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Die Karriere von Dominic Barton

von am ‎15.11.2018 08:33
2 Kommentare

Dominic Barton bestimmte den Kurs des führenden internationalen Consulting-Unternehmens McKinsey in den letzten Jahren maßgeblich. Er eröffnete dem Beratungskonzern zahlreiche neue Beschäftigungsfelder.

 

Die Anfänge seiner internationalen Laufbahn

 

Dominic Barton wurde als Kind kanadischer Eltern im Jahre 1962 in Uganda geboren. Sein Vater arbeitete als anglikanischer Missionar in diesem afrikanischen Land, seine Mutter als Krankenschwester. Im Alter von sieben Jahren zog Barton mit seinen Eltern zurück nach Kanada, wo er später an der University of Columbia studierte. Er schloss sein Studium mit einem Bachelor in Wirtschaftswissenschaften ab und setzte seine Studien dann in Oxford fort. Nach Beendigung des Studiums stieg Barton als Junior-Analyst bei N. M. Rothschild & Sons in London ein. Kurz darauf, im Jahre 1986, wechselte der hochbegabte Wirtschaftswissenschaftler zu McKinsey und begann eine aufsehenerregende steile Karriere.

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Der Aufstieg bei McKinsey

 

Allerdings war zu Beginn seiner Tätigkeit für den Top-Consulting-Konzern nicht abzusehen, dass er es eines Tages an dessen Spitze schaffen würde. Denn es gelang Barton erst im dritten Anlauf, zum Partner ernannt zu werden. Im Jahre 1997 entsandte McKinsey Dominic Barton nach Seoul. Aufgrund seines großen Erfolgs in dieser Position übernahm er in der Zeit von 2004 bis 2009 die Funktion des McKinsey Chairmans für Asien. Er bewährte sich im fernöstlichen Beratungsgeschäft außerordentlich, sodass er schnell in den Fokus als möglicher Kandidat für den Posten als weltweiter CEO McKinseys geriet.

 

CEO bei McKinsey in bewegten Zeiten

 

Im Jahre 2009 war es dann so weit: Dominic Barton trat sein Amt als Vorstandsvorsitzender von McKinsey, auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise, und damit die Nachfolge des langjährigen CEOs Ian Davis, an. McKinsey lässt seinen CEO als Global Managing Partner in einem aufwendigen, alle drei Jahre stattfindendem Verfahren von allen übrigen Direktoren wählen. Aus diesem Grund ist dieses Amt mit einem Status als „Primus inter Pares“ verbunden. Barton eilte der Ruf als ein entschlossener Reformer voraus. Er setzte sich damals gegen seinen Konkurrenten Michael Patsalos-Fox durch, den Mitarbeiter stark fürchteten. Sie hatten Sorge, dass Patsalos-Fox einen gnadenlosen Sparkurs durchsetzen würde. Wie alle Beratungsunternehmen sah sich McKinsey in dieser Zeit erheblichen Problemen gegenüber, die durch die internationale Finanzkrise ausgelöst wurden.

 

Aufträge und Umsätze brachen ein, während McKinsey Monat für Monat hohe Fixkosten in Form von Gehältern für hoch spezialisierte Consulting-Fachleute bezahlen musste. Mit Barton waren Hoffnungen verbunden, dass es ihm gelingen würde, schnell neue Tätigkeitsfelder zu erschließen und neue Auftraggeber zu gewinnen. Tatsächlich bewies der Kanadier sein Akquise-Talent und verhinderte auf diese Weise, dass es bei McKinsey zu einem Personal-Kahlschlag kam. Die wirtschaftliche Bilanz von Dominic Barton kann sich durchaus sehen lassen: Während seiner Amtszeit nahm die Anzahl von Partnern bei McKinsey von 1.100 im Jahr 2007 auf mehr als 2.000 im Jahre 2017 zu. Der Umsatz des Unternehmens liegt nach seriösen Schätzungen bei rund zehn Milliarden Dollar. Heute unterhält McKinsey 127 Büros in 65 Ländern.

 

Nachfolge und Erbe

 

Barton schaffte es dreimal, die Wahl zum CEO zu gewinnen und trat 2018 nicht wieder an. Am 1. Juli 2018 wählten die Direktoren von McKinsey Kevin Sneader zum neuen Global Managing Partner. Der gebürtige Schotte und bodenständige Jurist kündigte nach seiner Ernennung an, sich auf das Core-Business, nämlich die klassische Unternehmensberatung konzentrieren zu wollen. Beobachter sehen darin auch eine Korrektur des Kurses von Dominic Barton, der nach Ansicht vieler leitender Mitarbeiter von McKinsey eine zu starke Öffnung des Consulting-Riesen für neue Geschäftsfelder herbeiführte. Dennoch zählt es zu den unbestreitbaren Verdiensten von Dominic Barton, McKinsey modernisiert zu haben. Die Stärke der Unternehmensberatung, ihre Organisation als verschworene Gemeinschaft von Gleichgesinnten, stellt zugleich auch ihre größte Schwäche dar: Es besteht stets die Gefahr, notwendige Anpassungserfordernisse zu übersehen. So forderte Barton in seiner viel beachteten Rede vor der weltweiten Partnerversammlung McKinseys in Berlin im Jahre 2012 seine Kollegen auf, sich mehr auf die durch Digitalisierung und neue Arbeitsformen revolutionierte wirtschaftliche Umgebung einzustellen. Dominic Barton öffnete McKinsey für neue Kunden und dehnte das Geschäft auf diese Weise aus. Experten schätzen, dass mittlerweile ein knappes Drittel des Umsatzes von McKinsey aus diesen neuen Geschäftsfeldern resultiert.

 

Die neuen Betätigungsfelder

 

Noch heute spielt Dominic Barton eine wichtige Rolle für McKinsey. Seine Position bezeichnet der weltweit führende Unternehmensberater als Global Managing Partner Emeritus, der seine Kollegen mit Expertise und Engagement unterstützt. Außerdem ist Dominic Barton zum 11. Rektor der University of Waterloo (eine kanadische Stadt südwestlich von Toronto) ernannt worden. Darüber hinaus bekleidet der dynamische Macher das Amt des Vorsitzenden des Government of Canada’s Advisory Council on Economic Growth.

 

Fazit:

  • Dominic Barton wurde dreimal zum Global Managing Partner von McKinsey gewählt
  • Er bewältigte die Herausforderungen durch die globale Finanzkrise erfolgreich, indem er neue Consulting-Felder erschloss
  • Während seiner Amtszeit konnte McKinsey seine Geschäftstätigkeit stark ausdehnen und zahlreiche neue Kunden gewinnen

 

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Kommentare
von HajoB
am ‎18.11.2018 15:22

Dominic Barton ist zweifellos ein Spitzen-Manager und Berater. Eine solche Ansammlung von Spitzen-Consultants, die alle ein Mega-Ego haben, neu auszurichten ist wahrlich eine Superleistung.  Vielleicht hat McKinsey in seiner CEO-Zeit allerdings tatsächlich etwas von der führenen Position in der klassischen Stratgieberatung verloren (an BAIN oder Bosten).       

von
‎28.11.2018 17:40 , bearbeitet ‎28.11.2018 17:42

Interessant wäre auch zu wissen, wie sich die Umsätze von McKinsey mit deutschen Regierungs- und Verwaltungsstellen seit 1969 entwickelt haben, als ich zum ersten Mal mit Beratern von dieser Firma Kontakt hatte. Angeblich soll es ja früher neben Kienbaum im deutschen öffentlichen Bereich der Hauptauftragnehmer gewesen sein. Und die jüngsten Berichte über das Beraterwesen im BM für Verteidigung sprechen ja nicht dagegen.