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Die 72er-Regel & der Zinseszinseffekt beim Sparen

Wenig ist so mächtig wie der Zinseszinseffekt – und wird ebenso häufig unterschätzt. Es gibt eine Faustformel, ihn zu veranschaulichen: die 72er-Regel. Anders als bei einer exakten Berechnung des Zinseszinses brauchen Sie dafür nicht einmal einen Taschenrechner. Deshalb eignet sie sich ausgezeichnet, um auf die Schnelle ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich Verzinsung und Anlagedauer auswirken. Wie und warum das funktioniert, verraten wir Ihnen hier.

 

Einfacher geht’s nicht: die Anwendung der 72er-Regel

 

Die 72er-Regel beantwortet folgende Frage: Wie lange dauert es bei einem bestimmten Zinssatz ungefähr, bis sich ein angelegter Geldbetrag verdoppelt? Vorausgesetzt, die Erträge werden nicht ausgeschüttet, sodass diese ihrerseits Zinsen abwerfen. Um eine Schätzung zu erhalten, teilen Sie einfach die Zahl 72 durch den Zinssatz. Heißt: Bei einer Verzinsung von nur 1 % dauert es satte 72 Jahre. Wären es dagegen 3 %, müssen Sie 72 / 3 = 24 Jahre warten. Bei 5 % dauert es sogar nur 72 / 5 = 14,4 Jahre – und so weiter.

Das Ganze lässt sich auch umdrehen: Welcher Zinssatz ist erforderlich, damit sich das Geld in einer bestimmten Anzahl von Jahren verdoppelt? Hierzu teilen Sie die 72 durch die Jahre. Beispiel: Soll sich das Geld in 20 Jahren verdoppeln, ist dazu ungefähr ein Zinssatz von 72 / 20 = 3,6 % notwendig.

 

Der Hintergrund: Warum funktioniert die 72er-Regel?

 

Die 72er-Regel basiert auf einer Umformung und Vereinfachung der allgemeinen Zinseszinsformel der Finanzmathematik:

Endkapital = Anfangskapital x [1 + (Zinssatz / 100)]Laufzeit in Jahren

Wir wollen Sie aber nicht mit einer Mathestunde quälen. Wichtig ist, dass sich am Ende eine Näherungsformel für die Verdopplung ergibt: Laufzeit in Jahren = 69,31 / Zinssatz. Warum wird dann 72 verwendet? Diese Zahl ist nah genug an 69 und weist viele kleiner Teiler auf. Das erleichtert die Berechnung im Kopf.

Dass die 72er-Regel trotz Ihrer Einfachheit relativ genau ist, zeigt der Vergleich mit einer exakten Berechnung:

 

Zinssatz

Verdopplungszeit in Jahren nach 72er-Regel

Verdopplungszeit in Jahren exakt

1 %

72

69,7

2 %

36,0

35,0

3 %

24,0

23,5

4 %

18,0

17,7

5 %

14,4

14,2

6 %

12,0

11,9

7 %

10,3

10,2

8 %

9,0

9,0

9 %

8,0

8,0

10 %

7,2

7,3

 

Nicht zu unterschätzen: der Einfluss des Zinseszinseffekts

Wie praktisch die 72er-Regel für eine Einschätzung des Zinseszinseffekts ist, zeigt die Gegenüberstellung einer Berechnung ohne Zinseszins. Beispiel: Sie legen 1.000 Euro zu 5 % an. Im Verlauf von 20 Jahren belaufen sich die Zinsen dann ebenfalls auf 1.000 Euro. In der Realität findet eine Verdopplung aber schon nach etwas mehr als 14 Jahren statt, sofern die Erträge nicht ausgeschüttet werden. Und das nur wegen des Zinseszinseffekts!

Eine Schätzung mithilfe der 72er-Regel funktioniert ebenso bei Anlagen mit einer variablen Wertentwicklung, etwa Index-ETFs. In diesem Fall wird der erwartete jährliche Wertzuwachs zugrunde gelegt. Beachten Sie jedoch, dass Erwartungen aufgrund der bisherigen Wertentwicklung keine Garantie für die Zukunft darstellen. Außerdem gehen höhere Renditen auch mit höheren Risiken einher.

 

 

 

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Berechnung leicht gemacht – auch bei monatlichen Raten

 

Aber wie sieht es aus, wenn Sie Geld nicht auf einmal anlegen, sondern in monatlichen Raten sparen? Hier ist die Berechnung logischerweise deutlich komplizierter. In diesem Fall führt auch die vorgestellte allgemeine Zinsformel nicht direkt zum Ziel. Aber es gibt eine einfache Lösung: den Sparplanrechner der Consorsbank. Mit dessen Hilfe lassen sich im Handumdrehen drei verschiedene Fragen beantworten:

  • Welchen Endbetrag erhalte ich bei einer gegebenen Sparrate, Laufzeit und Wertentwicklung?
  • Wie viel muss ich monatlich sparen, um einen bestimmten Endbetrag bei gegebener Laufzeit und Wertentwicklung zu erreichen?
  • Wie lange muss ich für einen bestimmten Endbetrag bei einer gegebenen Sparrate und Wertentwicklung sparen?

Mittels des Sparplanrechners können Sie sich darüber hinaus schnell einen Eindruck verschaffen, wie sich verschiedene Anlagezeiträume und Wertzuwächse auswirken.

 

Vermögensaufbau mit Sparplänen bei der Consorsbank

 

Leider greift der Zinseszinseffekt bei den aktuellen Minimalzinsen nahe 0 % für Sparbuch und Tagesgeld praktisch nicht. Für längerfristig orientierte Anlegende, die Alternativen mit höheren möglichen Erträgen suchen, bieten sich ETFs und Investmentfonds als Alternativen an.

Sie möchten eines dieser Produkte besparen? Die Consorsbank ist in diesem Fall Ihr erfahrener Partner: Bei uns haben Sie die Wahl unter Hunderten sparplanfähigen kostenfreien ETFs und zahlreichen Investmentfonds ohne oder mit reduzierten Ausgabeaufschlägen. Schon mit 25 Euro monatlich lässt sich ein Sparplan eröffnen.

Haben Sie mit der 72er-Regel ein besseres Gefühl für den Einfluss von Zins, Zinseszins und Anlagedauer bekommen? Verraten Sie es uns in einem Kommentar!

 

Fazit

 

  • Mit der 72er-Regel lässt sich relativ genau schätzen, nach wie vielen Jahren sich angelegtes Kapital bei einem bestimmten Zins verdoppelt.
  • Zugleich illustriert die Faustformel die Mächtigkeit des Zinseszinseffekts.
  • Wer monatlich Geld in Form eines Sparplans anlegen will, findet im Sparplanrechner der Consorsbank ein komfortables Berechnungstool.