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Kunst oder Krempel? Den Nachlass richtig sichten

von Das Unternehmen vor einer Woche

Angehörigen fällt es oftmals schwer, den Wert des Nachlasses richtig einzuschätzen. Insbesondere Möbel, Schmuck, Antiquitäten oder Sammlungen sorgen für Unsicherheit.

 

Für Erben ist es oft schwierig, den Wert des Nachlasses richtig zu taxieren. Möbelstücke, Schmuck, Kunstgegenstände oder Porzellan sind schwer zu schätzen. Während Immobilien, Ersparnisse, Bankguthaben, Wertpapiere oder Gold weniger Schwierigkeiten bereiten, ist der Wert anderer Teile des Nachlasses für die Hinterbliebenen kaum überschaubar. Mit professioneller Hilfe verhindern Sie, dass Sie bei einem möglichen Verkauf Verluste machen.

 

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Möbel und andere Einrichtungsgegenstände

 

Hand auf Herz: Wissen Sie wirklich, ob die verspielte Esszimmergruppe des Großonkels ein modernes Stilmöbelstück ist oder doch wertvoller Jugendstil? Der Orientteppich erscheint verschlissen, ist er wertvoll oder nicht? Handelt es sich bei der in Ihren Augen kitschigen Figur vielleicht um eine von Sammlern gesuchte Bronze eines namhaften Künstlers? Ohne die nötige Expertise passiert es leicht, dass Sie wertvolle Möbelstücke oder Dekorationsgegenstände zu einem Niedrigpreis verkaufen oder gar kostenpflichtig entsorgen lassen. Wenn Sie wertvolle Möbelschätze im Nachlass vermuten und sich unsicher sind, holen Sie fachlichen Rat ein. Sachverständige Gutachter können Ihnen genau mitteilen, welchen Wert die einzelnen Stücke haben.

Übrigens zählt für die Erbschaftssteuer nicht der Ladenpreis der einzelnen Objekte. Maßgeblich ist, was Sie bei einem Verkauf erzielen können. Der Händlereinkaufspreis liegt in der Regel deutlich unter dem Verkaufspreis im Laden.

 

Eine erste Einschätzung vornehmen

 

Alte Möbelstücke sind mit ganz anderen Techniken hergestellt worden als moderne Pendants. Es handelt sich meistens um echte Handarbeit. Laien können eine erste Einschätzung leicht selbst vornehmen. So entlarven Sie moderne Stilmöbel, gut gemachte Fälschungen sind dagegen für das ungeübte Auge nur schwer zu erkennen. Denn es gibt Fälscher, die mit alten Werkzeugen und Techniken arbeiten. Auch Gebrauchsspuren und Holzwurmlöcher lassen sich nachbilden. Diese feinen Unterschiede erkennt nur der Fachmann. Aber folgende Anhaltspunkte können Sie im ersten Schritt selbst überprüfen:

 

  • Polyesterlack oder Weißleim gehört nicht auf ein antikes Möbelstück. Entweder handelt es sich um einen Nachbau, oder die unsachgemäße Behandlung macht das Möbelstück wertlos. Die Kosten für eine Restauration stehen meist in keinem Verhältnis zum zu erzielenden Preis.
  • Das Furnier war in früherer Zeit viel dicker, da moderne Schneidetechniken fehlten. Sehr dünnes Furnierholz an Intarsienarbeiten kennzeichnet ein modernes Möbel.
  • Glatte Kanten, moderne, aufgesetzte Kastenschlösser, fehlende Gebrauchsspuren, verschraubte Schubladen und Ähnliches zeigen deutlich, dass Sie ein Stilmöbelstück vor sich haben.
  • Ebenso ist das der Fall, wenn das Möbelstück nicht aus Massivholz gebaut wurde. Unter antikem Furnier finden Sie keine Span- oder Sperrholzplatte. Auch die Rückwände, Schubladenböden und Seitenwände sind bei Antiquitäten immer massiv.

 

Auch bei modernen Möbelstücken namhafter Designer sollten sich die Erben gut auskennen, wenn sie den Wert selbst taxieren möchten. Von vielen Designklassikern existieren günstige Nachbauten, die nur leicht vom Original abweichen.

 

Die Kosten für ein Gutachten

 

Im Zweifelsfall lohnt es sich immer, eine Expertise einzuholen. Restauratoren und Auktionshäuser beurteilen Möbelstücke gegen eine Gebühr. Sie müssen mit Kosten zwischen 80 und 100 Euro rechnen. Diese Investition kann sich lohnen, wenn sich die Truhe in der Diele als echtes Schätzchen aus dem Mittelalter entpuppt. 2.000 Euro sind hier kein ungewöhnlicher Preis.

 

Bei der Bewertung des Nachlasses sollten Gutachten eingeholt werden.jpg

 

Den Nachlass aktiv regeln

 

Besitzer von wertvollen Möbelstücken können ihren Erben die richtige Einschätzung des Nachlasses erleichtern. Bewahren Sie Kaufbelege für besondere Stücke sowie Wertgutachten auf. Kennzeichnen Sie reine Versicherungsgutachten als solche. Hier stellen Gutachter den sogenannten Wiederbeschaffungswert fest, der deutlich über dem Händlereinkaufspreis liegt. Das sollten Ihre Angehörigen wissen, um vor Enttäuschungen bewahrt zu werden. Generell ist zu berücksichtigen, dass sehr große und wuchtige Stücke eher schwer einen Käufer finden. Auch Barockmöbel sind wenig gefragt. Kleine Kommoden, Beistelltische oder Sekretäre dagegen sind in der Regel leichter verkäuflich. Ebenfalls sollten Erben bedenken, dass im Antiquitätenboom der siebziger und achtziger Jahre viele Fälschungen mit Falschgutachten verkauft worden sind. Hier lohnt es sich, einen Fachmann zurate zu ziehen. Geht es dann an den Verkauf der wertvollen Stücke aus dem Nachlass, ziehen Sie auch den russischen und chinesischen Markt in Betracht. Dank zahlloser Haushaltsauflösungen ist der deutsche Markt aktuell recht übersättigt. Im Ausland finden sich oft eher zahlungswillige Käufer.

 

Fazit:

 

  • Wertvolle Möbel sind oft schwer zu erkennen.
  • Bei Antiquitäten gibt die Verarbeitung einen ersten Aufschluss über das Alter.
  • Stilmöbel erkennen Sie an modernen Fertigungsmethoden.
  • Im Zweifelsfall hilft die Expertise eines Sachverständigen, den tatsächlichen Wert einzuschätzen.

 

Verkaufen Sie wertvolle Möbel aus einem Nachlass auf eigene Faust oder holen Sie lieber zuerst eine Expertise ein? Teilen Sie uns gerne Ihre Meinung mit.