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Haussanierung – eine lohnenswerte Investition?

von am ‎10.04.2018 14:40
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Steigende Energiekosten ermutigen immer mehr Hausbesitzer zur Sanierung ihrer Immobilie. Doch wie hoch muss das Budget sein? Die gute Nachricht: selbst kleine Vorkehrungen können sich lohnen.

 

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Zu hohe Energiekosten, Wertsteigerung des Gebäudes, dringend notwendige Instandsetzungen – Gründe für eine umfassende Haussanierung gibt es viele. Eine energetische Rundum-Sanierung kann allerdings sehr viel Geld kosten und nicht alle Maßnahmen rechnen sich in gleichem Maße. Deshalb ist es wichtig, der geplanten Modernisierung eine genaue Kosten-Nutzen-Analyse voranzustellen.

 

Fenster, Heizung, Wärmedämmung – das energetische Dreigestirn

 

Keine oder kaum Wärmedämmung, Normalverglasung oder betagte Heizkessel sind in vielen Altbauten echte Kostentreiber. In die Jahre gekommene Fenster oder Thermen sorgen dafür, dass der Energiebedarf eines Hauses besonders hoch ist. Doch schon mit relativ kostengünstigen Maßnahmen lassen sich nach wenigen Jahren beträchtliche Summen einsparen – der Energieverbrauch sinkt, das Konto des Hausbesitzers füllt sich. Eine neue Heizung inklusive Solarthermie ist z. B. schon ab 10.000 Euro zu haben. Da bei solchen Systemen das Wasser teils per Sonnenenergie aufgeheizt wird, sinken die Heizkosten drastisch – und zwar um 550 bis 750 Euro pro Jahr. Somit kann sich der Einbau einer modernen Anlage bereits nach ca. 12 – 14 Jahren amortisieren. Auch das Dämmen der obersten Geschossdecke und/oder der Kellerdecke birgt enormes Sparpotenzial. Bei Sanierungskosten in Höhe zwischen 2.000 und 5.000 Euro lassen sich so 200 bis 400 Euro an jährlichen Energieausgaben vermeiden. Eine neue Doppel-Wärmeschutzverglasung schont den Geldbeutel ebenfalls mit gut 200 Euro pro Jahr. Die Anschaffungskosten sind hierbei allerdings relativ hoch, sodass sich diese Maßnahme erst nach etlichen Jahren rentiert. Wer allerdings über eine umfangreiche Haussanierung nachdenkt, sollte auch diesen Umbau nicht scheuen. Schließlich bekommen Grundbesitzer für energetische Sanierungsmaßnahmen finanzielle Hilfe vom Staat – etwa als KfW- oder BAFA-Förderung oder auch als äußerst zinsgünstiges Darlehen.

 

Vater Staat redet mit – die Energiesparpflichten aus der EnEV

 

Ob eine Immobilie energetisch saniert werden muss, entscheiden nicht nur deren Besitzer allein. Auch der Gesetzgeber hat ein Wörtchen mitzureden und schreibt durch die Energiesparverordnung von 2014 bzw. 2016 verschärfte Anforderungen bei der Sanierung bestehender Gebäude vor. So ist die Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Daches mittlerweile in vielen Fällen Pflicht. Auch für den Austausch alter Heizungsanlagen gibt es gesetzliche Regelungen. Demnach haben Konstanttemperaturkessel, die länger als 30 Jahre ihren Dienst verrichtet haben, ausgedient. Bestimmte Geräte, die bis zum Jahr 1987 installiert wurden, müssen also in 2018 ausgetauscht werden – ob der Hausbesitzer es will oder nicht. Wer die Pflicht zur Tugend machen möchte, sollte seinen alten Kessel dann durch ein modernes Brennwertgerät mit Solarthermie ersetzen oder sogar über das Heizen mit Holzbrennstoffen (Pelletheizung) oder Umweltwärme (Erdwärmepumpe) nachdenken. Bei diesen Systemen sind die Anschaffungskosten zwar ungleich höher, das Einsparungspotenzial beim Energieverbrauch liegt aber bei beachtlichen 70 Prozent.

 

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Hilfe vom Experten holen und Angebote vergleichen

 

Welche Maßnahmen sich am besten für eine bestimmte Immobilie eignen, lässt sich nur individuell sagen. Eine Solar- oder Photovoltaik-Anlage macht schließlich nur Sinn, wenn das Hausdach auch eine gute Portion Sonne abbekommt. Die Dämmung einer Kellerdecke ist nur dann notwendig und effizient, wenn dieser Gebäudeteil generell nicht beheizt wird. Bei Überlegungen bezüglich der Warmwasserbereitung sollten zudem generelle Verbrauchswerte, die Wohnungsgröße und die Anzahl der Bewohner eines Hauses mit einkalkuliert werden. Da kaum ein Hausbesitzer all diese Fragen allein beantworten kann, bieten professionelle Energieberater ihre Hilfe an. Diese sind versierte und kompetente Partner bei der Planung und Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen, welche auf Drosselung des Energieverbrauchs angelegt sind. Wer staatliche Hilfsgelder für eine energetische Haussanierung beantragen möchte, ist auf die Unterstützung eines solchen Sachverständigen sogar zwingend angewiesen.

 

Vergleich lohnt sich

 

Haben Sie sich für eine bestimmte Sanierungsmaßnahme entschieden, sollten Sie unbedingt mehrere Offerten von Fachbetrieben einholen. Gerade bei umfangreichen und größeren Baumaßnahmen gibt es erfahrungsgemäß starke Schwankungen bei den Angebotspreisen. Vermieter dürfen übrigens laut Gesetz bis zu elf Prozent der Kosten für eine energetische Sanierung auf die Kaltmiete aufschlagen. Da die Nebenkosten für Mieter nach einer Haussanierung meist deutlich geringer sind als zuvor, haben beide Parteien im Endeffekt Vorteile zu verbuchen. Für Hausbesitzer rentiert sich eine solche Renovierung in jedem Falle. Schließlich werden nicht nur Energiekosten gesenkt und das Wohnklima verbessert: Nach einer Sanierung steigt auch der Wiederverkaufswert einer Immobilie stark an.

 

Fazit:

 

  • Es gibt unterschiedliche Sanierungsmaßnahmen, die kombiniert oder einzeln durchgeführt werden können
  • Auch kleinere Umbauten können nachhaltige Spar-Erfolge bringen
  • Für eine energetische Haussanierung gibt es finanzielle Hilfe vom Staat (kfw.de, www.bafa.de)
  • Hausbesitzer haben teils auch Energiesparpflichten
  • Energieberater sind Helfer bei Planung und Umsetzung
  • Vor der Auswahl des Fachhandwerkers sollten mehrere Angebote eingeholt werden

 

Haben Sie weitere Tipps zur energetischen Haussanierung oder sogar eigene Erfahrungen gesammelt? Dann teilen Sie Ihr Wissen mit unseren Lesern!

 

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von BAlu
‎11.04.2018 18:23 , bearbeitet ‎11.04.2018 19:50

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