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Festivals als wichtiger Bestandteil der Entertainment-Industrie

von ‎09.10.2018 15:24 , bearbeitet ‎15.11.2018 08:33
3 Kommentare

Festivals stellen ein lukratives Milliardengeschäft für die Veranstalter und Sponsoren dar – hier lesen Sie wissenswerte Fakten.

 

Die Veranstaltung von Musik-Festivals hat sich in wenigen Jahrzehnten zu einem einträglichen Geschäft entwickelt. Waren die ersten großen Festivals in Woodstock und Glastonbury noch vom Geist der Hippie-Zeit geprägte Veranstaltungen, die mit Kommerz nichts zu tun haben wollten, bilden sie heute einen umsatzstarken Bestandteil der Entertainment-Branche. In der Anfangszeit war der Eintritt zu Musikfestivals häufig umsonst, dagegen verlangen Veranstalter mittlerweile Ticketpreise in dreistelliger Euro- oder Dollar-Höhe. Auch der deutsche Konzert- und Veranstaltungsmarkt stellt ein Milliardengeschäft dar, jährlich verkaufen Anbieter über 100 Millionen Tickets mit steigender Tendenz.

 

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Der Gesamtumsatz der Festivalindustrie liegt inzwischen bei knapp 10 Milliarden Euro.

Diese Entwicklungen sind auch auf den zunehmenden Druck zurückzuführen, unter dem Künstler und Labels stehen, da durch die Digitalisierung und den Siegeszug der neuen Medien die Erlöse aus dem Verkauf von Tonträgern stark sinken. Sie sind darauf angewiesen, die Umsatzrückgänge durch eine Steigerung der Erlöse aus Ticket-Verkäufen zu kompensieren. Dementsprechend wächst die Bedeutung der Festivals und Konzerte für die Musikindustrie.

 

Big Player im Festival Business

 

Anders als früher reicht es heute nicht aus, eine Wiese oder einen anderen Veranstaltungsort zu pachten und ein paar Künstler einzuladen, um ein gelungenes Festival zu veranstalten. Die Besucher dieser modernen Lifestyle-Events erwarten eine gut organisierte Infrastruktur und ein ansprechendes Rahmenprogramm. Meist sind nur große Unternehmen in der Lage, diese Anforderungen zu erfüllen. Die beiden US-amerikanischen Konzerne Live Nation und AEG Live (Anschutz Entertainment Group) beherrschen diesen Teil des Musik-Business. AEG Live und Live Nation ist es in den letzten Jahrzehnten gelungen, ihre Expansion weltweit auszudehnen und die Veranstaltung von zahlreichen Festivals zu übernehmen. AEG Live organisiert unter dem Label Goldenvoice das legendäre Coachella und das weltbekannte New Orleans Jazz Festival. Der in seiner heutigen Form im Jahre 2005 entstandene kalifornische Konzern Live Nation Entertainment weitet derzeit seine Aktivitäten in Europa aus und übernahm letztes Jahr das Openair Frauenfeld. Zu den rund 70 Festivals, die Live Nation jedes Jahr durchführt, gehören außerdem so bekannte Events wie das Wilderness Festival in Oxford sowie Rock am Ring und Rock im Park. Aber auch deutsche Veranstalter sind im Markt vertretet. So führt zum Beispiel der FKP Scorpio Konzern Jahr für Jahr zahlreiche Festivals durch, unter anderem das Hurricane, Southside und Chiemsee Summer.

 

Die Besucher und Künstler profitieren von der professionellen Organisation der Festivals in verschiedener Hinsicht, von der stark verbesserten Sound-Qualität der Konzerte bis hin zu sanitären Anlagen und Sicherheitsstandards. Andererseits kann diese zunehmende Kommerzialisierung von Festivals zulasten von künstlerischer Kreativität gehen und die Veranstaltungen weniger attraktiv machen, wenn sie an authentischer Atmosphäre einbüßen.

 

Festivals in Deutschland

 

In Deutschland finden Jahr für Jahr ungefähr 500 Musikfestivals statt. Neben Mega-Events, zu denen Zehntausende musikbegeisterte Besucher strömen, veranstalten Anbieter auch kleinere Festivals. Wacken Open Air, das seit dem Jahr 1990 läuft, gilt als weltweit größtes Heavy Metall Festival. Das norddeutsche Musik-Event dauert drei Tage, an denen mehr als einhundert Künstler auftreten, und genießt mittlerweile Kultstatus. Nature One findet im Hunsrück als bedeutendes internationales Festival für elektronische Musik auf der früheren Raketenbasis Pydna statt.

 

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Auch das seit dem Jahr 2015 veranstaltete Parookaville in Weeze bietet elektronische Live-Musik vom Feinsten. Darüber hinaus begeistert es die Besucher mit seiner Konzeption vom Festival-Dorf: Auf dem einstigen Militärflughafen finden die Gäste Einrichtungen wie eine Kirche, ein Gefängnis, ein Schwimmbad und einen Supermarkt. Die Paookaville Bürger erhalten einen neuen Pass und zahlen mit einer eigenen Parookaville Währung. Und dann wäre da natürlich noch Rock am Ring: Zu dem Festival, das seit 2017 wieder am Nürburgring stattfindet, kommen jährlich über 90.000 Besucher.

 

Rock im Park in Nürnberg: Höhepunkt des Festival-Sommers

 

Bayern belegt den Spitzenplatz bei Musikfestivals, denn auf den Freistaat entfallen 18 Prozent aller derartigen in Deutschland veranstalteten Events. Zu den bekanntesten gehört das Nürnberger Großevent Rock im Park. Es findet seit 1997 im Frühsommer drei Tage lang auf dem Zeppelinfeld statt und wird von Live Nation organisiert. Mit rund 80.000 Besuchern ist Rock im Park eines der größten Festivals Deutschlands. Da sich der Veranstaltungsort in Innenstadtnähe befindet, können Festivalbesucher zwischendurch die City besuchen, um Sightseeing zu betreiben, zu shoppen oder essen zu gehen. Ältere Musikfans entscheiden sich zunehmend dafür, in Hotels und Pensionen zu übernachten. Auch aus diesen Gründen besitzt Rock im Park eine große Bedeutung für die lokale Wirtschaft.

 

Sponsoring auf Festivals

 

Festivals stehen bei Sponsoren hoch im Kurs: Sie bieten ihnen die ideale Umgebung, um Zielgruppen mit ausgeklügelten Marketingstrategien zu erreichen. Hier lassen sich junge Kunden auf emotionale Weise ansprechen, sodass im besten Fall eine nachhaltige Bindung an Produkt und Hersteller entsteht. Allerdings müssen Unternehmen hohe Hürden nehmen, um als Sponsoren zugelassen zu werden: Veranstalter achten darauf, dass der Auftritt der Sponsoren zum Charakter des Festivals passt und nicht zu dominant ausfällt. Maßgeschneiderte Konzepte für einen gelungenen Auftritt schaffen einen wahrnehmbaren Mehrwert für Festivalbesucher und -veranstalter. Getränkehersteller Coca Cola und Pepsi haben genau wie Banken und andere Finanzdienstleister sowie Autohersteller die Marketing-Möglichkeiten des Branded Entertainment entdeckt. Wie sehen Sie das Sponsoring großer Unternehmen auf Festivals? Ist es ein Zugewinn oder eher störend? Und natürlich: Gehen Sie auch in den warmen Sommermonaten gern auf Festivals?

 

Fazit:

 

  • zwei große, US-amerikanische Entertainment-Konzerne organisieren weltweit einen Großteil aller Festivals
  • in den letzten Jahrzehnten lässt sich eine erhebliche Professionalisierung der Planung und Durchführung von Festivals beobachten
  • Sponsoring auf Festivals bietet die Möglichkeit, Verbrauchergruppen gezielt und wirkungsvoll anzusprechen

Kommentare
von Castellofon
am ‎16.10.2018 00:09

Nur eine Bitte an die Layout-Abteilung, gilt nicht nur für diesen Beitrag: bitte links einen Randabstand einstellen. Danke!

 

von
‎16.10.2018 10:07 , bearbeitet ‎16.10.2018 10:08

@Castellofon

Und wenn Du noch schreibst, bei welchen Auflösung bzw. Bildschirmgröße der Rand fehlt, könnte das geändert werden. Bei einer "normalen" Bildschirmgröße hat man auf beiden Seiten viel Rand.

von Castellofon
am ‎16.10.2018 19:27

Tritt anscheinend tatsächlich nur beim iPad (älter, Mini, Standardeinstellungen) aufimage.pngKann ich mit leben, danke für's feedback