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Jahresrückblick 2017 und Tendenzen für 2018

09.01.2018 07:09

Stefan Maly, Leiter der Anlagestrategie der Consorsbank, blickt auf das Börsenjahr 2017 zurück und gibt Prognosen und Tipps für das kommende Jahr. Erfahren Sie hier mehr über wirtschaftliche Tendenzen für 2018.

 

Der Börsen-Ausblick 2018.jpg

 

Rückblick: Gutes Aktienjahr 2017

 

Das Jahr 2017 war bis November ein sehr gutes Aktienjahr. Zu den Favoriten in Sachen Anlage gehörten in diesem Jahr insbesondere Aktien aus der Eurozone. Im Vergleich zum letzten Jahr nahmen sie um 8,5% (gerechnet in Euro) zu. Der S&P 500 konnte dabei lediglich 4,6% hinzugewinnen. Aktien aus den asiatischen Schwellenländern stellten mit einem Wertanstieg von 20,8% eine der besten Aktienregionen des Jahres dar.

 

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Die Erwartung, dass 2017 ein schwieriges Jahr für Anleihen werden würde, hat sich dagegen bestätigt: Eigentümer von Euro-Staatsanleihen mussten einen Wertverlust von 1,8% hinnehmen.  Etwas besser schnitt ab, wer Euro-Unternehmensanleihen mit hoher Bonität besaß, hier lag der durchschnittliche Verlust bei nur 0,2%. Wer dagegen auf Schwellenländeranleihen gesetzt hat, kann einen Wertzuwachs von 7,6% in Euro verbuchen.

Einen der größten Verluste verzeichnete der Bloomberg-Rohstoffindex, der die Wertentwicklung von Metallen und Energierohstoffen misst:  Sein Wertverlust lag bei 12,6%.¹

 

Aktienindices.jpg

 

Ist die Phase des Aufschwungs bald vorbei?

 

Der Aufschwung der Wirtschaft und an den Börsen dauert nun schon relativ lange an. Einige Marktexperten verkünden bereits das baldige Ende der guten Aktienlage. Die Vermutung eines Crashs ist begründet, allerdings wird das Risiko von Experten unterschiedlich hoch bewertet. Für die Einstufung der wirtschaftlichen Lage ist dabei insbesondere das Wirtschaftswachstum ausschlaggebend. 

Prognose des Wirtschaftswachstums.jpg

Laut Prognosen des Internationalen Währungsfonds wird die Weltwirtschaft 2018 etwas stärker wachsen als in 2017 – um 3,7% (3,6%).  Schwellenländer generieren dabei mittlerweile über die Hälfte der globalen Wirtschaftsleistung. Hier wird die wirtschaftliche Produktion auch im kommenden Jahr stärker ansteigen als in den Industrienationen. Der Anstieg der Wirtschaftskraft der Schwellenländer bedeutet dabei auch eine Zunahme der wirtschaftlichen Dynamik im jeweiligen Land². Dabei gibt es nach wie vor große regionale Unterschiede – der stärkste Anstieg wird für den asiatischen Raum erwartet. Mit den größten Verlust verzeichnete der Bloomberg-Rohstoffindex, der die Wertentwicklung von Metallen und Energierohstoffen misst. Sein Wertverlust lag bei 12,6%.

 

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Ausblick für 2018

 

Der wirtschaftliche Aufschwung hält also voraussichtlich weiter an. Durch den Rückenwind des Wirtschaftswachstums liegt der Fokus 2018 auf dem Gewinnwachstum von Unternehmen. Spitzenreiter bei der Gewinnentwicklung werden den Prognosen zufolge japanische Unternehmen sein, gefolgt von ihren Wettbewerbern aus den USA. Auch unter den Schwellenländern nehmen die asiatischen Unternehmen eine Spitzenposition ein, gefolgt von Lateinamerika. Im Durchschnitt heben Analysten die Gewinnerwartungen für die Unternehmen der großen Regionen generell an.³

 

Positive Grundstimmung  – zunehmende Warnzeichen

 

Trotz der positiven Rahmenbedingungen nehmen die warnenden Stimmen vor einem Aktien-Crash aktuell zu. Während  geopolitische Risiken und Terrorrisiken bestehen, Populismus und wirtschaftlicher Protektionismus zunehmen, sind Aktien und Anleihen so teuer wie selten zuvor. Ähnlich hohe Bewertungsniveaus von Aktien gab es zuletzt in den 1920er und 1950er Jahren. Die hohen Niveaus bei gleichzeitig größeren weltweiten Risiken zeigen, dass die Märkte leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen sind. Sobald das erwartete Wirtschaftswachstum oder das von den Analysten erwartete Gewinnwachstum ausbleibt, könnten die Märkte mit heftigen Kursabschlägen reagieren. Noch heikler wäre ein überraschender Anstieg der Inflationsraten in den USA oder der Eurozone. Dies könnte die Zentralbanken dazu zwingen, schneller als bislang geplant die Zinsen anzuheben und ihre Bilanzen zu verringern ‒ mit der Folge, dass Aktien und Anleihen deutlich an Wert verlieren würden.

 

Gute Prognose, doch erhöhtes Risikobewusstsein ist gefragt

 

Allgemein ergibt sich so eine positive Prognose, bei der Chancen und Risiken dennoch gut durchdacht werden sollten.  Auf der einen Seite stehen solides Wirtschaftswachstum, steigende Gewinne und ein stabilisiertes Finanzsystem. Auf der anderen Seite gibt es bestehende weltweite Risiken, die auch 2018 nicht gelöst sein werden.  Die Gefahr, dass die positive Markt-Prognose nicht eintrifft, ist für das kommende Jahr deutlich gestiegen. Die zuvor skizzierten negativen Überraschungen bei Wirtschaftswachstum oder Inflation hätten zudem höhere Kursverluste zur Folge. Die Geldpolitik der drei großen Notenbanken EZB, Bank von Japan und Fed hat die Finanzmärkte durch ihre positive Auswirkung auf die Marktprognosen bisher gut abgestützt.

 

In Abwägung der Chancen und Risiken ist es sinnvoll, schon jetzt zu überprüfen, ob das gewählte Portfolio-Risiko zum Anlagehorizont und zur persönlichen Risikotoleranz passt. Sollte einer der beiden Punkte mit Nein beantwortet werden, empfiehlt es sich, zu handeln und das Anlagerisiko zu reduzieren. Erfahrungen aus den letzten Crashs zeigen, dass die schlechteste Variante eine Reduktion des Anlagerisikos unmittelbar nach den hohen Kursverlusten darstellt.

 

Fazit

 

  • Das Börsenjahr 2017 verlief insgesamt gut
  • Am stärksten waren Aktien aus Schwellenländern
  • Erhöhtes Risikobewusstsein für bevorstehende Schwankungen ist gefragt
  • Chancen und Risiken der Anlage sowie die eigene Risikotoleranz sollten geprüft werden

 

Möchten Sie sich tiefer mit dem Thema Finanzmärkte auseinandersetzen?

 

Stefan Maly, Leiter der Anlagestrategie der Consorsbank, und seine Co-Referenten geben auch in 2018 alle zwei Monate ein Webinar rund um das Thema Finanzen und Finanzmärkte. Für das Webinar "Finanzmärkte aktuell" können Sie sich hier anmelden.

 

Webinar verpasst? Sie können unsere Webinare auch im eingeloggten Bereich in unserer Mediathek anschauen.

 

Quellen:

¹ CBOE, EUREX, Thomson Reuters Eikon, Consorsbank

² Internationaler Währungsfonds (IWF); Thomson Reuters Eikon, Consorsbank

³ I/B/E/S Konsensus Schätzungen, Thomson Reuters Eikon, Consorsbank

 

Dieser Artikel dient lediglich der Information und stellt keine Kaufempfehlung dar. Die Consorsbank verfolgt keine werblichen Zwecke. Die Blogredaktion übernimmt keine Gewähr und/oder Haftung für die Vollständigkeit und Aktualität sowie Richtigkeit der Inhalte.

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