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Lohnt sich Kunst als Wertanlage?

Niedrige Zinsen treiben Investoren in den Kunstmarkt. Doch nur wenige Objekte erzielen in Auktionen Millionenpreise. Lesen Sie hier alles zum Thema Kunst als Wertanlage.

 

Neben Wirtschaftsmagazinen berichtet auch die Boulevardpresse von Auktionen, auf denen zeitgenössische Gemälde für astronomische Summen den Besitzer wechseln. In Wahrheit erzielen jedoch nur wenige Kunstwerke hohe Preise, zum Beispiel Bilder von Roy Lichtenstein oder anderen modernen Klassikern. Lesen Sie hier, worauf es bei der Investition in Kunstobjekte ankommt.

 

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Copyright © Moyan Brenn (Flickr.com) from Anzio, Italy (Art), CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

 

Der Kunstmarkt folgt eigenen Regeln

 

Wer eine Investition in Kunstwerke plant, sollte sich der vielen Fallstricke bewusst sein. Hier finden Sie eine Liste der wichtigsten Risiken, wenn es um die Wertanlage in Kunst geht:

 

  • Intransparenz: Der Kunstmarkt ist unübersichtlich. Er lässt sich nicht mit der Börse vergleichen, die einen Wertpapierhandel mit tagesaktuellen Kursen ermöglicht. Zwar existieren mehrere Indizes, die die Preisentwicklung von Künstlern nachbilden, aber Aussagen über die zukünftige Entwicklung lassen sich damit nicht treffen.
  • Mangelnde Liquidität: Kunstwerke lassen sich nicht sofort in Geld umwandeln. Der Kunsterwerb erfolgt über Händler, auf Kunstmessen, über Auktionen oder unter Privatleuten. Entsprechend lange kann es dauern, bis passende Kaufangebote kommen.
  • Weiche Preisbildungsfaktoren: In den Aktienkurs fließen fundamentale Fakten ein. Beim Kunstkauf sind es weiche Faktoren wie das Prestige des Künstlers, der Zeitgeist und der Geschmack des Anlegers. Weitere weiche Einflussfaktoren können der Wiedererkennungswert der Werke, das Streben des Investors nach Prestige sowie der Wunsch nach Vervollständigung der eigenen Kunstsammlung sein.
  • Unvorhersehbare Wertentwicklung von Werken bekannter Künstler: Wie genau sich die Wertschätzung des Werks eines Künstlers mit der Zeit verändert, lässt sich nie genau prognostizieren. Im Bereich der Mode beispielsweise werden die begehrten Kreationen berühmter Designer manchmal eher billiger.
  • Der Nachwuchskünstler wird doch nicht bekannt: Eine Investition in unbekannte Künstler scheint oft mit der größten Gewinnsteigerungsmöglichkeit verbunden. Dabei sollte man jedoch beachten, dass weniger als 10% dieser unbekannten Künstler es schafft, sich dauerhaft auf dem Kunstmarkt zu etablieren und bei namhaften Galeristen auszustellen und öffentliche Ankäufe zu erzielen. Entsprechend groß ist das Risiko, deren Werke nicht zu einem guten Preis weiterverkaufen zu können.

 

Wann sich Kunst als Wertanlage lohnt

 

Investitionen in Kunst rentieren sich in der Regel nur, wenn die Objektauswahl klug getroffen wird. So lohnt sich beispielsweise der Erwerb von Arbeiten mit kleinen Auflagen eher, denn die Wertentwicklung hält sich bei höheren Herstellungszahlen oftmals in Grenzen. Zudem sollte die Berühmtheit des Künstlers nicht als alleiniges Auswahlkriterium gelten. Auch talentierte Menschen arbeiten nicht konstant hochwertig. Es ist in jedem Fall angebracht, zu prüfen, ob das anvisierte Objekt die gleiche Qualität aufweist wie seine anderen Arbeiten.

Originalwerke bekannter Künstler haben ihren Preis. Sie kosten gewöhnlich mindestens 50.000 Euro. Günstiger kommen Interessenten an Arbeiten von Künstlern, die am Anfang ihrer Karriere stehen. Für deren Wertentwicklung zählt, ob das Potenzial für eine lange Karriere vorhanden ist und diese auch beabsichtigt wird. Vielversprechend sind häufig die sogenannten „Emerging Artists“, also aufstrebende Künstler. Diese haben sich noch nicht auf dem Kunstmarkt etabliert, sind aber mit großen Ausstellungen bereits positiv aufgefallen.

 

 

Sechs goldene Grundregeln für die Investition in Kunst

 

Das Geschäft mit der Kunst ist keine einfache Angelegenheit. Hier können Anleger leicht eine falsche Entscheidung treffen und dadurch große Verluste machen. Die folgenden sechs Regeln helfen, Fehlkäufe zu verhindern:

1. Ein gewisses Verständnis für Kunstgeschichte, künstlerische Techniken sowie für marktübliche Preise sollte bei der Wertanlage in Kunst vorhanden sein. Interessenten müssen lernen, schnell gute Kunstwerke zu erkennen, indem sie beispielsweise bekannte Kunstmessen wie die Art Basel, Frieze Art in London oder die Art Cologne in Köln besuchen. Zudem können sie sich in großen Galerien informieren, entsprechende Publikationen lesen oder generell zu Kunstmuseen und Sonderausstellungen gehen.

2. Anleger sollten nur Kapital einsetzen, das sie langfristig nicht benötigen.

3. Bei Kunstfonds ist eine gewisse Skepsis angebracht: Interessenten müssen hier mindestens 2.500 Euro aufbringen, die Laufzeit ist in den meisten Fällen fix. Die prognostizierten zweistelligen Renditen erreichen die Fonds aber oft nicht.

4. Kunst als Wertanlage sollte generell nur über Auktionen, seriöse Händler oder auf Messen gekauft werden. Bei anderen Gelegenheiten (zum Beispiel auf dem Flohmarkt oder bei Haushaltsauflösungen) findet sich zwar hin und wieder ein vielversprechendes Werk. Hier ist es jedoch sinnvoll, im Zweifelsfall eine zweite Meinung einzuholen.

5. Nur einzigartige, innovative Werke mit einer ästhetischen Aussage, die eine handwerkliche Meisterleistung repräsentieren, eignen sich als Wertanlage.

6. Beim Kunsterwerb sind auch steuerliche Aspekte zu berücksichtigen: Beim aktiven Handel mit Kunstwerken gilt die Spekulationsfrist von einem Jahr. Verkäufe, die mehr als 12 Monate nach dem Kauf stattfinden, sind damit steuerfrei. Verleiht der Besitzer seine Kunstwerke regelmäßig an Museen, muss er eine zehnjährige Spekulationsfrist beachten. Man gilt als gewerblicher und umsatzsteuerpflichtiger Anbieter, wenn man innerhalb kurzer Zeit mehrere Kunstobjekte verkauft. Die genaue Anzahl der zulässigen Verkäufe ist immer stark vom jeweiligen Einzelfall abhängig, es kann aber vorkommen, dass bereits drei Verkäufe ausreichen. 

 

Kunstobjekte vor Schäden schützen

 

Damit Kunstwerke ihren Wert erhalten, müssen sie entsprechend schonend behandelt werden. Schäden durch Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlung sind unbedingt zu vermeiden. Ein guter Luftbefeuchter verhindert, dass Gemälde austrocknen und brüchig werden. Antiquitäten und Bilder sollten zudem nicht konstant der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein, sodass sie nicht ausbleichen.

Wichtig: Die meisten Hausratversicherungen schließen die Leistung für wertvolle Kunstobjekte oft aus. Darum kann die finanzielle Absicherung mit einer speziellen Kunstversicherung gegen möglichen Diebstahl oder Elementarschäden sinnvoll sein. Diese greift auch dann, wenn die Unikate an eine Galerie oder ein Museum verliehen wurden.

 

Fazit:

 

  • Die Werke von „Emerging Artists“ bieten die höchste Wertentwicklung.
  • Kaufen Sie Ihre Kunst nur über Auktionen, seriöse Händler oder auf Messen.
  • Um vielversprechende Werke zu erkennen, braucht es ausreichendes Know-How.
  • Schützen Sie Ihre Kunstwerke vor Schäden und lassen sie diese gegebenenfalls versichern.

 

Haben Sie schon in Kunst investiert? Schildern Sie uns Ihre Erfahrungen in einem Kommentar.

 

Eingebundene Videos im Consorsbank Blog haben lediglich informativen Charakter und spiegeln nicht zwingend unsere Meinung wider.