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Die Lichtsparte des Philips-Konzerns geht an die Börse

Mit Lighting hat Philips seine Lichtsparte separat an die Börse gebracht. Experten und Anleger sind gespannt auf die Performance der Aktie. Die Abspaltung der Lichtsparte als eigenständige Tochtergesellschaft gehört zum langjährigen Umbau des Konzerns. Damit trennt sich das niederländische Unternehmen von seinen Wurzeln.

 

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Philips im Wandel der Zeit

 

Die Firmengeschichte begann im Jahr 1891, als Frederik Philips zusammen mit seinem Sohn Gerard und zehn Arbeitern in Eindhoven anfing, Glühbirnen zu produzieren. Die Trennung von der Lichtsparte ist also ein historischer Schritt für das Traditionsunternehmen. Nach der Glühbirne nahm Philips Radioröhren ins Produktionsprogramm auf. 1927 gelang mit der Produktion von Röntgenröhren der Einstieg in die Medizintechnik. Im Laufe der Zeit entwickelte sich Philips zu einer festen Größe im Bereich der Unterhaltungselektronik und der kleinen Haushaltsgeräte. Insbesondere mit der Einführung der Compact Cassette und des Kassettenrekorders brachte es Philips zu weltweitem Erfolg.

 

Seit den 1990er Jahren befindet sich der Konzern im Umbruch. Heute konzentriert sich das Geschäft auf kleine Haushaltsgeräte wie elektrische Zahnbürsten, Bügeleisen und Rasierapparate sowie die Medizintechnik. Insbesondere Letztere stufen die Manager des Konzerns als besonders zukunftsfähig ein, von der Zusammenlegung der Sparten Medizintechnik und Verbraucherelektronik erhofft sich der Konzern große Chancen. Die Lichtsparte hingegen, die den Erfolg des Unternehmens einst begründete, steht der Umstrukturierung im Weg. Deshalb erfolgte nun ihre Ausgliederung.

 

Börsenstart der Philips-Lighting-Aktie gelungen

 

Am Donnerstag, dem 26. Mai 2016, gab Philips bekannt, dass plangemäß ein Viertel der Aktien der Lichtsparte Lighting zu einem Abgabepreis von 20 Euro abgestoßen worden sind. Damit konnte der Konzern über die rund 37,5 Millionen Aktien etwa 750 Millionen Euro einnehmen. Den ursprünglichen Ausgabepreis von 22,50 Euro je Anteilsschein konnte das Unternehmen aber nicht realisieren. Nach Insiderangaben pendelte sich der Preis gegen Ende der Abgabe zwischen 19 und 20 Euro pro Anteil ein. Drei Viertel der Aktien verbleiben vorerst bei Philips und sollen in den nächsten Jahren auf den Markt kommen. Bei einem Preis von 20 Euro kommt Philips Lighting auf einen Marktwert von etwa 3 Milliarden Euro. Das Unternehmen realisiert einen jährlichen Umsatz von circa 7,5 Milliarden Euro.

 

Am Freitag, dem 27. Mai 2016, wurde die Philips-Lighting-Aktie zum ersten Mal an der Börse gehandelt. Das Papier schaffte ein solides Debüt mit einem satten Wertzuwachs von zehn Prozent. Zum Schluss des ersten Tages lag Philips Lighting bei 22 Euro pro Aktie. Die Zugeständnisse, die Philips im Vorfeld an den Ausgabepreis gemacht hat, haben den erfolgreichen Börsenstart der Aktie gesichert. Philips geht damit einen ähnlichen Weg wie der Siemens-Konzern, der seine Lichtsparte Osram vor zwei Jahren an die Börse brachte. Der gute Start der Philips-Lighting-Aktie hatte auch einen positiven Effekt auf die Entwicklung der Osram Aktie. Nun bleibt abzuwarten, wie sich die Lichtbranche und damit die Philips-Lighting-Aktie entwickeln wird.

 

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Philips Lighting – kaufen oder nicht?

 

Experten sind sich über die zukünftige Entwicklung der Philips-Lighting-Aktie extrem uneinig. Viele Fachleute erwarten eine ähnliche Entwicklung wie bei der Osram-Aktie, die trotz einiger Talfahrten seit der Ausgabe einen soliden Wachstumskurs zeigt und bereits einige beeindruckende Höchstwerte verzeichnen konnte. Kritiker sehen dagegen große Unterschiede zwischen Osram und Philips. Sie halten die Lighting-Aktie aktuell für überbewertet, da für Philips andere Bedingungen herrschen. Peter Reilly vom New Yorker Analystenhaus Jefferies sieht die Konzerntochter unter Druck, denn in der Lichtbranche ist die Konkurrenz aus dem asiatischen Raum enorm.

 

Darüber hat die bisher sehr gewinnträchtige Branche mit strukturellen Problemen zu kämpfen. Gleichzeitig nimmt die Autolicht-Sparte einen hohen Stellenwert bei Philips Lighting ein. Diese steht zurzeit unter hohem Konkurrenzdruck und gibt diesen an ihre Zulieferer weiter. Wie die Lichtsparte des Traditionsunternehmens in Zukunft abschneiden wird, bleibt also abzuwarten. Seit dem deutlichen Kursanstieg am ersten Handelstag hält das Papier seinen Kurs, kleine Ausreißer nach oben zeichnen sich ab. Der Handel läuft zu Beginn eher zurückhaltend, die Investoren halten ihre Aktien größtenteils und warten ab.

 

Fazit:

 

  • Der Börsengang der Philips-Lighting-Aktie ist gelungen.
  • Der Kurs der Aktie stieg am ersten Handelstag um 10 Prozent von 20 auf 22 Euro
  • Experten beurteilen die weitere Entwicklung sehr unterschiedlich.

 

Wie schätzen Sie die weitere Performance der Aktie von Philips Lighting ein? Haben Sie das Papier in Ihr Depot aufgenommen? Oder halten Sie den aktuellen Wert für überbewertet und erwarten Sie auf Dauer einen fallenden Kurs? Diskutieren Sie mit uns und den anderen Lesern!