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Fast Food-Aktien – auch nach Corona?

von ‎06.10.2020 15:19 , bearbeitet ‎06.10.2020 15:21
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Jeder kennt sie, Viele lieben sie – die Systemgastronomien. Wieso das so ist und wie es nach der Coronakrise um die finanzielle Situation steht, lesen Sie hier.

 

Hans im Glück, McDonald‘s, Subway, L'Osteria, Vapiano, The ASH – American Steak House und Co. spielen mit ihren Burgervariationen, Express-Sandwiches, Pizzaspezialitäten und üppigen amerikanischen Steaks schon seit Längerem eine zunehmende Rolle in unserem kulinarischen Leben. Das spiegelte sich bislang auch in der finanziellen Gesundheit der Unternehmen wider: Bis 2019 verzeichnete die Branche laut Bundesverband der Systemgastronomie e. V. ein stetes Wachstum. Das war vor der Coronakrise und somit vor dem Einbruch für die gesamte Gastronomie.

 

Fast Food-Branche mit Wachstumspotential

Das Thema Fast Food wird seit Jahren kritisch beäugt. Dabei stehen Aspekte wie Tierhaltung, Umweltschutz und gesunde Ernährung im Fokus. Aber die Systemgastronomie hat mehr zu bieten als Quickservicefilialen. Es zählen auch Restaurantketten mit ihren Spitzenreitern Block House, L'Osteria und Hans im Glück dazu. Der OC&C Systemgastronomie-Index für das Jahr 2019 zeigt auf, dass gerade diese beliebt sind: Von den zehn bestbewerteten Marken sind sieben Restaurantketten.

 

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Aber was schätzen die Deutschen an Systemgastronomien? Ausschlaggebend ist vor allem die Kombination dreier Faktoren:

  • Speisen schnell und frisch auf dem Tisch
  • Qualität zu einem guten Preis
  • Essen in entspannter Atmosphäre

Daher zeigt sich in dieser Branche auch in Zeiten der Abwendung von Fast Food ein starkes Wachstumspotenzial. 2019 erwirtschaftete die deutsche Systemgastronomie 25 Milliarden Euro Umsatz. Dann kam das Jahr 2020 und mit ihm die Coronakrise.

 

Corona und die (System-)Gastronomie

Vor allem für die Gastronomie haben die Schutzmaßnahmen im Zuge der Coronapandemie finanzielle Folgen gehabt. Denn Restaurantbesitzer waren die Ersten, die ihre Türen für Kunden schließen mussten. Damit gingen Umsatzeinbußen von bis zu 85 Prozent einher.

Das galt in vergleichbarem Ausmaß auch für Systemgastronomien: Selbst wenn Drive-ins geöffnet waren oder Take-away-Angebote weiterhin Bestand hatten, sanken hier die Umsätze oft auf die Hälfte, teilweise blieben sie sogar zu 100 Prozent aus. Denn einige Restaurants mussten ebenfalls komplett geschlossen werden. Die Entscheider von L'Osteria beispielsweise stellten den Betrieb in den 102 Restaurants vorerst ein.

 

Finanzlage – gestern und heute

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob unsere vor fünf Jahren verwendete Metapher von anzubeißenden Aktien auch heute noch zutrifft. Ein Blick in die Zahlen gibt Aufschluss darüber.

 

Das Down von Vapiano

Für einige Systemgastronomien sahen die Zahlen bereits vor der Coronakrise schlecht aus. Das zeigt sich am Beispiel Vapiano: Seit 2018 befand sich die Aktie im Abwärtstrend. Dabei kam es zu einem Wertverlust von 97,9 Prozent. Ihr All Time Low verzeichnete die Aktie des Unternehmens im Oktober 2020 mit 0,06 Euro. Mit einer neuen Investorengruppe und der Wiedereröffnung von bis zu 30 Restaurants soll die finanzielle Lage aufgebessert werden.

 

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Wertentwicklung von Vapiano in den letzten 5 Jahren. Angaben zu früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

 

YUM! Brands-Aktien als Halteposition

Ein gegenteiliges Beispiel stellt YUM! Brands dar. Die Fast-Food-Kette aus den USA kennt man durch ihre Marken Kentucky Fried Chicken und Pizza Hut. Als größte Systemgastronomie-Kette gelang es dem Unternehmen, die Gewinne der Aktien elf Jahre lang zu steigern. Von den 50.000 Restaurants, die weltweit bestehen, mussten während der Coronakrise jedoch 11.000 geschlossen bleiben.

 

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Wertentwicklung Yum!-Brands in den letzten 5 Jahren. Angaben zu früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

 

Nach einem Einbruch im März 2020 von fast 50 Prozent stiegen die Aktien wieder an. Beim Umsatz selbst wurden keine Verluste verzeichnet. Aktuell liegt der Kurs bei knapp 79 Euro. Vom eigenen All Time High, das sich 2019 auf 102,38 Euro belief, ist dieser Betrag nicht weit entfernt. Im Vergleich: Der Vapiano-Kurs verzeichnet momentan etwa 6 Cent. Wie schnell zum Tagesgeschäft zurückgekehrt werden kann, wird über die Zukunft der YUM! Brands-Aktien entscheiden.

 

Dauerbrenner McDonald's?

Wo der Fast-Food-Gigant McDonald‘s vor einigen Jahren noch Kursgewinne von 400 Prozent aufzeigte, stehen heute rote Zahlen. Das ist untypisch für das seit 1965 an der Börse notierte Unternehmen. Vergangenes Jahr erzielte McDonald's in Deutschland noch einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro und führte somit die Liste der umsatzstärksten systemgastronomischen Unternehmen an.

 

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Wertentwicklung McDonald’s in den letzten 5 Jahren. Angaben zu früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

 

Besonders hart trifft das McDonald's selbst. In der Vergangenheit kaufte das Unternehmen mehr eigene Aktien zurück. Hierdurch und durch die Auszahlung von Dividenden an Aktionäre stieg der Aktienkurs. Während der Krise ließen sich die Zahlungen an die Aktionäre mit den erwirtschafteten Gewinnen nicht ausgleichen. Das Ergebnis sind Schulden.

 

Fazit: 

  • Restaurantketten sind aufgrund ihrer einheitlichen Konzepte eines schnellen, frischen und kostengünstigen Essens beliebt. Das zeigt sich auch im Wachstumspotenzial
  • Während der Coronakrise haben Gastronomien und Systemgastronomien hohe Einbußen verzeichnet. Drive-ins oder Abholservices konnten nur geringe Abhilfe schaffen
  • Nur auf lange Sicht sind konstant positive Entwicklungen und eine Rendite für Ihr Depot zu erwarten

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