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Fastfood an der Börse: Diese Firmen ernähren Sie und Ihr Depot

Unternehmen wie McDonald‘s, Burger King, Pizza Hut oder Kentucky Fried Chicken bringen nicht nur mehr Gewicht auf die Waage – sie können auch dafür sorgen, dass die Rendite im Depot wächst. Hier erfahren Sie, wo Sie an der Börse im wahrsten Sinne des Wortes gleich doppelt anbeißen können.

 

Das Burger-Imperium: McDonald’s

Ein Happy Meal, ein Big Mac, die McFlurry Eiscreme oder einfach der schnelle Cheeseburger auf die Hand – es gibt wohl kaum einen Menschen, der die Klassiker des Fastfood-Riesen McDonald’s in seinem Leben noch nicht probiert hat. Wie auch? Immerhin betreibt der amerikanische Konzern weltweit mehr als 36.000 Schnellrestaurants  in über 100 Ländern. Davon sind etwa 80% als Franchise-Unternehmen vergeben. Mehr als 70 Millionen Menschen besuchen täglich einen McDonald’s-Restaurant.

 

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McDonalds Filiale am Frankfurter Flughafen.

 

Das Unternehmen ist seit 1965 an der Börse notiert. Immer wieder erfindet sich McDonald’s neu: In regelmäßigen Abständen bietet der Burger-Riese für eine begrenzte Zeit und in limitierten Mengen speziell konzipierte Menü-Varianten an – vielleicht erinnern Sie sich an die „Los Wochos“ oder die „Hüttengaudi“. Neben dem Burger-Geschäft wurde im Laufe der Jahre eine weitere Sparte entwickelt: Das McCafé-Konzept. Hierzu wurde in die bestehenden Filialen eine integrierte international erfolgreiche Coffeeshop-Kette eingebunden. Neben Kaffee- und Teespezialitäten gibt es hier auch Gebäck, Croissants und Muffins.

 

Um sich seine gute Position an den Märkten auch in Zukunft zu sichern, will der Konzern vor allem die vier Kernmärkte vorantreiben, die aktuell schwächeln. Neben Amerika und Deutschland zählen dazu auch Australien und Japan. Denn vor allem jüngere Kunden fliehen in Scharen zur vermeintlichen gesünderen Konkurrenz. Zuletzt litt der Konzern zudem unter dem starken Dollar, der im Ausland erwirtschaftete Erlöse beim Umtausch in die US-Währung drückt. Der Gewinn des weltgrößten Fast-Food-Konzerns fiel im ersten Quartal 2015 um etwa ein Drittel zum Vorjahreszeitraum auf 811,5 Millionen Dollar (752 Millionen Euro). Die Aktie hat sich hingegen in den letzten Monaten aufgrund des starken Dollars aus Sicht eines Euroinvestors positiv entwickelt.

 

Die größte Schnellrestaurant-Kette der Welt: Yum! Brands

Wenn Sie dachten, McDonald’s sei die größte Fastfood-Kette der Welt, haben Sie sich getäuscht. Das ist unser nächstes Beispiel, welches ebenfalls für die Kombination „Börse und Fastfood“ steht: Yum! Brands.

Yum! Brands wurde im Jahr 1997 damals noch unter dem Namen TRICON Global Restaurants gegründet. 2002 erfolgte dann die Umbenennung in Yum! Brands. Heute steht dieser Name für die größte Systemgastronomie-Kette der Welt, die sogar vor dem Evergreen McDonald’s rangiert. Yum! Brands betreibt in Eigenregie und als Franchisegeber über 41.000 Filialen in mehr als 125 Ländern.

 

Auch wenn Sie Yum! Brands vielleicht noch nicht kannten, werden Ihnen die Marken etwas sagen: Denn dazu zählen KFC (Kentucky Fried Chicken), Pizza Hut und Taco Bell. Bis zum Jahr 2013 gelang Yum! Brands eine unglaubliche Erfolgsgeschichte: Das Unternehmen konnte den Gewinn je Aktie ganze 11 Jahre in Folge steigern. Doch 2013 sorgte ein Lebensmittelskandal in China für den Einbruch der Erfolgsserie. Über die sozialen Netzwerke hatte sich rasant verbreitet, dass chemische Rückstände bei Kentucky Fried Chicken gefunden wurden. Die Folge: Umsatz und Gewinn brachen in China prozentual zweistellig ein. In einem Markt, in dem der Konzern 50 % seines Jahresumsatzes erwirtschaftet.


Als direkte Maßnahme sorgte Yum! Brands für eine verschärfte Kontrolle der Zulieferer und warb in Werbekampagnen für mehr Vertrauen. Mit den Maßnahmen möchte das Unternehmen in diesem Jahr den chinesischen Markt wiederaufbauen. Und hier startet Yum! Brands auch die nächste Offensive: Pizza Hut soll China erobern. Die Zahl der Filialen soll auf 1.000 verdoppelt werden. Mit einem Jahresumsatz von über 13,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2014 ist Yum! Brands eines der umsatzstärksten Unternehmen der Fast-Food-Branche.

 

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Burger King: Der Börsenrückkehrer

Was der größte McDonald’s-Konkurrent Burger King macht, liegt auf der Hand: Die Burger King Inc. betreibt Fast-Food-Hamburgerrestaurants. Mit über 14.000 Filialen in fast 100 Ländern hat auch Burger King sich seinen Rang als einer der größten Fastfood-Ketten der Welt erarbeitet und ist auf dem ganzen Globus vertreten. Eine Vielzahl der Filialen sind Franchise-Restaurants. Durch diese generiert der Burger-Konzern Einnahmen über Franchise-Gebühren und in Teilen über Leasinggebühren für Restaurantimmobilien. Im Oktober 2010 wurde Burger King nach dem Kauf durch den Finanzinvestor 3G Capital von der Börse genommen., kehrte aber im Sommer 2012 an die Börse zurück. 3G Capital behielt 71 % der Anteile und blieb Hauptaktionär.

 

Ende 2014  entstand durch den Zusammenschluss der Unternehmen Burger King und Tim Hortons der  Konzern Restaurant Brands International Inc., der für diese als Dachunternehmen fungiert. Dieses gehört aktuell zu einem der weltweit größten Ketten von Schnellimbiss-Restaurants.

 

In Deutschland kam Burger King 2014 in die negativ Schlagzeilen. Bei einem großen Franchisenehmer wurden erhebliche Hygienemängel und Verstöße gegen vertraglich vereinbarte Arbeitsbedingungen festgestellt. Um die Kunden wieder für sich zu gewinnen testet Burger King aktuell in einigen deutschen Städten einen Lieferservice. Der bei Erfolg auch flächendeckend ausgerollt werden soll.

Shake Shack

 

Neben den wichtigsten hier aufgezählten Fastfood-Marken gibt es noch andere Wettbewerber, die aktuell Marktanteile schnell erobern. So ist einer kleinen New Yorker Burgerkette Shake Shack dieses Jahr ein spektakulärer Start an der Börse gelungen. Der Ausgabepreis von 21 Dollar stieg zum Handelsstart um 123 % auf 47 Dollar.

 

Geschichte von Shake Shack begann 2001 mit einem Hot-Dog-Wagen in Madison Square Park in New York, das erste Restaurant wurde 2004 eröffnet. Seither hat der Edelimbiss immer mehr Anhänger, vor allem in New York. Oft stehen die Kunden für das anscheinend gesündere Fastfood Schlange. Momentan verfügt die Burger-Kette erst über 66 Filialen, über die Hälfte davon in den USA. Mit den Erlösen aus dem Börsengang will Shake Shack weiter expandieren. Pro Jahr will das Unternehmen zehn neue Restaurants eröffnen. Mittelfristig sind 450 Standorte geplant. Möglicherweise kommt die Edel-Fast-Food-Kette auch nach Deutschland.

 

Shake Shack verdiente im vergangenen Jahr bis Ende September 3,5 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 83,8 Millionen Dollar. Die Expansion mit der Eröffnung von 20 neuen Restaurants drückte die Gewinne. McDonald's mit seinen über 36.000 Lokalen machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 27,44 Milliarden Dollar und ist an der Börse rund 90 Milliarden Dollar wert. Das macht rund 25 Millionen Dollar Börsenwert pro Restaurant bei Shake Shack und nur 2,5 Millionen bei McDonald's.

 

Wie sehen Sie die Entwicklung in der Fastfood-Branche? Würden Sie in eins der aufgezählten Unternehmen investieren? Oder ist Fastfood auch für das Depot ungesund?