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Diamanten als Geldanlage – das müssen Sie wissen

„Diamonds are a girl's best friend“, sang einst Marilyn Monroe. Aber taugen die Edelsteine auch als Geldanlage? Wir beleuchten mögliche Fallstricke. Die Nullzinspolitik der Zentralbanken nährt die Sorge vieler Anlegenden vor steigenden Inflationsraten. Kein Wunder, dass Sachanlagen wie Immobilien einen Boom erleben. Aber auch eher exotische Möglichkeiten der Geldanlage rücken in letzter Zeit in den Fokus – wie Diamanten. Bevor Sie jedoch Ihr Geld in die funkelnden Steine stecken, lohnt sich ein genauer Blick auf die Vor- und Nachteile.

 

Wie krisensicher sind Diamanten und welche Vorteile haben sie?

Diamanten sind als Schmuckstücke begehrt und von Natur aus selten. Damit bringen sie grundsätzlich zwei wichtige Voraussetzungen für den Werterhalt und eine mögliche Wertsteigerung mit. Das allerdings gilt für Edelmetalle ebenfalls. Was Diamanten diesen voraushaben, ist ihre extreme Kompaktheit. Ein Karat entspricht nur 0,2 Gramm. Ein Stein mit wenigen Karat kann bereits einen Wert von einer halben Million Euro haben – und passt in die Hosentasche. Dies gilt in Krisenszenarien als Vorteil: Die Stücke lassen sich leicht verstecken und transportieren.

Ein mögliches Problem in Bezug auf die langfristige Knappheit stellen synthetische Diamanten dar. Diese sind schon heute nur für Fachleute von echten Steinen zu unterscheiden. Entwickeln sich Exemplare aus dem Labor zukünftig zu einer ernsthaften Konkurrenz mit negativen Auswirkungen auf die Preise? Dies hängt laut einem Report von Bain & Company in erster Linie von den Vorlieben der Kundschaft ab.

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Welche Nachteile und Risiken birgt die Geldanlage in Diamanten?

Eine der größten Schwierigkeiten bei der Geldanlage in Diamanten ist die Wertbestimmung. Goldbarren weisen beispielsweise einen festgelegten Goldgehalt auf, wodurch sich der Wert einfach anhand des Gewichts ermitteln lässt. Bei Diamanten ist das Ganze deutlich komplizierter. Sie unterscheiden sich auch in Bezug auf Qualität und Form. Maßgeblich für den Preis sind die international gültigen „4 C“: Carat (Gewicht), Clarity (Reinheit), Colour (Farbe) und Cut (Schliff). Dazu kommt als fünftes „C“ ein eventuell vorhandenes Zertifikat (Certificate). Aufgrund der Einzigartigkeit der Steine findet kein Handel an regulären Börsen statt, sondern nur an speziellen Diamantenbörsen. Die bekanntesten befinden sich in Antwerpen, Tel Aviv und New York.

Als Anhaltspunkt für den aktuellen Wert kann beispielsweise der Diamond Index der IDEX, der International Diamond Exchange, dienen. Er besteht aus 15 verschiedenen typischen Anlagediamanten. Allerdings braucht es wiederum fachliches Know-how, um von diesen Referenzkursen auf den fairen Wert beliebiger Steine zu schließen.

Ein Blick auf den Indexverlauf zeigt, dass Diamanten durchaus Kursschwankungen unterliegen. Der teilweise als Verkaufsargument angeführte stetige Preisanstieg ist ein Mythos: In den letzten fünf Jahren wäre eine Sammlung, bestehend aus den Referenzdiamanten des Index, sogar leicht im Wert gefallen. Diamanten-Investments haben somit eindeutig spekulativen Charakter, auch weil sie weder Dividenden noch Zinsen abwerfen. Zudem kann die Handelsspanne zwischen An- und Verkaufspreisen relativ groß sein. Und die Mehrwertsteuer kommt on top hinzu.

 

Wichtige Aspekte für die private Geldanlage in Diamanten

In Diamanten zu investieren, ist also nicht ganz trivial. Das größte Problem für Privatpersonen stellt die intransparente Preisbildung dar. Es ist für Laien schwer zu beurteilen, ob der Preis für einen bestimmten Stein angemessen ist oder nicht.

Anlagediamanten mit Zertifikat bieten beim Kauf eine größere Sicherheit und beim Verkauf lassen sich bessere Preise erzielen. Der Verkauf nicht zertifizierter Exemplare gestaltet sich oft schwierig. Aber Achtung: Damit sind keine Zertifikate von Juwelieren gemeint, sondern Bewertungsgutachten international anerkannter Institute. Dazu gehören beispielsweise:

 

  • Gemological Institute of America (GIA): Das US-Institut existiert seit 1931 und hat Filialen in 14 Ländern. Auf das GIA geht die gebräuchliche Bewertung anhand der „4 C“ zurück.

 

  • Hooge Raad voor Diamant (HRD): Die Bewertungsgutachten des „Hohen Rats für Diamanten“ aus Antwerpen sind vor allem im europäischen Handel häufig anzutreffen.

 

 

Ob Zertifikat und Stein zusammengehören, lässt sich von Fachleuten anhand der beschriebenen Merkmale prüfen. Darüber hinaus besitzen heute viele Stücke eine winzige Lasergravur mit der Seriennummer des Zertifikats.

Wer Geld in Diamanten anlegt, sollte zudem die Gefahr eines Diebstahls bedenken. Es empfiehlt sich, sie in einem Bankschließfach oder in einem geeigneten Tresor aufzubewahren. Auch eine Versicherung ist ratsam.

Als Beimischung fürs Depot oder lieber als Schmuck – wie sehen Sie Diamanten? Verraten Sie es uns in einem Kommentar!

 

 

Fazit:

 

  • Diamanten sind extrem kompakt, hochgradig mobil und nicht beliebig vermehrbar.
  • Aus diesen Gründen eignen sie sich grundsätzlich als Schutz vor Krisen und Inflation.
  • Deutliche Risiken stellen die intransparente Preisbildung sowie Kursschwankungen dar.
  • Anlagediamanten verfügen idealerweise über ein Zertifikat eines renommierten Instituts.

 

Zudem gilt es, zusätzliche Kosten, etwa für die Versicherung, einzukalkulieren.

2 Kommentare

Häufiger Besucher
Danke für den Kommentar.

Autorität

Nichts gegen Diamanten, Schmuck, Oldtimer, Kunst etc. aus Interesse oder Liebhaberei.

Als Kapitalablage halte ich sie ausschließlich zur Beimischung in sehr hohen Vermögen geeignet, in welchen sie als Kostgänger der Kapitalanlage nicht ins Gewicht fallen.

Wer in echten Krisenzeiten derartige Wertgegenstände veräußern muss, wird nie auf einen Verkäufermarkt treffen; der Gegenwert wird dann immer das sein, was ein Käufer zu zahlen bereit ist.