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Die eindrucksvolle Entwicklung der Metro Group

Die Metro Group hat sich von einem deutschen Großhändler für Food- und Non-Food-Produkte zu einem international erfolgreichen Handelskonzern entwickelt.

 

Auf dem Weg vom Großhändler mit Selbstbedienungsmärkten bis zum Cash & Carry in Elektrofachmärkten zeigt die Metro Group eine spannende Entwicklung.

Der heutige Erfolg der Metro Group begann mit einem ebenso naheliegenden wie wirkungsvollen Gedanken: Einzelhändler kaufen ihre Waren in einem Selbstbedienungs-Großhandelsmarkt und können sie direkt mitnehmen. Wilhelm Schmidt-Ruthenbeck, einer der Gründer des Unternehmens, hatte diese Idee und schaffte damit mehr Flexibilität für kleinere Einzelhandelsgeschäfte, Kioske oder die Gastronomie. Gemeinsam mit seinem Bruder Ernst Schmidt gründete er 1963 in Essen den ersten Metro Großmarkt. Bereits ein Jahr später folgte die zweite Filiale in Mülheim an der Ruhr.

 

Metro-Group.jpg

Metro Group Konzernsitz in Düsseldorf, Quelle: Unternehmen

 

Metro Großmärkte schaffen Flexibilität im Einzelhandel

 

Bis zur Gründung der ersten Metro Großmärkte waren Gastronomiebetriebe, Einzelhändler und andere gewerbliche Kunden darauf angewiesen, ihre Waren über einen Lieferservice zu beziehen. Das bedeutete, dass sie rechtzeitig Bestellungen aufgeben und bis zur Lieferung der Waren warten mussten. Es konnte eine Woche und länger dauern, bis die nächste Lieferung eintraf. Die Gründer der Metro Group, Ernst Schmidt und Wilhelm Schmidt-Ruthenbeck, entstammten selbst einem Unternehmen, das Einzelhändler mit Waren belieferte. Ihr Vater hatte bereits 1923 die Firma Karl Schmidt OHG in Duisburg gegründet und belieferte vorwiegend Lebensmittel-Einzelhändler, die an die SPAR-Gruppe angeschlossen waren.

 

In einigen Regionen Nordrhein-Westfalens existierten bereits die Großmärkte Ratio und Handelshof. Dort konnten Kunden auch kurzfristig Ware beziehen, indem sie diese selbst einkauften und mitnahmen. Erst mit den Cash & Carry Großmärkten formte Metro aus dieser Vorlage ein neues Geschäftsmodell im Bereich Großhandel. Ein riesiges Produktangebot an Groß- und Mehrfachpackungen zu Einkaufspreisen stand den Kunden der Metro Großmärkte offen und weckte Ideen, das eigene Sortiment auszudehnen. Mit der Eröffnung des zweiten Großmarktes in Mülheim an der Ruhr ging die Gründung des Unternehmens Metro-SB-Großmärkte GmbH & Co. KG einher.

 

Dazu schlossen sich die Gebrüder mit der Familie Schell zusammen, die ebenfalls auf dem Großhandels-Sektor aktiv war. Als weiterer Gesellschafter stieg Ende der 1960er Jahre das traditionsreiche Ruhrgebiets-Unternehmen Franz Haniel & Cie. GmbH in das Geschäft mit ein.

 

Internationale Ausdehnung der Metro-Großmärkte

 

Anders als andere Unternehmen der Branche setzte Metro sehr stark auf Expansion. Innerhalb der ersten zehn Jahre nach der Unternehmensgründung entstanden deutschlandweit Metro-Großmärkte. Bereits 1967 kam es zu einer ersten Kooperation mit dem niederländischen Großhändler SHV Holdings NV. Unter dem Namen MAKRO eröffneten beide Unternehmen gemeinsam nun auch in den Niederlanden Filialen. Später erschlossen sie weitere Länder Europas, darunter auch Portugal und Spanien. Ferner folgten Cash & Carry Märkte in verschiedenen Ländern Afrikas und Asiens. Der Metro-Konzern entwickelte sich fortan zu einem interkontinental agierenden Unternehmen auf dem Gebiet des Food- und Non-Food-Großhandels.

 

Vielfältige Aktivitäten im Einzelhandel

 

Im Jahr 1996 kam es zur Verschmelzung der Metro Cash & Carry mit dem Einzelhandelskonzern Galeria Kaufhof. Es folgten Fusionen mit den Unternehmen Deutsche SB-Kauf AG und Asko Deutsche Kaufhaus AG. Beide Aktiengesellschaften hatten zuvor Einzelhandelsmärkte der ehemaligen Konsum- und co op AG übernommen. Dazu gehörten Einzelhandelsketten wie die Huma Einkaufszentren, Primus Sportwelt, der Schreibwarenhersteller Pelikan und die MHB Handel AG. Gleichzeitig wurde aus der Metro SB-Großmärkte GmbH & Co. KG die Aktiengesellschaft Metro AG. Metro entwickelte sich mit dieser Verschmelzung zu einem der großen Einzelhändler auf dem deutschen Markt. Bereits 1998 übernahm die Metro AG die Allkauf SB-Warenhäuser.

 

Zur neuen Metro AG gehörten bald namhafte Einzelhandelsketten:

 

  • die Computerhandelsunternehmen Maxdata und Vobis
  • die Adler Modemärkte
  • die Schuhhandelskette Reno
  • der Lebensmitteldiscounter Tipp
  • der Möbeldiscounter Roller
  • die Baumarktketten Praktiker, Top-Bau und Extra Bau+Hobby
  • die Real- und Extra-Vertriebsmärkte
  • die Franchisemarken Bolle und Comet
  • die Elektrogroßmärkte Redcoon.com, Media-Markt und Saturn.

 

Von unrentablen Unternehmensteilen trennte sich Metro rasch. Zunächst überführte sie diese in das Beteiligungsunternehmen Divaco, gegründet zusammen mit dem Gerling-Konzern und der Deutschen Bank. Doch auch aus diesem Arrangement zog sich die Metro AG schließlich ganz zurück.

 

Saturn Mannheim.jpg

Saturn Mannheim, Quelle: Unternehmen

 

Metro-Group: Konzentration auf Großhandel und Elektronik

 

In den Jahren seit 2010 sortierte die Metro-Group ihre Beteiligungen neu und trennte sich von einem Großteil der Unternehmen. Zuletzt fand im Jahre 2015 auch die Galeria Kaufhof AG mit dem kanadischen Handelskonzern Hudson's Bay einen Käufer. Seither konzentriert sich die Metro Group auf die

 

  • Metro Cash & Carry Großhandelsmärkte
  • Elektrogroßmärkte Redcoon.com, Media Markt und Saturn
  • Real-Vertriebsmärkte.

 

Zur Verbesserung der unternehmerischen Flexibilität sowie zur Stärkung der internen und externen Identität erfolgt ab 2017 eine Spaltung in die Bereiche Metro-Real und Media-Saturn. Die Trennung in zwei separate Aktiengesellschaften hat verschiedene Gründe. Sie soll die Transparenz und Effizienz erhöhen, die Unternehmensteile leichter steuerbar machen und beiden Firmen neue Wachstumschancen eröffnen. Für die Aktionäre bedeutet die Teilung, dass sie zusammen einen Anteil von 90 Prozent an der zukünftigen Metro-Real-Gesellschaft behalten. Zur Stärkung des neuen Elektronik-Unternehmens fließen zehn Prozent der ursprünglichen Metro-Aktien in diese Firma ein.

 

Die Metro-Aktie befindet sich zu rund 50 Prozent in Streubesitz. Die übrigen Aktienanteile verteilen sich auf die ursprünglichen Firmenbesitzer Schmidt und Schmidt-Ruthenbeck, Franz Haniel & Cie. GmbH sowie die Familie Beisheim. Erich Kellerhals besitzt einen Anteil von 21,6 Prozent an den Media-Saturn-Märkten. Aktuell ist die Metro-Aktie im MDAX gelistet. Nach Bekanntgabe der Aufspaltung im Sommer 2016 kam es zunächst zu Aktienverkäufen. Nachdem das Unternehmen eröffnete, dass eine Kapitalerhöhung nicht geplant sei, zeigte die Aktie durch neue Käufe eine positive Entwicklung.

 

Fazit:

 

  • Metro blickt auf eine rasante Unternehmensentwicklung zurück.
  • Entwicklung von regionaler zu internationaler Bedeutung in nur zehn Jahren.
  • Übernahme zahlreicher Einzelhandels-Ketten in den 1990er Jahren.
  • Neuordnung der Metro-Group-Anteile in 2010 mit Konzentration auf drei Geschäftsbereiche.
  • Ausgliederung der Tochterunternehmen erlaubt mehr operative Flexibilität.
  • Metro-Aktien befinden sich zu über 50 Prozent im Streubesitz, knapp 50 Prozent halten die Gründerfamilien.

 

Wie sehen Sie die Entwicklung der Metro-Group? Glauben Sie, dass der Konzern auch noch in einigen Jahren erfolgreich sein kann? Diskutieren Sie gerne mit uns und anderen Usern.