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Falscher Fünfziger - so erkennen Sie Falschgeld

Falschgeld ist nicht nur im Krimi im Umlauf!

Es ist ein altbekanntes Wettrennen: Betrüger versprechen sich seit jeher großen Reichtum von der Falschgeldherstellung. Staaten überall auf der Welt rüsten ihre Währung mit Sicherheitsmerkmalen auf, um sie möglichst fälschungssicher zu machen, und gehen strikt gegen Geldfälscher vor. Dennoch befinden sich auch heutzutage immer mal wieder Blüten im Zahlungsverkehr. Wie verbreitet Falschgeld in der Bundesrepublik ist, welche Folgen gefälschtes Bargeld nach sich zieht und wie es zu erkennen ist, klärt dieser Artikel.

 

Ein paar Fakten rund um das Falschgeldaufkommen in Deutschland


Zwar ist einer Pressenotiz der Bundesbank zu entnehmen, dass das Falschgeldaufkommen bei Euro-Scheinen 2013 in Deutschland um rund 6 % im Vergleich zum Jahr davor gesunken ist. Allerdings hat die Bundesbank 2013 immerhin noch rund 39.000 Euro-Banknoten als Falschgeld identifiziert.

 

Auf diesem Wege kamen laut dieser Pressenotiz sage und schreibe 2,1 Millionen Euro zusammen, die aber eigentlich nicht viel mehr wert waren als das Papier, auf dem sie gedruckt wurden. Damit nicht genug: Sogar vor Münzen machen Geldfälscher nicht halt. 2013 erfasste die Bundesbank rund 52.000 gefälschte Münzen in Deutschland, was laut der Pressenotiz dem Vorjahresniveau entsprach.

 

Falschgeld erkennen.jpgAuf was sehen es die Fälscher am häufigsten ab?

 

Die obigen Ausführungen leiten unweigerlich zu der Frage über, welche Scheine und Münzen Betrüger am liebsten fälschen. Zunächst wäre denkbar, dass nur die Banknoten mit hohen Werten im Fokus stünden. Dies ist allerdings ein Irrglaube. Betrüger wissen offenbar längst, dass zum Beispiel bei einem 200- oder 500-Euro-Schein mit großem Misstrauen zu rechnen ist. Vielleicht auch daher konzentrieren sie sich offenbar eher auf Geldscheine, die wir im Alltäglichen oft in Händen halten.

 

  • Dies legen zumindest die Zahlen der Bundesbank nahe: Laut diesen stand 2013 die 20-Euro-Note bei Fälschern in der „Beliebtheitsskala“ ganz oben. Der benannten Pressenotiz zufolge war diese Banknote mit 39 % der am häufigsten gefälschte Schein im Jahr 2013.
  • Kurz dahinter folgt der 50-Euro-Schein, der nach Aufschlüsselung der Bundesbank 2013 im Bereich der Banknoten 38 % des Falschgeldaufkommens ausgemacht hat.

Bei den Münzen sieht es allerdings anders aus: Hier stand laut Bundesbank tatsächlich die wertvollste Münze – die 2-Euro-Münze – mit 80 % im Jahr 2013 am höchsten im Kurs bei Geldfälschern.

 

Fazit: Wem bewusst ist, welche Scheine und Münzen am häufigsten gefälscht werden, der weiß zugleich, bei welchen Banknoten und Geldstücken er besonders vorsichtig sein sollte. Haben Sie also einen besonderen Blick auf die 20- und 50-Euro-Note sowie auf die 2-Euro-Münze.

Doch vergessen Sie dabei nicht, auch die anderen Noten und Münzen aufmerksam zu begutachten: Auch sie werden, wenn auch seltener, gefälscht! Bei den Münzen betrifft dies laut der Pressenotiz der Bundesbank allerdings nur die 50-Cent-, die 1-Euro- und die 2-Euro-Münze.

 

Falschgeld und seine Folgen

 

Es liegt auf der Hand, dass Falschgeld einen wirtschaftlichen Schaden hervorruft: Derjenige, der als Letzter den gefälschten Schein in Händen hält und ihn als Falschgeld identifiziert, erhält keinen Ersatz. Dies darf allerdings auf keinen Fall Anlass dafür sein, eine untergeschobene und erkannte Blüte einfach weiterzugeben und somit das Problem auf den Nächsten zu verlagern.

Nicht nur das Drucken oder sonstige Fertigen von Falschgeld ist nämlich strafbar, sondern auch das Verbreiten. Mehr hierzu erfahren Sie auch auf den Internetseiten des Bundeskriminalamtes.

 

Heimlich und bewusst weitergeben ist also keine Lösung, doch was sollten Sie tun, wenn Sie eine Blüte erkennen? Ganz einfach: Bringen Sie das Falschgeld zur Polizei! Was Sie darüber hinaus leisten können, damit die Polizei dem Fälscher möglichst schnell auf die Schliche kommt, erfahren Sie ebenfalls auf den Internetseiten des Bundeskriminalamtes in dem Beitrag „Wie verhalte ich mich, wenn ich Falschgeld erhalten habe?“. Denken Sie daran: Sie sind nicht selten ein wichtiger Zeuge, wenn Sie Falschgeld erhalten haben.

 

Wissen schützt!

 

Ihr bester Schutz in Sachen Falschgeld ist Ihr Wissen! Wie eingangs betont, sind Geldscheine und Münzen mit zahlreichen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet. Nur wenn Sie diese kennen und prüfen, können Sie annähernd sicher sein, keiner Fälschung aufzusitzen. Die Bundesbank hält auf ihren Internetseiten sehr umfangreiche Informationen zur Falschgelderkennung und den Sicherheitsmerkmalen bereit. Sie können hier unter anderem jede Vorder- und Rückseite der Euro-Scheine mit entsprechenden Erläuterungen zu den Sicherheitsmerkmalen ansehen.

 

Verlassen Sie sich beim Check, wie im folgenden Video gezeigt, auf die wichtige Grundregel „sehen, fühlen, kippen“, um Geld möglichst umfassend auf Echtheit zu kontrollieren.

 

 

Im Folgenden finden Sie noch ein paar grundlegende Tipps, welche vor naheliegenden Fehlern im Umgang mit Geld, aber auch vor Missverständnissen in Sachen Falschgeld schützen können.

 

  • Werte kennen: Es ist nicht auszuschließen, dass auch sehr dreiste Geldfälschungen in Umlauf kommen. So berichtete die Plattform DerWesten.de zum Beispiel 2013 von einem gefälschten 30-Euro-Schein. Für die Annahme eines solchen Scheines muss nicht nur Unwissenheit verantwortlich sein: Betriebsblindheit, allgemeine Hektik oder etwa eingeschränkte Sehkraft bei älteren Mitbürgern kann bereits Grund genug für einen solchen Fehler sein.
    Dennoch: Merken Sie sich, welche Euro-Scheine (5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro) und Euro-Münzen (1, 2, 5, 10, 20, 50 Cent und 1 und 2 Euro) es gibt, und werfen Sie immer einen achtsamen Blick auf den Nennwert!
  • Neuerungen kennen: Ab und an ist die Einführung neuer Euro-Scheine notwendig – hier ist nicht die Rede von neuen Werten, sondern von neu gestalteten Scheinen, die zum Beispiel eine höhere Fälschungssicherheit bieten sollen. 2013 gab es den neuen 5-Euro-Schein, 2014 folgte der neue 10-Euro-Schein folgen. 
    Setzen Sie sich mit den neuen Scheinen auseinander: Dadurch haben Sie die Möglichkeit, die neuen Sicherheitsmerkmale kennenzulernen, und es erspart Ihnen den Schreck, wenn Sie das erste Mal einen neuen Schein in Händen halten. 
  • Im Urlaub gut gerüstet: Betrüger fälschen nicht nur Euros – jede Währung kann betroffen sein. Erkundigen Sie sich also am besten auch vor einer Reise in ein Land, das eine andere Währung nutzt, über die Sicherheitsmerkmale der entsprechenden Scheine und Münzen sowie über die Stückelungen. Nur so können Sie halbwegs sichergehen, dass Ihnen niemand zumindest grobe Fälschungen im Urlaub unterschiebt. 
  • Verwechslungsgefahr: Vielleicht kennen Sie das Problem noch aus den Zeiten, als der Euro eingeführt wurde: Plötzlich hatte mancher eine italienische 500-Lire-Münze im Portemonnaie anstatt einer 2-Euro-Münze. Die Ähnlichkeit zwischen diesen beiden Münzen war einfach zu groß. Auch heute noch kann es zu solchen Verwechslungen mit Münzen anderer Währung kommen – vielleicht legt es manch einer sogar darauf an, Ihnen eine fremde oder ungültige Währung unterzuschieben. Auch bei Münzen gilt also: Genaues Hinsehen ist Pflicht – und zwar nicht nur zur Falschgeldprävention!

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 Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Das Falschgeldaufkommen in Deutschland ist zwar rückläufig, dennoch besteht die Gefahr, dass auch Sie einmal eine Blüte oder eine gefälschte Münze in Händen halten.
  • Zahlen der Deutschen Bundesbank verraten, dass 2013 bei den Euro-Scheinen der 20er und der 50er offenbar am beliebtesten bei Geldfälschern waren. Bei den Geldstücken gab es im vergangenen Jahr die meisten entdeckten Fälschungen bei der 2-Euro-Münze.
  • Wer Falschgeld entdeckt, muss die Polizei verständigen, um sich nicht selbst strafbar zu machen.
  • Der beste Schutz vor Falschgeld ist Wissen: Setzen Sie sich mit den Sicherheitsmerkmalen von Scheinen und Münzen auseinander, prüfen Sie Ihre Scheine, stellen Sie sicher, dass Sie die Stückelungen kennen, und bleiben Sie auf dem Laufenden bezüglich der Einführung neuer Banknoten.

Eingebundene Videos im Consorsbank Blog haben lediglich informativen Charakter und spiegeln nicht zwingend unsere Meinung wider.