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Grünes Wohnen: Wohntrends im Einklang mit der Natur

von ‎10.05.2016 10:06 , bearbeitet ‎13.01.2017 13:32
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Grünes Wohnen ist ein aktuelles Thema für Architekten und Bauherren. Ein gesundes Wohnklima und die Reduzierung von Energiekosten gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Natürliche Baustoffe, die über Jahrhunderte den Hausbau bestimmten, waren durch den vermehrten Einsatz moderner Baumaterialien für lange Zeit in Vergessenheit geraten. Seit einigen Jahren interessieren sich Bauherren wieder für die natürlichen Baustoffe ihrer Vorfahren und schätzen ihre positiven Eigenschaften in Bezug auf Wohnklima, Natur und Langlebigkeit. Grünes Wohnen beginnt bereits bei den ersten Vorüberlegungen zur Gestaltung eines Hauses. Passivhäuser kommen allein aufgrund ihrer Ausrichtung und architektonischen Gestaltung mit einem Minimum an Energie aus. Die Nutzung regenerativer Energiequellen rundet das grüne Wohnen ab. Im privaten Haus- und Wohnungsbau hat Solarenergie bereits einen festen Platz.

 

Grünes_Wohnen.jpg

 

Grünes Wohnen beginnt mit den ersten Planungen

 

Bereits die ersten Vorüberlegungen für den Bau eines Hauses bilden die Grundlage für späteres grünes Wohnen. Folgende Faktoren haben Einfluss auf den Energiebedarf und das Wohnklima:

 

  • Wahl des Standorts
  • Ausrichtung an den Himmelsrichtungen
  • Gebäudegeometrie
  • Gebäudezonierung.

 

Passivhäuser befinden sich auf Grundstücken, die eine Nutzung regenerativer Energien begünstigen. Große, nach Süden ausgerichtete Gärten erlauben die Nutzung von Energie aus dem Boden: die sogenannte Oberflächen-Erdwärme. Die Häuser sind so ausgerichtet, dass ein Großteil der Dachflächen nach Süden zeigt, um so Solarzellen auf dem Dach nutzen zu können. Auf der Südseite befinden sich außerdem große Fensterflächen, während auf der Nordseite kleine Fenster lediglich dazu dienen, Tageslicht hereinzulassen. Im Idealfall ist die Südfassade größer gestaltet als die Nordfassade. Aus diesem Grund sind Pultdächer die bevorzugte Lösung für Passivhäuser. Eine Südausrichtung hat außerdem positiven Einfluss auf den Heizenergieverbrauch und optimiert die Lichtverhältnisse im Haus. Passivhäuser nutzen nämlich die im Inneren vorhandenen Energiequellen, wie zum Beispiel Körperwärme oder einfallende Sonnenwärme, und halten diese Energie durch hochwirksame Wärmedämmung im Haus. So kann der Energiebedarf von Passivhäusern bis zu 75% weniger betragen als bei einem durchschnittlichen Neubau. Auch die Form des Gebäudes hat erheblichen Einfluss auf mögliche Wärmeverluste. Um solche zu vermeiden, sollte die Architektur von einer kompakten Geometrie bestimmt sein. Die Gebäudezonierung ist ein weiteres Thema, das Wohnklima und Energieverbrauch bestimmt. Wohnzimmer, Kinderzimmer oder Küche – die Hauptaufenthaltsräume eines Hauses - erfordern höhere Raumtemperaturen. Diese Räume sind in einem Passivhaus nach Süden ausgerichtet. Die nördlichen Gebäudeteile bleiben den Räumen vorbehalten, die mit weniger Heizwärme auskommen, wie Verkehrsflächen, Schlafräume, Bäder oder Abstellräume.

 

 

Lehm und Holz – Renaissance der natürlichen Baustoffe

 

Lehm ist das älteste Bindemittel im Bauwesen und neben Holz das älteste Baumaterial. Als natürliches Material speichert er Wärme und Feuchtigkeit und gibt sie wieder an den Raum ab. Auf diese Weise reguliert er die Luftfeuchtigkeit. Lehm

 

  • bindet Schadstoffe und Feinstaub
  • bietet hervorragenden Schallschutz
  • wird ohne Eingriffe in Landschaft und Umwelt gewonnen.

 

Als Bestandteil gebrannter Ziegel hat Lehm seit Jahrhunderten einen festen Platz bei Baumaterialien. Unter den modernen Naturbaustoffen finden Sie Lehm als Putzmaterial, Lehmziegel oder Lehmfarbe für die Verwendung in allen Bereichen.

 

 

Holz ist ebenfalls ein Baumaterial mit historischer Bedeutung. Es wird zur Herstellung von Dachstühlen, Türen und anderen Bauelementen eingesetzt – auch wenn es in den 1960er und 1970er Jahren häufig durch „pflegeleichte“ Baumaterialien wie Aluminium und vor allem Kunststoff ersetzt wurde. Heute werden die warme und wohnliche Ausstrahlung und die natürlichen Eigenschaften von Holz in der Architektur wieder geschätzt. In Neubaugebieten ist eine Renaissance von Häusern zu beobachten, die vollständig aus Holz bestehen.

 

Wärme und Energie erhalten – natürliche Wärmedämmung

 

Eine natürliche Wärmedämmung ist ein weiterer entscheidender Faktor für grünes Wohnen. Eine lückenlose Dämmung verhindert Transmissionswärmeverluste durch Wärmebrücken. Sie hält die Wärme im Raum und reduziert so den Bedarf an Heizenergie. Wärmeverluste entstehen vorwiegend an

 

  • Außenwänden
  • Dachflächen
  • Fenstern
  • Bodenplatten von nicht unterkellerten Häusern.

 

Darüber hinaus sind Transmissionswärmeverluste zwischen geheizten und ungeheizten Räumen innerhalb des Gebäudes möglich. Eine Dämmung kann daher auch zwischen Gebäudeteilen sinnvoll sein. Natürliche Dämmstoffe wie

 

  • Schafwolle
  • Cellulose
  • Hanf
  • Flachsfaser
  • Blähperlit
  • Kork

 

haben oft bessere Dämmeigenschaften als chemische Materialien. Den meist hohen Anschaffungskosten stehen positive Einflüsse auf das Raumklima gegenüber. Neben der Wärmedämmung schützen Naturdämmstoffe im Sommer auch vor starker Hitze, denn sie speichern die Wärme tagsüber und geben sie abends an die Innenräume ab.

 

Solarzellen auf dem Dach und Sonnenwärme aus dem Boden

 

Die Nutzung von Solarenergie reduziert Energiekosten und den Ressourcenverbrauch. Vor allem aber schont sie Umwelt und Klima. Solarzellen auf dem Dach dienen

 

  • als thermische Solaranlage zur Heizenergiegewinnung und Brauchwassererwärmung
  • als Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung.

 

Voraussetzung für eine optimale Nutzung der Solarenergie ist ein nach Süden oder Südwesten ausgerichtetes, möglichst geneigtes Dach, also ein Pult- oder Satteldach. Aber auch auf Flachdächern können Solarzellen mithilfe von Aufständerungen installiert werden. Eine weitere Möglichkeit zur Nutzung der thermischen Solarenergie bieten Erdwärmekollektoren. Sie werden als Rohrleitungssystem auf dem Grundstück in frostsicherer Tiefe verlegt und sammeln die Sonnenwärme im Boden in einer Wärmepumpe.

 

Grünes_Wohnen_Solar.jpg

 

Fazit:

 

  • Grünes Wohnen schont Natur, Umwelt und Klima und trägt zu einem positiven Wohnklima bei.
  • Natürliche Baustoffe wie Lehm und Holz sowie ökologische Dämmstoffe verbessern das Raumklima.
  • Grundstückslage, Gebäudeausrichtung, Gebäudegeometrie und Zonierung beeinflussen den Energiebedarf.
  • Solarzellen und Erdwärmekollektoren erzeugen Wärme und Strom ohne Ressourcenverbrauch und reduzieren zudem die Energiekosten.

 

Ist das Thema grünes Wohnen interessant für Sie? Oder bewohnen Sie schon ein Passivhaus? Wir freuen uns über Ihre Erfahrungen.

 

Eingebundene Videos im Consorsbank Blog haben lediglich informativen Charakter und spiegeln nicht zwingend unsere Meinung wider.

 

Kommentare
von kaspar
am ‎10.05.2016 19:16
Ganz entscheidend ist es sich zu überlegen, wieviel Energie überhaupt benötigt wird. Die Produktion von Strom (entweder über Photovoltaik oder durch ein Block-Heiz-Kraftwerk) erlaubt die größte Flexibilität. Denn anstelle den überschüssigen Strom für geringe Beträge ins öffentliche Netz einzuspeisen, kann mit intelligenter Steuerung der Strom selbst genutzt werden: Zum Heizen oder Kühlen, zum Betreiben eines Swimmingpools, Tanken des e-Mobils (Auto oder Fahrrad). Wenn man ein wenig außerhalb des Konventionellen denkt, fallen unzählige Möglichkeiten ein, die Geld sparen und trotzdem Komfort bringen. Mehr Infos finden sich auf http://www.egoKW.de