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Jobs der Zukunft: Nur Wissen bietet Sicherheit

Jobs der Zukunft: Digitalisierung und Globalisierung bleiben prägende Faktoren des Arbeitsmarkts. Auch der demografische Wandel hat drastische Auswirkungen.

 

Drohen zukünftig ein Anstieg der Arbeitslosigkeit und eine Zunahme von Einkommensungleichheit und Armut – oder entstehen zugleich auch die Jobs der Zukunft? Anfang 2016 sorgt das Weiße Haus mit Prognosen zur Zukunft der Berufswelt für Schlagzeilen: Präsident Obama verkündet, dass die Arbeitswelt sich in den nächsten Jahrzehnten dramatisch verändern wird.

 

Es ist zu erwarten, dass über 80 % der Arbeitsplätze mit einem Stundenlohn bis 20 Dollar mittel- und langfristig durch Roboter ersetzt werden. Die zunehmende Automatisierung stellt für die amerikanische Regierung und die Politiker in anderen Ländern eine enorme Herausforderung dar und erfordert schon heute ein Umdenken.

 

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Der Arbeitsmarkt – ständig im Umbruch

 

Industrialisierung, Emanzipation und technologischer Fortschritt: Gesellschaftliche Entwicklungen prägen den Arbeitsmarkt und stellen Arbeitnehmer kontinuierlich vor Herausforderungen. Die aktuelle Arbeitsmarktrevolution unterscheidet sich aber entscheidend von früheren Umbrüchen: mit der zunehmenden Automatisierung wurden in der Regel körperliche Jobs durch geistige ersetzt. Dies könnte sich jetzt ändern, denn Roboter sind nun mehr und mehr in der Lage auch die Funktionsweise des menschlichen Gehirns nachzuempfinden und so auch geistige Tätigkeiten auszuführen.

 

So nutzen Finanz-StartUps bereits ChatBots als Bankberater oder Ärzte holen sich diagnostischen Rat beim Roboter Watson, der von IBM entwickelt wurde. Einig sind sich die Experten in Sachen Jobs der Zukunft vor allem darin, dass Flexibilität und Lernbereitschaft zentral sind. Während Arbeitsplätze mit geringerer Entlohnung für unqualifizierte Arbeitnehmer akut bedroht sind, haben Akademiker deutlich bessere Perspektiven. Fachkenntnisse, Wissen und Anpassungsfähigkeit eignen sich zwar nicht als Jobgarantie, doch stehen die Chancen besser, sich auf neue Bedingungen einstellen zu können.

 

Auch steigende Absolventenzahlen verunsichern nicht: Über 70% der Akademiker sind eher bzw. sehr zuversichtlich in Bezug auf ihre Karrierechancen. Vor diesem Hintergrund betonen Politiker in den entwickelten Ländern, dass die Investitionen in Bildung gesteigert werden müssen.

 

Digitalisierung und Globalisierung

 

Zum letzten großen Umsturz auf dem Jobmarkt führen zwei Entwicklungen, die sich gegenseitig noch verstärken und beschleunigen: Digitalisierung und Globalisierung. Die zunehmende internationale Vernetzung, die allgegenwärtige Nutzung des Internets und andere technologische Errungenschaften wie das Smartphone haben den Konsum und gleichzeitig die Arbeitswelt revolutioniert.

 

Digitale Medien und E-Commerce setzen Printmedien und den Einzelhandel unter Druck und bedrohen Arbeitsplätze. Zugleich werden Start-Ups gegründet, entwickeln sich IT-Firmen wie Facebook und Google zu mächtigen, globalen Konzernen und schaffen so neue Beschäftigungsmöglichkeiten. Übereinstimmend berichten Experten, dass sich die Veränderungen nicht aufhalten lassen: So könnten zum Beispiel selbstfahrende Autos bald in der Logistik genutzt werden und viele Arbeitnehmer überflüssig machen. Nicht zuletzt bringt die Digitalisierung Vorteile für jene Berufsgruppe, die sie ermöglicht hat: Informatiker, Softwareentwickler und IT-Fachleute sind in jeder Branche gefragt – und werden es vermutlich bleiben.

 

 

Die Folgen des demografischen Wandels

 

Die Weltbevölkerung wächst und wird in den nächsten Jahrzehnten zudem rasant altern. Beträgt das Durchschnittsalter in Deutschland und Japan aktuell etwa 46 Jahre, liegt es in Brasilien bei 31 und in Indien sogar bei 26 Jahren. Die Auswirkungen sind sowohl national als auch global zu betrachten. 2015 sind über 2 Millionen Deutsche älter als 85 Jahre. Für das Jahr 2030 prognostiziert die Prognos AG eine Anzahl von 3,4 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland.  In der Folge fehlen im Jahr 2030 voraussichtlich ca. 506.000 Pflegekräfte fehlen.

 

Daher werden Industrienationen mit alternder Bevölkerung in Zukunft einen höheren Bedarf an medizinisch ausgebildeten Arbeitnehmern und Pflegekräften haben. Der Aufstieg der Entwicklungsländer hat hingegen eher ungewisse Folgen und hängt von den Maßnahmen der Politik ab. Volkswirtschaften, die ihren Wohlstand auch mit Exporten erzielen, müssen die Stellung und Strukturen der Industrie stärken und gleichzeitig wettbewerbsfähig bleiben. Wenn Deutschland ausreichend in Bildung investiert, finden Ingenieure, Mathematiker und Physiker vor Ort weiterhin attraktive Jobs der Zukunft.

 

Jobs der Zukunft: Das Wissen zählt

 

Bei der Vorstellung der Einschätzung zur Automatisierung ist das Bild zweigeteilt: Beschäftigungsverhältnisse mit geringer Bezahlung werden wahrscheinlich langfristig wegfallen. Für Arbeitnehmer, die über 40 Dollar pro Stunde verdienen, liegt das Risiko jedoch bei unter 5 %. Fachkräfte mit einem hohen Einkommen werden entweder gesucht oder finden Möglichkeiten, sich auf dem Arbeitsmarkt einzubringen. Die Jobs der Zukunft verbindet damit Wissen – oder die Fähigkeit und Bereitschaft, es bei Bedarf zu erwerben.

 

Dank Globalisierung und Digitalisierung gilt es, sich auf die neue Unsicherheit einzustellen oder sich bei der Berufswahl für Tätigkeitsfelder mit großer Nachfrage zu entscheiden. Neben Pflegeberufen und einer medizinischen Ausbildung zählen natur-, ingenieur- und wirtschaftswissenschaftliche Fachrichtungen zu den vergleichsweise sichereren Berufsgruppen. Einen noch besseren Schutz genießen nur IT-Fachkräfte, die direkt bei der Digitalisierung mitwirken.

 

Uneinigkeit unter Experten

 

Experten sind sich bei der Beurteilung der Auswirkungen der zunehmenden Automatisierung uneinig. Einige befürchten, dass durch die Automatisierung weit mehr Jobs verloren gehen als neue entstehen und fürchten soziale Unruhen. Andere hingegen sehen in der Automatisierung eine Chance, die Produktivität dermaßen zu steigern, dass ein großzügigeres Sozialsystem möglich ist und der Mensch seine Wochenarbeitszeit drastisch reduzieren kann. Wiederum andere sehr viel sind optimistischer gestimmt, auch weil die Vergangenheit gezeigt hat, dass den Menschen die zu erfüllenden Aufgaben nicht ausgehen.

 

Fazit:

 

  • Technologischer Fortschritt revolutioniert den Arbeitsmarkt.
  • Globalisierung und Digitalisierung steigern die Nachfrage nach Fachkräften.
  • Gefragt bleiben Naturwissenschaftler, IT-Experten und Ingenieure.
  • Automatisierung durch Roboter: Risiko für unqualifizierte Arbeitnehmer.
  • Demografischer Wandel bringt Vorteile für Mediziner und Pflegeberufe.
  • Wachstum langfristig nur durch Bildung und mehr Flexibilität.

 

Wie schätzen Sie die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt ein? Sind Sie vielleicht schon persönliche damit in Kontakt gekommen? Diskutieren Sie mit uns über die Jobs der Zukunft und teilen Sie uns Ihre Meinung in den Kommentaren mit!

 

Eingebundene Videos im Consorsbank Blog haben lediglich informativen Charakter und spiegeln nicht zwingend unsere Meinung wider.