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Die fünf größten deutschen Familienunternehmen

Umsatzstarke Familienunternehmen besitzen eine große Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft. Erfahren Sie hier mehr über die größten deutschen Familienunternehmen.

 

Familienunternehmen bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Sie erzielen Jahr für Jahr Umsätze in mehrstelliger Milliardenhöhe und beschäftigten viele Millionen qualifizierte Mitarbeiter. Die Eigentümerfamilien engagieren sich darüber hinaus oft als Stifter und mit Spenden für kulturelle, soziale und ökologische Zwecke.

 

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Die rechtliche Organisation von Familienunternehmen

 

Heute treten große Unternehmen, die im Mehrheitsbesitz von Angehörigen der Eigentümerfamilie stehen, in verschiedenen Rechtsformen auf: Neben Aktiengesellschaften und GmbHs als Kapitalgesellschaften handelt es sich dabei häufig auch um GmbHs und Co. KGs, die ebenfalls das Privileg der beschränkten Haftung genießen. Doch auch heutzutage sind noch zahlreiche bedeutende Familienunternehmen traditionell als Personengesellschaft aufgestellt. Die persönliche Haftung des Inhabers gilt dabei als Ausdruck der besonderen Verantwortung, die der Eigentümer für seinen Betrieb und dessen Mitarbeiter übernimmt. In den letzten Jahrzehnten gewinnt darüber hinaus die Stiftung als rechtliche Organisation zunehmend Bedeutung für Familienunternehmen.

 

Die fünf umsatzstärksten deutschen Familienunternehmen

 

Das Ranking der größten deutschen Unternehmen in Familienbesitz präsentiert sich wie folgt:

 

  • Volkswagen AG
  • BMW AG
  • Schwarz Gruppe (Lidl und Kaufland)
  • Aldi GmbH & Co. KG
  • Robert Bosch GmbH

 

Die Auflistung zeigt auf repräsentative Weise, welche enorme Bedeutung die Automobil- und Zulieferindustrie für den Wirtschaftsstandort Deutschland besitzt.

 

Die Volkswagen AG

 

Die Gründung des größten europäischen Automobilbauers mit Sitz in Wolfsburg erfolgte im Jahre 1937 durch Ferdinand Piech. Durch die Einführung der innovativen Fließbandproduktion in Deutschland revolutionierte er den Fahrzeugbau. Mit der Serienherstellung des VW Käfers, die im Jahre 1945 begann, schrieb der Konzern Automobilgeschichte und avancierte in den folgenden Jahrzehnten zur einem der wichtigsten internationalen Autobauer. Die Volkswagen AG verkauft heute PKW sowie Nutzfahrzeuge unter zahlreichen Marken, die weltweit einen ausgezeichneten Ruf genießen, wie zum Beispiel Volkswagen, Audi, Lamborghini, Porsche, Bentley, Ducati, MAN, und Scania. Darüber hinaus erbringt VW auch Dienstleistungen im Bereich von Logistik und Finanzen. Allen Turbulenzen zum Trotz, denen sich VW in Folge der Diesel-Affäre ausgesetzt sieht, ist es dem Wolfsburger Autobauer gelungen, einen Fahrzeugabsatz von weit über 10 Millionen Stück und eine deutliche Gewinnsteigerung gegenüber dem Vorjahr, der für 2016 bei mehr als 217 Milliarden Euro lag, zu erzielen. Heute steht VW mehrheitlich im Besitz der Porsche Automobil Holding AG, die von den Eigentümerfamilien Porsche und Piech geleitet wird.

 

Die BMW AG

 

Die Bayerische Motorenwerke Aktiengesellschaft hat ihren Sitz in München und zählt zu den führenden internationalen Herstellern von Premium-PKWs. Der Ursprung von BMW geht auf das Jahr 1916 zurück. Jedoch gelang der Aufstieg zu einem Big Player nach verschiedenen überstandenen Krisen erst in den 60er Jahren. Als größte Anteilseigner besitzen die Angehörigen der Eigentümerfamilie Quandt, Susanne Klatten und Stefan Quandt, mehr als 46 Prozent der Aktien. Für das abgelaufene Geschäftsjahr gab das Unternehmen ein Anstieg der Verkaufszahlen um vier Prozent auf 2,4 Millionen Fahrzeuge bekannt. Im Jahr 2016 schaffte der BMW Konzern einen Gesamtumsatz in Höhe von 94 Milliarden Euro.

 

Die Schwarz Gruppe

 

Diese GmbH gehört zu den führenden Einzelhandelskonzernen Europas und unterhält seinen Sitz in Neckarsulm. Mit Lidl und Kaufland betreibt die Schwarz Gruppe sowohl eine der größten Discounter-Ketten als auch einen bedeutenden Vollsortimenter. Dieter Schwarz gründete 1973 als Pionier im modernen Lebensmitteleinzelhandel seinen ersten Discounter-Markt in Ludwigshafen. Daraus entwickelte sich in wenigen Jahrzehnten das Lidl- und Kaufland-Imperium. Nach dem Rückzug von Dieter Schwarz aus dem operativen Geschäft übertrug er seine Anteile auf eine Stiftung mit dem Zweck, die Anteile an der Schwarz Beteiligungs GmbH zu halten, die wiederum die Anteile an der Kaufland KG und Lidl KG besitzt. Der Umsatz für das Geschäftsjahr 2016/2017 lag bei über 90 Milliarden Euro.

 

Die Aldi Gruppe

 

Die beiden Brüder Theo und Karl Albrecht bauten den kleinen Lebensmittelladen ihres Vaters zu der führenden Discounter-Kette Deutschlands aus. Anfang der 60er Jahre erfolgte die Aufteilung des Konzerns in Aldi Nord und Süd. Beide Aldi-Teile kooperieren eng miteinander und stimmen ihr Sortiment aufeinander ab. Die Unternehmen befinden sich vollständig in Familienbesitz. Dabei besitzen Angehörige Anteile an den drei Stiftungen Jakobus, Lukas und Markus. Insgesamt betreiben Aldi Nord und Süd mehr als 4.000 Filialen im Bundesgebiet. In den letzten Jahrzehnten hat Aldi seine internationale Expansion fortgesetzt und ist unter anderem besonders stark in Frankreich sowie in den Benelux-Ländern vertreten. Für das Jahr 2016 gab der Konzern bekannt, dass er einen Gesamtumsatz von über 28 Milliarden Euro erzielt hat.

 

Die Robert Bosch GmbH

 

Der heutige Mischkonzern Robert Bosch GmbH wurde im Jahr 1886 von dem deutschen Ingenieur Robert Bosch gegründet. Den Durchbruch erzielte Bosch mit einem optimierten Magnetzünder für Gasmotoren. Heute besteht das Unternehmen aus einer großen Automobilzulieferersparte sowie den Geschäftsbereichen Industrietechnik, Verpackungstechnik, Gebäudetechnik und Solartechnik. Meilensteine auf dem Weg zum internationalen Großkonzern waren u. a. die Erfindung des Elektronischen Stabilitäts-Programms ESP für Automobile sowie die Einführung der Lithium-Ionen-Technik für akkubetriebene Elektro- und Gartenwerkzeuge. Stand heute hat das Unternehmen mit Hauptsitz in Stuttgart weltweit 375.000 Beschäftigte an ca. 260 Standorten. Mit 73,13 Milliarden Euro erzielte die Robert Bosch GmbH im Jahr 2016 den bislang höchsten Umsatz der Firmengeschichte. 92 % der Unternehmensanteile hält die Robert Bosch Stiftung. Die zugehörige Robert Bosch Industrietreuhand KG ist auch heute noch mit vielen Familienmitgliedern besetzt.

 

Fazit:

 

  • Drei der fünf größten deutschen Familienunternehmen gehören zur Automobil- bzw.  Zulieferbranche
  • Mit Aldi und Lidl sind außerdem zwei der führende Handelskonzerne in diesem Ranking vertreten
  • Sämtliche der aufgelisteten Familienkonzerne agieren mit großem Erfolg als weltweite Anbieter