden im Jahr 2014 gaben der Branche noch einmal einen Wachstumsschub. So konnte der Weltmarkt für Sicherheitssoftware 2014 ein Umsatzwachstum von 5,2% verzeichnen. Allerdings ist der Markt stark fragmentiert und von zahlreichen Fusionen geprägt. So sind hier aktuell beispielweise die Übernahme von Blue Coat durch seinen Rivalen Symantec im Sommer dieses Jahres oder die Fusion von Avast und seinem Konkurrenten AVG zu nennen.

 

Fazit:

 

  • John McAfee ist ein Pionier des Silicon Valleys.
  • Die Virenschutz-Software McAfee gehört mittlerweile zu Intel und TPG Capital.
  • Nach einem experimentierfreudigen Leben kehrt John McAfee in die IT-Branche zurück.
  • Zum Erfolg des neuen Unternehmens soll das Ansehen der Marke beitragen.
  • Die Aktienkurse von McAfees Unternehmen MGT sind bereits nach oben geschnellt.
  • Wer zukünftig die Markenrechte an „McAfee“ hält, ist noch strittig.

 

Wie sehen Sie die Entwicklung von McAfee? Würden Sie in das neue Unternehmen „McAfee“ von Intel und TPG Capital investieren? Wie sehen Sie die Zukunft der Branche? Diskutieren Sie in den Kommentaren!