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Die Geschichte des Geldes

Der Weg vom Tausch von Muscheln und Salz zum bargeldlosen Bezahlen mit virtuellem Geld.


Geld bietet viele Vorteile: Benötigt man Güter, Waren oder Dienstleistungen, muss nicht erst ein begehrenswerter Tauschgegenstand gesucht werden, um den Handel abzuschließen, sondern es gibt einen geldwerten Gegenwert. Geschichte des Geldes.jpg 

Vom Tauschhandel zu den Frühformen des Geldes


Mit dem Tausch von Waren beginnt in der Menschheitsgeschichte der Handel. Dabei waren schnell besondere Güter von Interesse, die sich aufgrund unbegrenzter Haltbarkeit allgemeiner Beliebtheit erfreuten und damit auch als Zwischentauschmittel zum Einsatz kamen. So entstand das erste Warengeld in Form von Naturalien, Schmuck oder Nutzgegenständen. Der Geldwert orientierte sich dabei am materiellen Wert, der sich von Region zu Region unterschied. Dennoch ließ das erste Falschgeld nicht lange auf sich warten: Aus Knochen, Gestein oder Jade geformte Muscheln waren schon 2.000 v. Chr. in China im Umlauf. 

 

Münzgeld


Das erste Münzgeld entwickelte sich um 700 bis 500 v. Chr. parallel an verschiedenen Orten der Welt wie China, der Ägäis oder Indien, wobei dem Herstellungsprozess unterschiedliche metallurgische Verfahren zugrunde lagen. Den ersten Geldstandard führte Pheidon, Herrscher von Argos, mit Gewichten und Geldstücken im Mittelmeerraum ein, wonach das Zählen der Münzen ein Abwiegen ersetzte. Es folgte die Verbreitung der ersten geschlagenen Münzen durch die Lydier unter König Kroisus, der bis heute als „Krösus“ bekannt ist.


Die erste überregionale Vereinheitlichung des Geldsystems gab es ab dem Jahr 750 unter König Pippin, der das Prägerecht verstaatlichte, bevor sein Sohn, Karl der Große, dann die erste supranationale westeuropäische Währung einführte. Dieses einheitliche Zahlungsmittel hatte jedoch nicht lange Bestand, im Deutschen Reich mussten die Menschen Geldgeschäfte bald wieder auf „Heller und Pfennig“ umrechnen. Die nationalen Währungen blieben damit bis 2002 bestehen, bis mit dem Euro eine länderübergreifende, gemeinsame europäische Währung den innereuropäischen Zahlungsverkehr vereinfachen sollte.


Nachdem 1867 der Goldstandard die Basis für ein international stabiles Zahlungssystem legte, war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Großteilen Europas eine Deckung des Geldes durch Gold und andere Edelmetalle üblich, zunehmend abgelöst durch das Fiatgeld, das keinen direkten materiellen Gegenwert hat. Damit wuchs die Bedeutung der Geldpolitik zur Sicherung der Preisniveaustabilität und der Vermeidung von Inflationen.

 

Historische Entstehung des Geldes.jpg
 

Banknoten


Als eines der ersten Länder führte China im 10. Jahrhundert das Papiergeld als Ersatz für Münzen bei Münzknappheit ein. In Europa dauerte dies bis ins Mittelalter, genauer gesagt war es 1483 in Spanien. Wobei die Banknoten in ihrer Ursprungsform für Zahlungsansprüche gegenüber Bankiers standen und wie auch in China einen Ersatz, keine Ergänzung, zu Münzgeld darstellten. Flächendeckende Verbreitung fanden die Banknoten erst Anfang des 18. Jahrhunderts in Frankreich und Deutschland, doch erst im 19. Jahrhundert galt die Banknote als gleichberechtigtes Zahlungsmittel neben Münzen. Auch blieb das Vertrauen der Bevölkerung wegen des fehlenden Gegenwertes gering, aufgrund dessen die Banken sicherstellen mussten, dass ein entsprechender Gegenwert vorhanden ist. Eine Garantie, die heute die Bundesbank übernimmt.

 
Immaterielle Geldformen


Bankkonten und Überweisungen


Immaterielle Geldformen gab es bereits im 14. Jahrhundert in Italien. Banken verwalteten die Zahlungs- und Auszahlungsansprüche von Bankkunden. Buchgeld wurde erstmals auf den Bankkonten verbucht und konnte später wieder abgeholt werden, wobei auch schon erste Zinszahlungen anfielen. Der erste bargeldlose Zahlungsverkehr folgte in Deutschland 1876, im 20. Jahrhundert avancierten Überweisungen im Rahmen eines Interbankenhandels zum Standard. Ab den Sechzigerjahren ersetzten Gehaltskonten die bis dato üblichen Barauszahlungen der Löhne und Gehälter.

 

Elektronisches Geld

 

Eine Sonderform des immateriellen Geldverkehrs ist das elektronische Geld, welches seit 1996 eine Alternative zum Bargeld darstellt. Dabei dient eine Geldkarte als Datenträger für ein vorab aufgeladenes Guthaben, mit dem der Inhaber später zahlen kann. Damit unterscheidet sich das Prinzip von Kreditkarten, die 1956 nach Deutschland kamen und zunächst zur Begleichung von Hotel- und Restaurantrechnungen dienten, bevor Visa und Mastercard Kooperationen mit Unternehmen aus dem Konsumgüterbereich eingingen und sich die Zahlungsschwerpunkte verlagerten.

 

Online-Banking


Der Erfolg des Homebankings war mit Einführung des Bildschirmtextes BTX zunächst noch recht gering. Erst die Verbreitung eines benutzerfreundlichen Browsers sorgte ab Mitte der Neunzigerjahre für eine zunehmende Verbreitung. Heute sind Internet-Auktionen, Reisebuchungen und kostenpflichtige Streamingdienste weit verbreitet, Bezahlungen erfolgen inzwischen über das Mobiltelefon, die Telefonrechnung oder im Falle des Anbieters PayPal über die Eingabe der E-Mail-Adresse.

 

Weitere interessante Fakten zur Entstehung des Geldes erfahren Sie in diesem Film: 

 

 

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