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Hohe Mietpreise – wie sie entstehen, uns beeinflussen und wo sie anzutreffen sind

Hohe Mietkosten? Erfahren Sie, warum Mieten steigen können, wo das Mietpreisniveau hoch ist und welche Hilfe es gibt. 

 

Wohnen – ein teures Vergnügen?

 

Der Ärger manch eines Mieters ist nachvollziehbar: Allein für das Wohnen und die Nebenkosten geht häufig ein satter Teil des Gehalts drauf. Das Statistische Bundesamt ermittelte in den Laufenden Wirtschaftsrechnungen (LWR) 2011, dass private Haushalte im Durchschnitt monatlich 2.252 Euro für ihren privaten Konsum ausgaben, wobei 34,4 % dieser Ausgaben auf den Komplex Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung entfielen.

 

Für manchen Mieter mag dieser Durchschnittswert, der zugegebenermaßen mehr als die Miete berücksichtigt, allerdings fast noch erstrebenswert sein: Bei Personen, die in einer der teuersten Städte Deutschlands wohnen und/oder die kein allzu hohes Gehalt zur Verfügung haben, mag der Anteil der Wohnkosten an den Gesamtausgaben sogar deutlich höher liegen.

 

Warum Wohnen in einigen Regionen immer teurer zu werden scheint, welche Städte in Deutschland besonders hohe Mieten aufweisen und welche Lösungen es vielleicht für Mieter gibt, möchte dieser Artikel klären. 

 

Mietpreise steigen.jpg

 

Warum Mieten steigen können

 

Auch bei Mietpreisen gilt der Grundsatz, dass die Nachfrage in einem gewissen Maße die Preise bestimmt. Ziehen Sie zum Beispiel in eine Stadt, in der Wohnungsmangel herrscht oder in der der Strom der Zuzügler stark ist, weil es hier zum Beispiel viele Jobs gibt, sind höhere Mieten an der Tagesordnung. Die Attraktivität der Objektlage in der jeweiligen Stadt spielt hierbei natürlich auch eine relativ große Rolle: So ist in vielen ohnehin schon teuren Großstädten zu beobachten, dass sich aufgrund einer besonderen Infrastruktur Szeneviertel entwickeln. Menschen schätzen die spezifische Lage eines Stadtteils und das soziale Umfeld dort so sehr, dass sie bereit sind, mehr Geld für eine Wohnung auszugeben. Der Markt passt sich dieser Nachfrage an.

  

Mieten können auch dann steigen, wenn es einen Trend zur energetischen Gebäudesanierung gibt: Der Mieter, der von den energetischen Verbesserungen profitiert, beteiligt sich quasi an der Investition. Auch andere Sanierungen, die landläufig als Luxussanierungen bezeichnet werden, besitzen das Potenzial, die Mieten für einzelne Wohnungen steigen zu lassen. Lohnen werden sich kostspielige Sanierungen für Vermieter allerdings primär dort, wo auch eine gewisse Wohnungsnachfrage zu unterstellen ist.

 

Der Einfluss von Mietpreisen auf unser Leben

 

Steht zum Beispiel aufgrund eines Jobwechsels ein Umzug an, ergibt sich eine drängende Frage: „Werde ich am neuen Wohnort für eine ähnliche Wohnung wie meine jetzige mehr bezahlen müssen?“ So können die Mietpreise auch Einfluss auf wichtige Fragen der Lebensführung haben. Stellen Sie sich vor, Sie haben die Wahl zwischen zwei gleich gut bezahlten und spannenden Jobs – eine Arbeitsstelle liegt allerdings in einer Stadt, die für ihre hohen Mieten berüchtigt ist, die andere hingegen in einer Region, in der die Mieten noch human sind. Hier entscheidet vielleicht das mögliche Plus in Ihrem Portemonnaie, auch wenn Sie hierdurch zum Beispiel weiter von Ihrem Heimatort wegziehen müssen.

 

Selbstverständlich gibt es auch weitere Kriterien, die Ihre Entscheidung beeinflussen können – vielleicht sind Sie einfach ein Stadtmensch, der das Leben in einer Metropole bevorzugt, in der viel geboten wird. Eine verheerende Wirkung besitzen steigende Mieten allerdings immer dann, wenn sie zu einer sogenannten Gentrifizierung führen. In diesem Fall sieht sich die alteingesessene Wohnbevölkerung durch steigende Mieten und Sanierungsdruck gezwungen, ihrem Viertel oder gar ihrer Stadt den Rücken zu kehren. Als Nachmieter folgen dann nur noch diejenigen, die ausreichende finanzielle Mittel mitbringen. 

 

In welchen Städten sind die Mieten am höchsten?

 

Keine Frage, geht es um hohe Mietpreise, gibt es die üblichen Verdächtigen. Ihr in München wohnender Freund beschwert sich regelmäßig über seine Mietkosten? Ihre in Frankfurt am Main lebende Tante plant einen Umzug aufs platte Land? All dies scheint kein Wunder zu sein. Laut einer Pressemitteilung zum Mietspiegelindexes des Forschungsinstituts F + B für das Jahr 2013 landet die bayerische Landeshauptstadt auf Platz 1 der Städte mit dem höchsten Mietniveau. Frankfurt am Main landet zwar „nur“ auf Platz 8, gilt aber allgemein ebenfalls als sehr teures Pflaster.

 

Die bekannten Städte Stuttgart (Platz 3), Tübingen (Platz 6) und Köln (Platz 7) können laut F + B-Mietspiegelindex 2013 Frankfurt am Main sogar noch toppen. Wer sich auf den Zwischenplätzen noch vor Frankfurt tummelt? Städte, die im Dunstkreis heiß begehrter Metropolen liegen – nämlich Germering (Platz 2, westlich von München gelegen), Leinfelden-Echterdingen (Platz 4, südlich von Stuttgart) sowie Dachau (Platz 5, ebenfalls nahe München). Auf der Website von F + B finden Sie im Übrigen die komplette Top 30 der Städte mit dem höchsten Mietniveau 2013 sowie eine Erläuterung zur Methodik, die dieser Statistik zugrunde liegt.

  

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Alternativen zum Wohnen in teuren Städten

 

Wer sich nicht den hohen Mieten in vielen deutschen Metropolen aussetzen möchte, ist gefordert, persönliche Alternativen zu finden. Doch wie können diese aussehen? „Ab aufs Land!“, mag nun manch einer denken. Sicherlich lässt sich einiges sparen, wenn es nicht die Wohnung im trendigen Innenstadtviertel sein muss.

 

Zu beachten ist dabei allerdings, dass auch die Mietpreise in kleineren Orten, die in unmittelbarer Nähe zu einer großen und teuren Metropole liegen, durchaus noch erheblich sein können. Dies zeigt sich im oben zitierten F + B-Mietspiegelindex 2013 etwa am Beispiel von München daran, dass sogar Germering und Dachau in der Top 5 der Städte mit höchstem Mietniveau mitspielen können. Manch ein Oberbayer ist sogar der Meinung, dass gelinde gesagt alle Mietpreise in einem Umkreis von 50 km um München verkorkst sind. Auf die Idee zu pendeln, kommen schließlich viele.

 

Fazit: Planen Sie, den hohen Mietpreisen in Ihrer Region durch einen Umzug aufs Land zu entgehen, rechnen Sie am besten genau nach, was Sie schlussendlich wirklich sparen, wenn Sie zum Beispiel die Kosten fürs Pendeln mit berücksichtigen. Denken Sie zudem daran, auf was Sie in Hinblick auf die Infrastruktur (Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Freizeitangebot etc.) verzichten müssen.

  

Wird die geplante Mietpreisbremse helfen?

 

Hohe Mieten sind auch der Politik mitunter ein Dorn im Auge – schließlich belasten steigende Mietpreise vor allem die Wählerschaft, die bestimmt, wer im Land das Sagen hat. Die neueste Idee der Politiker ist die sogenannte Mietpreisbremse, welche ab 2015 greifen könnte. Ob diese tatsächlich wirkungsvoll sein wird, ist fraglich – vor allem deshalb, weil sie nur an Orten mit „angespanntem Wohnungsmarkt“ gelten soll, was Interpretationssache ist. Sind Sie trotz dieser ersten Kritik neugierig geworden, wie sich der Entwurf zur Mietpreisbremse präsentiert, erhalten Sie auf den Internetseiten des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz Antworten auf die gängigsten Fragen. 

 

Cortal Consors Blog.png

Wichtigste Punkte auf einen Blick:

 

  • Verbraucher müssen oft einen erheblichen Teil ihres Gehalts fürs Wohnen ausgeben.
  • Das Mietniveau kann aus unterschiedlichen Gründen steigen: Wohnungsknappheit und energetische Gebäudesanierungen sind Beispiele hierfür.
  • Hohe Mietpreise besitzen das Potenzial, Entscheidungen in unserem Leben zu beeinflussen.
  • Der Umzug aufs Land ist nur bedingt eine Lösung, hohen Mietpreisen aus dem Wege zu gehen.
  • Die Politik hat eine Mietpreisbremse erarbeitet, die ab 2015 greifen könnte.
  • Weitere interessante Informationen zum Thema "mieten oder kaufen" finden Sie in unserer großen Infografik