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Kinder und das liebe Geld: So viel kostet der Nachwuchs

von ‎11.08.2020 09:00 , bearbeitet ‎11.08.2020 11:31

Kinder aufzuziehen, kostet viel Geld, insbesondere in deutschen Großstädten. Die Summen sind beeindruckend, vor allem die Beträge, die für größere Kids in Metropolen anfallen. Glücklicherweise erhalten Eltern Unterstützung vom Staat, um diese Herausforderung leichter zu meistern.

 

Kinder zu bekommen, ist ein auch ein riesiges Investment. Niemand sollte aus geldlichen Gründen auf das große Glück verzichten, Kinder großzuziehen. Aber die frühzeitige Beschäftigung mit den finanziellen Aspekten der Familiengründung schützt vor unrealistischen Erwartungen und beugt Enttäuschungen vor.

Laut einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamts leben in Deutschland gegenwärtig 11,4 Millionen Familien mit Kindern in einem Haushalt zusammen. Die dazugehörigen Mütter und Väter stehen vor der anspruchsvollen Aufgabe, ihren Nachwuchs zu erziehen und ihm eine gute Ausgangsposition fürs Leben zu ermöglichen. Voraussetzung für die Erreichung dieses Ziels ist eine ausreichende Finanzierung. Denn Kinder kosten von der Geburt bis zum Abschluss ihrer Ausbildung beziehungsweise ihres Studiums sehr viel Geld: Angefangen von der Erstausstattung des Säuglings über die Miete für ein zusätzliches Zimmer, Bekleidung, Nahrung bis hin zu Ausgaben für Bildung, Sport und andere Hobbys fällt einiges an.

 

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Die durchschnittlichen Kosten pro Kind

Das Statistische Bundesamt hat ausgerechnet, was Eltern für ein Kind im Durchschnitt ausgeben müssen. Dabei kamen sie auf rund 660 Euro im Monat. Übrigens gibt es auch bei Kindern den „Mengeneffekt“: Bei mehreren sinkt dieser Betrag nämlich. Hohe Ausgaben werden vom ersten Lebenstag an erforderlich, schon für die Erstausstattung (Kleidung, Bettchen oder Wiege, Wickelkommode etc.) fallen mehrere Tausend Euro an.

Das Sprichwort „Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen“ hat auch einen finanziellen Aspekt: Die Kosten für den Nachwuchs steigen mit zunehmendem Alter kontinuierlich an. Belaufen sich die monatlichen Ausgaben für Kinder bis zu sechs Jahren noch auf 587 Euro monatlich, sind es von sechs bis zwölf Jahren bereits 686 Euro. Richtig teuer werden Mädchen und Jungen ab zwölf Jahren, Eltern von Teenagern können dies aus eigener Erfahrung bestätigen: Sie müssen durchschnittlich 784 Euro pro Monat ausgeben. Bis zum 18. Lebensjahr summieren sich diese Kosten auf weit über 100.000 Euro. Zum Glück sind die Ausgaben für Kinder nur die eine Seite der Medaille: Eltern werden vom deutschen Staat relativ großzügig mit Eltern- und Kindergeld gefördert. Außerdem kommen Sie in den Genuss von Steuervorteilen in Form von Kinderfreibeträgen.

 

Deutliche regionale Unterschiede

Es liegt auf der Hand, dass die aufs Kinderzimmer entfallende Miete eine besonders große Kostenposition darstellt. Deren Höhe variiert in Abhängigkeit vom Wohnort stark. Insbesondere in den deutschen Großstädten müssen Familien tief in die Tasche greifen, um die Miete für eine ausreichend große Wohnung aufzubringen. Spitzenreiter sind hier nach dem F + B Mietspiegelindex 2019 Stuttgart, München, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und Köln.

Auch andere Kostenfaktoren unterscheiden sich von Metropole zu Metropole, wie die Gebühren für die Kinderbetreuung und den öffentlichen Personennahverkehr. Die Preise für Heizung, Benzin, Lebensmittel und Kleidung können in verschiedenen Großstädten ebenfalls unterschiedlich hoch ausfallen.

Finanzexperten haben exemplarisch für das Jahr 2017 ausgerechnet, wie viel Geld eine vierköpfige Familie in deutschen Großstädten verdienen muss, um ein auskömmliches Leben zu führen. Dabei berücksichtigten sie neben der Kaltmiete und den Nebenkosten sowie den alltäglichen Ausgaben auch eine Sparrücklage. Die Ergebnisse haben es in sich: In München müssen Eltern mit zwei Kindern über ein jährliches Bruttoeinkommen von knapp 114.000 Euro (netto 65.000 Euro) verfügen. In Hamburg sind es gut 82.000 Euro brutto beziehungsweise rund 50.000 Euro netto. Sogar in kleineren und vergleichsweise preiswerten Städten sind hohe Verdienste erforderlich: In Bremen und Hannover sollte eine Familie auf circa 64.000 Euro brutto oder knapp 42.000 Euro netto kommen, im ostdeutschen Leipzig sind es noch über 60.000 Euro brutto und knapp 40.000 Euro netto.

 

Eine ganz besondere Investition

Unter dem Strich bedeutet ein Kind immer eine Einbuße an materiellem Wohlstand. Doch in der Regel werden Eltern durch das Zusammenleben mit ihrem Nachwuchs reichlich belohnt. Insbesondere in der Zeit nach der Geburt empfinden Mütter und Väter einen starken Glückszuwachs, wie das Max-Planck-Institut durch Befragungen herausgefunden hat. Kein Paar sollte sich deshalb aus finanziellen Gründen gegen ein Kind entscheiden – schließlich haben Menschen auch in Not- und Kriegszeiten Familien gegründet. Und: In wenigen anderen Ländern herrschen so gute Voraussetzungen für Familien wie in Deutschland. Dennoch  empfiehlt es sich, schon früh ein finanzielles Polster für das Studium oder die Ausbildung Ihres Kindes zurückzulegen. Das Junior-Depot der Consorsbank ist eine Idee, langfristig für Ihr Kind zu investieren. Insgesamt sollten Anlagen für Ihr Kind langfristig orientiert sein und über ein vergleichsweise geringes Verlustrisiko verfügen. Das kann zum Beispiel ein Fonds- oder ETF-Sparplan sein. Traditionelle Anlageformen empfehlen sich für das langfristige, gewinnbringende Ansparen größerer Summen nur bedingt, da sie durch die niedrigen Zinsen mit dem jährlichen Verlust durch Inflation rechnen müssen.

 

Wie hoch sind Ihre monatlichen Ausgaben für den Nachwuchs? Oder haben Sie die Familiengründung noch vor sich und überlegen, wie Sie sich das alles leisten können? Wir freuen uns auf Ihren Beitrag.

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