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Marc Faber: Der Experte für den nächsten Börsen-Crash

von ‎02.02.2017 15:42 , bearbeitet ‎28.02.2017 09:53
10 Kommentare , 1 Like

Der legendäre Analyst und Investor sorgt regelmäßig für Aufsehen und bietet Anlegern Orientierung in der globalen Finanzwelt.

 

Kaum etwas fürchten Anleger mehr als Trends, die sie zu spät bemerken, und einbrechende Aktienkurse, die sie nicht rechtzeitig vorhergesehen haben. Entsprechend hellhörig werden Beobachter und Investoren immer dann, wenn Analysten mehrere korrekte Vorhersagen gemacht haben und vor dem nächsten Sturm an den Börsen warnen. Zu den bekanntesten Experten in Sachen Börsen-Crash weltweit zählt seit den späten 1980er Jahren ein Schweizer: Marc Faber genießt einen legendären Ruf, sorgt mit seinen Prognosen häufig für Schlagzeilen und liegt dabei mit seinen Empfehlungen regelmäßig richtig. Für den Herausgeber des Gloom, Boom and Doom Report steuert der Kapitalismus insgesamt auf den Abgrund zu – und die Krisen werden sich seiner Ansicht nach nur weiter verschärfen.

 

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Die richtige Prognose – eine Gratwanderung

 

Nach dem Studium der Volks- und Betriebswirtschaft in Zürich und der Promotion in London und Edinburgh sammelt Marc Faber Erfahrung bei Finanzdienstleistern und Investmentbanken. Im Jahr 1990 gründet er schließlich Marc Faber Ltd. und verwaltet hier Hunderte Millionen Dollar an Investitionen. Um richtige Prognosen aufzustellen, beobachtet Faber das Finanzsystem ganzheitlich – und kritisiert dabei häufig die Geldpolitik von Politik und Notenbanken. Sie tragen seiner Ansicht nach oftmals die Schuld für Spekulationsblasen, die gerade kleinere Investoren und Sparer treffen. Doch auch Kursgewinne und lohnenswerte Investitionen prophezeit der Schweizer oftmals mit beeindruckender Richtigkeit – und genießt deshalb das Vertrauen seiner Kunden und anderer Finanzexperten.

 

Ein Crash jagt den nächsten

 

Wenn es an den Märkten unruhig zugeht, zählt jeder Tag und jede Minute. 1987 macht Marc Faber in der Finanzwelt erstmals auf sich aufmerksam als er seine Anleger vor massiven Verlusten am Schwarzen Montag bewahrt. Auch in den Folgejahren gelingt es ihm, viele dramatische Entwicklungen vorherzusagen und gegebenenfalls noch rechtzeitig auszusteigen. Zu seinen erfolgreichen Prognosen gehörten unter anderem

 

  • eine Blase in der japanischen Wirtschaft im Jahr 1990
  • ein Kursrutsch der Aktien von Casinos in den USA im Jahr 1993
  • eine Wirtschaftskrise im asiatischen Raum in den Jahren 1997/1998.

 

Eine seiner wichtigsten Methoden: Faber bewertet Ruhephasen und relativ stabile Kursentwicklungen an den Börsen nicht als etwas Selbstverständliches. Es ist falsch, in diesem Fall zwingend von Kontinuität auszugehen und mit der Erwartung von gleichbleibendem Kursniveau zu investieren. Stattdessen gilt es, die wirtschaftliche Gesamtlage im Blick zu behalten und maßgebliche Faktoren auszumachen. Die Auswirkungen, die etwa die Maßnahmen der Notenbanken haben, können mit Verzögerung eintreten und zu umso heftigeren Kursschwankungen führen. Ähnlich steht es um deutliche Kursgewinne, die Faber skeptisch hinterfragt. Trends können sich plötzlich umkehren und an den Märkten für einen wahren Erdrutsch sorgen.

 

Investieren – und Risiken kennen

 

Aufgrund seiner Vorliebe für negative Vorhersagen hat Marc Faber viele Spitznamen gesammelt. Ganz gleich ob Untergangsprophet, Crashprophet oder Mr. Doom: Die Finanzwelt spöttelt und hört doch genau zu, wenn der Experte seine Einschätzungen mitteilt. Besonders wichtig ist Faber dabei, dass Investoren sich mit den Risiken ihrer Anlagen auseinandersetzen. Rohstoffe, Aktien oder Sparanlagen – wer in der immer unübersichtlicher werdenden, globalen Ökonomie nicht untergehen möchte, muss sich den Durchblick bewahren und die wirtschaftlichen Bedingungen berücksichtigen.

 

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Der Kapitalismus – langfristig gefährdet?

 

In Finanzkreisen ist Marc Faber vor allem für seine pessimistischen Einschätzungen berüchtigt. Doch seine Bewertungen berücksichtigen nicht nur die aktuellen Entwicklungen, sondern auch strukturelle Risiken des globalen, ökonomischen Systems. Hier stehen für ihn die großen Zusammenhänge im Mittelpunkt. Dass die Krisen insgesamt an Intensität und Häufigkeit zunehmen, steht für Faber ebenso außer Frage wie die Ursache: Die Kapitalmärkte werden immer mehr von der realen Wirtschaft entkoppelt, was gravierende Auswirkungen auf den Zinssatz hat und einen Überfluss an Kapital hervorruft. Der Markt verliert dadurch seine Fähigkeit, schwächere Unternehmen scheitern zu lassen und sich damit selbst zu korrigieren. Diese Entwicklungen lassen sich langfristig nur abbremsen, nicht aufhalten oder umkehren. Dennoch haben Spekulationsblasen gleichzeitig Vorteile, die der Wirtschaft neuen Schwung geben können. Schließlich bedingen sie sinkende Preise, die sich unmittelbar auf den Konsum auswirken und ihn ankurbeln.

 

Fazit:

 

  • Marc Faber: Schweizer Börsenexperte und Fondsmanager
  • berühmt für pessimistische Prognosen
  • seit Jahrzehnten zahlreiche korrekte Vorhersagen
  • die globale Wirtschaft ist strukturell in Schwierigkeiten
  • die reale Ökonomie kann Spekulationsblasen nur bedingt auffangen
  • Marc Faber erwartet heftigere Krisen und mehr Instabilität

 

Wie stehen Sie zum Krisenpropheten Marc Faber, seinen Vorhersagen und seinem Verständnis der Weltwirtschaft? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren und tauschen Sie sich mit anderen Lesern aus!

Kommentare
von
am ‎04.02.2017 19:37

Wer den Wahnsinn an den globalen Märkten nicht sieht, muss schon blind sein

von
am ‎05.02.2017 11:56
Er hat also drei Einbrüche vorhergesagt. Toll. Wie oft ist nicht eingetroffen, was er prophezeit hat? Wieviel Mehrrendite hätte man gehabt, wenn man ihm und seinen Empfehlungen blind gefolgt wäre, und wieviel davon wäre nach Abzug von Steuern und Gebühren noch übrig? Oder hätte man gar weniger Performance als die langweilige, durchschnittliche Marktrendite gehabt? Da hab ich irgendwie noch den Hr. Müller, auch bekannt als Mr. Dax im Hinterkopf, der lauthals am Tiefpunkt Verkaufen, Verkaufen! gebrüllt hat, und dessen Superfonds seit Auflage massiv underperformt. Naja, wers braucht ...
von
‎06.02.2017 12:04 , bearbeitet ‎06.02.2017 12:14

Habe Anfang 2016 auf Marc Faber gehört und meine billig eingekauften Positionen in Thyssen (Salzgitter) u. Wacker-Chemie zum Einstandspreis verkauft. Heute liegen die Werte mehr als doppelt so hoch im Wert. Ich warte auf die Korrektur. Mein Depot bringt keine Rendite. Hohe Liquidität wartet darauf angelegt zu werden. Wann soll der Supergau laut Faber günstige Einstiegskurse bringen, etwa in 3-5 Jahren? Ich stehe an der Seitenlinie und warte einfach ab! Einerseits spricht er von Dowständen bis zu 100.000 Punkten, dann empfiehlt er die asiatischen Märkte. Gold ist seine Anlagealternative. Dabei erstickt das Geldmengenwachstum jede Erholung in Gold im Keim. Angeblich lahmte die Weltwirtschaft in 2016, weil u.a. in China wenig deutsche PKW`s als Indikator bei Autohändlern verkauft wurden. Wäre er mein Vermögensverwalter gewesen, hätte ich ihm zwangsläufig über die Jahre kündigen müssen. Die Realität sieht anders aus. Wie schon in 2015 und 2016 relativ gute Aussichten für die Weltwirtschaft. Seine zeitgenauen Vorhersagen sind lange her. Natürlich stimmen seine Prognosen. Irgendwann korrigieren die Märkte. Was wird der Auslöser sein?

von
am ‎06.02.2017 12:15

Irgendwie verstehen manche Anleger nicht, dass man Warnungen, Anlegertipps etc. wie die von Marc Faber oder auch anderen Gurus nur beachten soll, aber nie 1 zu 1 umsetzen, was da empfohlen wird. Ein Anleger kommt nicht umhin, seinen eigenen Kopf zu gebrauchen und sich mit der Materie auseinanderzusetzen. Entscheidungen treffen auf Grund Empfehlungen Dritter ist niemals der goldene Weg! Ich empfehle als Lernlektüre hierzu: "So macht es Warren Buffett" von James Pardoe.

von
‎06.02.2017 16:16 , bearbeitet ‎06.02.2017 16:16

Wenn man ständig vor irgendwelchen Kurskorrekturen und Crashes warnt wird man schon mal richtig liegen. Eine kaputte Uhr geht ja auch zweimal am Tag richtig.

von
am ‎07.02.2017 10:22

Wenn man alles ausprobiert hat, kann man ruhig mal auf einen Guru hören. Übrigens habe ich vor Marc Faber Warren Buffett ausprobiert und zwar mit seiner ehemaligen Anlage in Tesco bei 3,85€. Mittlerweile sind die auf 2,45€ abgestürzt. Die Lektüre ist damit hinfällig, und übrigens auch nicht von ihm geschrieben.

von
am ‎07.02.2017 16:45

Eine 100% ige Trefferquote hat auch Warren Buffett nicht.

Sich deshalb nicht mit Ihm zu beschäftigen halte ich jedoch für einen Fehler.

von
am ‎15.02.2017 15:37

Marc Faber gehört für mich deshalb zu den unseriöseren Experten, nicht weil er ein notorischer Crashprophet ist (die chronischen Börsenbriefoptimisten sind noch schlimmer), sondern weil vor allem an seine Inszenierung denkt und damit ans Geld. Ist ja nett, ein bisschen freakig rüber zu kommen, in Thailand zu leben und sich auch mit Damen aus dem Milieu zu umgeben, um dann wieder den weltläufigen Schweizer raushängen zu lassen. Ich weiß nicht. Ist schick gegen das Establishment zu sein im Moment, aber das zur Geschäftsidee zu erheben, finde ich nicht seriös.