Wissen

... statt vermuten

abbrechen
Suchergebnisse werden angezeigt für 
Stattdessen suchen nach 
Meintest du: 

Einbrüche vermeiden: So schützen Sie Ihr Eigentum!

 

Ein Blick auf die aktuelle Kriminalstatistik des BKA (PDF) zeigt: Deutschland ist ein Paradies für Einbrecher. Nach der dort verfassten Statistik wird alle 3,5 Minuten eingebrochen. Doch wie können Sie die Einbruchsgefahr verringern? Und wie ist nach einem Einbruch richtig vorzugehen? Die Antworten finden Sie hier.


Beim Thema Einbruch ist es nicht anders als bei anderen Versicherungsdingen. Im Nachhinein ist man immer schlauer. Sprich: Häufig machen wir uns erst Gedanken über den richtigen Einbruchsschutz, wenn wir selbst betroffen sind. Das liegt auch daran, dass Vorkehrungen zur Einbruchsprävention beim Bau von Wohnungen oder eines Hauses nicht gesetzlich vorgeschrieben sind. 

Wohnungseinbrüche in Deutschland.jpg

Anders als zum Beispiel beim Brandschutz sind Eigentümer nicht verpflichtet, auf bestimmte Vorkehrungen zu achten, die das Haus oder die Wohnung vor Kriminellen sicherer machen und Einbrüche somit vermeiden. Die erschreckende Folge: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent angestiegen. 149.500 Mal wurde laut BKA-Bericht eingebrochen. Die Schadenssumme belief sich auf 427,5 Millionen Euro.

 

Fünf Tipps, wie Sie Einbrüche vermeiden können

 

Das große Problem: Einbrecher haben es häufig sehr leicht. Das zeigen auch immer wieder Beiträge im Fernsehen, die demonstrieren, wie einfach Einbrecher in Keller einsteigen oder Wohnungstüren aufbrechen können.


1. Vermeiden Sie fahrlässiges Verhalten


Wenn es um die richtige Einbruchsprävention geht, müssen Sie zunächst bei sich selbst anfangen. Es ist wichtig zu wissen: Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster und eine nicht abgeschlossene Tür lässt sich wesentlich leichter knacken. Doch je sicherer man sich in seinem Umfeld fühlt, desto fahrlässiger handelt man. Gerade tagsüber. Doch es ist ein Irrtum, dass Einbrecher eher abends und nachts zuschlagen.

 

Der Tag ist mittlerweile Hauptaktionszeitraum geworden. Das WELT berichtet: Fast 65.000 Einbrüche wurden im letzten Jahr tagsüber begangen.Das ist ein Anstieg von 5,8 Prozent. Die Einbrüche erfolgen meistens zur Schul-, Arbeits- oder Einkaufszeit. Achten Sie also darauf, dass Sie Einbrecher nicht unfreiwillig einladen, indem Sie Türen offen stehen oder die Fenster angekippt lassen, wenn Sie „nur mal kurz einkaufen“ sind. 

 

Fahrlässiges Verhalten vermeiden.jpg

 

2. Nicht an Sicherheit sparen


Gerade wer in älteren Häusern oder auch Altbauwohnungen lebt, kennt es: Es kommt vor, dass ein Fenster nicht mehr richtig schließt oder eine Terrassentür verzogen ist. Deshalb sind ältere Immobilien unsicherer als moderne Häuser. Doch wer hier das Geld für eine Reparatur sparen will, knapst an der falschen Ecke. Denn undichte Türen und Fenster machen Ihr Haus zum Eldorado für Einbrecher. Auch das BKA sieht Handlungsbedarf und geht in seinem Bericht darauf ein, dass mehr für die Einbruchsprävention getan werden muss. Einfache bauliche und technische Maßnahmen können schon zu einer höheren Sicherheit beitragen.


Ein Beispiel sind Verriegelungen mit Pilzkopfzapfen für Fenster und Terrassentüren. Ein Youtube-Video zeigt eindrucksvoll, wie schwierig ein Einbruch bei einem Fenster mit Pilzkopfverriegelung ist. Solche Verriegelungen sorgen dafür, dass sich ein pilzförmiger Zapfen so in eine Schiene schiebt, dass man ihn nicht nach oben aushebeln, sondern nur seitlich herausschieben kann. Kostspieliger, aber je nach Wert Ihres Besitzes sinnvoll sind Alarmanlagen für Ihr Zuhause. Denn häufig versuchen es Einbrecher erst gar nicht, wenn ein Haus gut abgesichert ist.


3. Dokumentieren Sie vorher Ihre Wertsachen


Ein Punkt rückt meist erst nach einem Einbruch ins Bewusstsein– seine Wertgegenstände systematisch in einer Liste festhalten. Das bedeutet zuvor zwar Aufwand, lohnt sich aber für den Ernstfall. Denn Versicherte haben häufig das Problem, zu beweisen, dass Ihnen eine teure Uhr oder hochwertiger Schmuck gestohlen wurde. Um dies zu vermeiden, können Sie mit einer Wertgegenstandsliste Ihr Eigentum katalogisieren und hier detailliert alle Gegenstände samt Beschreibung, Kaufdatum, Neukaufwert und Beleg (Lieferschein oder Rechnung) auflisten. Am besten noch Fotos der jeweiligen Wertsachen hinzufügen. Die Wertgegenstandsliste sollten Sie sicher deponieren. Das BKA bietet auf seiner Präventionsseite k-einbruch.de eine solche Liste zum Download an.


4. Binden Sie Ihre Nachbarn ein


Wenn es um Einbrüche geht, ist die soziale Kontrolle nicht zu unterschätzen. Natürlich können Sie von Ihrem Umfeld nicht verlangen, täglich auf Ihr Heim aufzupassen. Doch zur Urlaubszeit empfiehlt es sich, die Nachbarn zu bitten, während Ihrer Abwesenheit regelmäßig nach dem Rechten zu schauen und am Abend auch mal das Licht einzuschalten.

 

Nachbarn einbeziehen_Einbrüche vermeiden.jpg


 

5. Prüfen Sie Ihre Absicherung


Eigentlich sind Einbrüche über die Hausratversicherung abgesichert. Das gilt für Wertgegenstände ebenso wie für Dinge des täglichen Gebrauchs. Aber nicht uneingeschränkt. Häufig gibt es eine Entschädigungsobergrenze für Wertsachen wie Schmuck, Gold, Briefmarken- und Münzsammlungen. Bei den meisten Hausratversicherungen liegt sie zwischen 15 und 25 Prozent der Versicherungssumme. Beträgt Ihre Versicherungssumme zum Beispiel 100.000 Euro, bekommen Sie maximal 25.000 Euro zurück.


Es ist wichtig, dass Sie in Ihrem Vertrag auf die vereinbarte Versicherungssumme achten. Und das nicht nur bei Vertragsabschluss: Überprüfen Sie hin und wieder, ob die Versicherungssumme noch ausreicht oder ob der Besitzwert möglicherweise gestiegen ist, was im Lauf der Jahre bei vielen der Fall ist. Denn stellt die Versicherung im Schadenfall fest, dass die Versicherungssumme zu gering ist, um eine Neuanschaffung des gesamten Hausrats abzudecken, besteht eine Unterversicherung. In diesem Fall kommt die Versicherung nur anteilig für die Schäden auf.


Checkliste: Vorgehen nach einem Einbruch


Falls es trotz dieser Vorkehrungen doch zu einem Einbruch kommt, gilt diese Checkliste als Orientierung für Ihr richtiges Vorgehen:


• Rufen Sie die Polizei, sobald Sie den Einbruch bemerkt haben.

• Wichtig: Warten Sie auf die Beamten, die den Einbruch dokumentieren und begutachten. Fangen Sie auf gar keinen Fall mit Aufräumarbeiten an. Sie tragen die Beweispflicht vor Ihrer Versicherung. Es wäre fatal, wenn Sie durch die Aufräumarbeiten Einbruchsspuren verwischen und so weniger nachweisen können.

• Lassen Sie unverzüglich alle Kreditkarten, Konten und Handyverträge sperren. (Natürlich nur, insofern Sie Handy und Portemonnaie nicht bei sich hatten.)

• Machen Sie selbst auch Fotos von beschädigten Gegenständen, um die Einbruchschäden festzuhalten.

• Erstatten Sie Anzeige gegen Unbekannt, denn nur dann zahlt auch Ihre Versicherung.

• Informieren Sie Ihre Versicherung.

 

_______________________________________________________________________

 

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Die Zahl der Einbrüche ist 2013 auf 149.500 Einbrüche im Jahr angestiegen.
  • Die Schadensumme liegt bei 427,5 Millionen Euro.
  • Wenige technische Vorkehrungen können den Schutz vor Einbrüchen immens verbessern.
  • Gleichen Sie Ihre Versicherungssumme mit Ihren Wertgegenständen ab. Häufig sind Versicherte unterversichert. Die Folge: Nur ein Teil der Vermögenswerte wird ersetzt.
  • Denken Sie nach einem Einbruch an Ihre Beweispflicht gegenüber dem Versicherer und verständigen Sie die Polizei.
  • Nach einem Einbruch hilft Ihnen unsere Checkliste als erste Orientierung.