Flugtaxis als Millionen-Geschäft?

von ‎21.01.2020 10:46 , bearbeitet ‎21.01.2020 10:53
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Die Vision von Flugtaxis, wie man sie aus Science Fiction-Filmen kennt, verfolgen deutsche Anbieter wie Lilium und Volocopter schon heute. Klingt spannend? Ist es auch. Über die aktuelle Entwicklung lesen Sie hier mehr.

 

Was sagen Sie zu diesem Angebot: Statt mit dem Auto stundenlang auf der Autobahn im Stau zu stecken, nehmen Sie das Flugtaxi und gleiten zügig von A nach B durch die Luft. Genau so soll es bald aussehen, wenn es nach den Start-ups der neuen Branche geht. Die Idee eines Flugtaxis an sich ist nichts Neues: Für Geschäftsleute stellen Hubschrauber-Taxis schon länger eine Alternative zum Berufsverkehr dar. Nach dem Motto „Zeit ist Geld“ lohnt es sich gerade in urbanen Regionen, den Firmenwagen stehen zu lassen und auf das Luftfahrzeug umzusteigen. Als Transportmittel der Massen dient der Helikopter allerdings nicht. Die Fluggeräte brauchen einen eigenen Landeplatz, sind nur von einem ausgebildeten Piloten steuerbar und belasten mit ihren Abgasen die Umwelt. Zeit, umzudenken – und genau das haben die Pioniere im Flugtaxi-Geschäft im Sinn.

 

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Was sind Flugtaxis?

 

Ein Flugtaxi können Sie sich vorstellen als E-Hubschrauber, E-Flugzeug oder auch als unbemannte Passagierdrohne. Bis es so weit ist, dass Sie in einem Flugtaxi als Passagier autonom ohne Pilot in die Lüfte steigen, werden aber voraussichtlich noch einige Jahre vergehen. Flugtaxis folgen dem Trend der Elektromobilität: Ohne schädliche Emissionen sorgen sie mit ihrem Elektromotor für einen umweltschonenden Personentransport. Die Motoren zeichnen sich zudem durch ihren leisen Betrieb aus, was sich im dichten Stadtverkehr bemerkbar macht und die Geräuschemissionen eindämmt. Einen weiteren wichtigen Punkt in der Entwicklung der Fluggeräte stellt die Vertical-Takeoff-And-Landing-Technologie (eVTOL) dar: Darunter ist die Fähigkeit des Flugtaxis zu verstehen, senkrecht aufzusteigen und zu landen. Durch dieses technische Feature – vergleichbar mit einem Hubschrauber – braucht das Lufttaxi keine Landebahn und ist in der Lage, an vielen Orten seine Passagiere aufzunehmen.

 

Welche Flugtaxi-Projekte gibt es bereits?

 

Zu den führenden Entwicklern von Flugtaxis gehören die deutschen Unternehmen Volocopter und Lilium.

 

  • Der Lilium Jet gilt mit einer Reichweite von 300 Kilometern und einer Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h als fortschrittliches Modell für den Flugtaxi-Dienst. Eine Serienfertigung ist für die kommenden Jahre geplant. Bis dahin unternimmt der Elektrojet seine Testflüge bei gedrosselter Geschwindigkeit. Die Kapazität des E-Jets liegt bei fünf Passagieren. Hinter den 36 schwenkbaren Jetmotoren steckt eine Leistung von 2.000 PS
  • Konkurrent Volocopter setzt auf ein Zweisitzer-Lufttaxi – das VoloCity ist speziell für Flüge im städtischen Raum konzipiert. Der Schwerpunkt liegt daher weniger auf Geschwindigkeit und Reichweite, als vielmehr auf dem Kurzflug zur Überwindung von Verkehrsstaus. Am Projekt des Ultraleicht-Hubschraubers von Volocopter ist unter anderem auch die Daimler AG als Investor beteiligt
  • Ebenfalls die Hände im Spiel hat das US-amerikanische Unternehmen Uber, das sich bereits weltweit als Vermittler für reguläre Taxifahrten einen Namen gemacht hat. Neuestes Projekt ist Uber Elevate: Auf Knopfdruck über die Uber-App hätten Sie zukünftig die Möglichkeit, eine Mitfluggelegenheit zu buchen

Welche Hürden stellen sich den Anbietern?

 

Als wesentlicher Knackpunkt in der Einführung autonomer Lufttaxis erweist sich die Frage nach der Luftverkehrskoordination und -kontrolle. Wer soll künftig dafür verantwortlich sein, die Passagierdrohnen im Luftraum zu überwachen? Und wie sieht es mit der Kollisionsvermeidung aus? Die Konstrukteure stehen damit vielen Herausforderungen in Bezug auf die Sicherheit gegenüber. Auch technische Aspekte spielen eine Rolle: Die Flugtaxis von morgen sollen möglichst leise und schnell fliegen und dennoch eine ausreichend hohe Nutzlast für den Transport bieten.

 

Fast noch wichtiger als andere Aspekte ist Bezahlbarkeit solcher Flugdienste. Um künftig mehr Passagiere durch die Luft zu transportieren, sind realistische Preise unabdingbar. Sobald die Kosten für ein Lufttaxi mit denen eines herkömmlichen Taxis vergleichbar werden, haben die Hersteller ihre Zukunftsvision erreicht. Nach dem Prinzip des Ridesharings geht es darum, Flüge möglichst günstig anzubieten und damit einen Massenmarkt ins Blickfeld zu holen.

 

Warum das Thema aus Anlegersicht interessant ist

 

Für Sie als Anleger sind die Flugtaxi-Projekte spannend – nicht nur kleinere Start-ups wie Volocopter treiben den technischen Fortschritt an. Auch Luftfahrt-Giganten wie Airbus mit ihrem Elektro-Flugtaxi City Airbus sowie Boeing und Porsche haben deutliches Interesse daran, am großen Geschäft teilzuhaben. Toyota investierte Anfang 2020 394 Millionen US-Dollar in das Luft- und Raumfahrt-StartUp Joby Aviation, das an Flugtaxis forscht. Der CEO des Unternehmens, Akio Ayoda, erklärte: "Der Luftverkehr ist ein langfristiges Ziel von Toyota." Das Vorhaben, Menschen in Elektro-Drohnen zu transportieren, könnte damit in naher Zukunft durchaus Gestalt annehmen.

 

Fazit:

 

  • Die ersten Flugtaxi-Projekte gibt es bereits, auch wenn sich die Technik derzeit größtenteils noch in der Testphase befindet
  • Unter den bekanntesten Start-ups der Szene finden sich die deutschen Unternehmen Volocopter und Lilium
  • Für die Zukunft ist zu erwarten, dass Flugtaxis in Serienproduktion gehen – gefördert durch Investorengelder von Daimler, Geely, Intel und anderen großen Kapitalgebern

 

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