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Deutschlands Rentensystem: Läuft die Zeit ab?

Gerne verdrängen wir es, doch irgendwann ist es soweit: Der Ausstieg aus dem Arbeitsleben steht an. Doch wird die gesetzliche Rente reichen? In schöner Regelmäßigkeit flackern Diskussionen über die Zukunftsfähigkeit des deutschen Rentensystems auf. Und ebenso regelmäßig wird dabei auf den demografischen Faktor verwiesen. Warum dieser ein großes, aber nicht das einzige Problem darstellt und welche Lösungen es gibt, lesen Sie hier.

 

Warum der demografische Wandel für die gesetzliche Rente fatal ist

 

Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland basiert auf der sogenannten Umlagefinanzierung. Dabei werden die Auszahlungen an die jeweils aktuellen Rentenempfangenden unmittelbar aus den Einzahlungen der Versicherungspflichtigen gedeckt.

Das System galt lange Zeit als besonders krisensicher, hat aber einen großen Haken: Es funktioniert nur solange zufriedenstellend, wie den Leistungsempfangenden eine deutlich größere Menge an Beitragszahlenden gegenübersteht. Bei einer zunehmenden Überalterung bleiben nur drei Stellschrauben:

  • Die Beiträge steigen und/oder
  • das Renteneintrittsalter steigt und/oder
  • das Rentenniveau sinkt.

Gesetzliche Rente und Demografie – das Problem in harten Zahlen

 

Die Lage hat sich in den vergangenen Jahrzehnten bereits ungünstig entwickelt. Noch beunruhigender ist aber die absehbare zukünftige Verschärfung der Lage. Die Zahlen und Prognosen des Demografieportals der Bundesregierung und des Instituts der deutschen Wirtschaft geben Aufschluss über die Relationen:

 

Jahr

Verhältnis Rentenempfangende zu Beitragszahlenden

1962

1 : 6

1992

1 : 2,7

2020

1 : 1,8

2030

1 : 1,5

2050

1 : 1,3

 

Oder in Worten: Im Jahr 2050 kommen für die gesetzliche Rente einer Person nur noch 1,3 Berufstätige auf. Gleichzeitig ist der Spielraum bei den Beiträgen, die bereits jetzt 18,6 % betragen, begrenzt. Nicht zuletzt, weil die Abgabenlast in Deutschland im internationalen Vergleich ohnehin schon sehr hoch ist. Entsprechend hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Rentenniveau deutlich sinkt.

Diese Problematik spiegelt sich auch im Global Pension Index Report 2021 wider, den die Finanzanalysten-Organisation CFA und Mercer erstellt haben. Auf den ersten Blick steht Deutschland mit 67,9 Indexpunkten nicht allzu schlecht da. Es erreicht das Rating B innerhalb einer Skala von A bis E. Das Problem offenbart sich bei den aufgeschlüsselten Indexwerten: Bei „Sustainability“ erreicht Deutschland nur 45,4 Punkte, was der zweitschlechtesten Kategorie D entspricht. Sustainability bedeutet hier nichts anderes als Nachhaltigkeit. Nicht in Bezug auf ökologische oder soziale Aspekte wie etwa bei ESG-Ratings, sondern in Hinblick auf die zukünftige ökonomische Tragfähigkeit.

 

Zusätzlicher Druck auf das System durch technologischen Wandel

 

Als wäre die Demografie noch nicht genug, gibt es noch eine weitere Gefahr für die gesetzliche Rentenversicherung: eine sinkende Lohnquote, also das Verhältnis aller Löhne zum Volkseinkommen. Diese blieb in Deutschland bisher zwar stabil. Das könnte sich in Zukunft jedoch ändern.

Der Grund: Fortschreitende Automatisierung ersetzt zunehmend menschliche Arbeitskraft. Dadurch nimmt der Anteil von Arbeitslöhnen und -einkommen ab – und aus diesen speisen sich die Rentenbeiträge. Unternehmensgewinne und Kapitaleinkünfte sind nicht betroffen. Sie profitieren im Gegensatz sogar von der höheren Produktivität durch moderne Technologien.

 

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Private Vorsorge als Ausweg aus dem gesetzlichen Renten-Desaster

 

In Deutschland ist deshalb seit einiger Zeit eine teilweise Umstellung der gesetzlichen Rente auf ein Kapitaldeckungsverfahren im Gespräch. Noch ist allerdings nichts geschehen und die diskutierten Anteile bewegen sich im unteren einstelligen Prozentbereich.

Was also tun? Privat vorsorgen! Sie müssen nicht darauf warten, dass der Staat einen Teil der Rentenbeiträge gewinnbringend investiert, sondern können es selbst machen. In Zeiten von Minimalzinsen sind vor allem aktienbasierte ETFs und Investmentfonds attraktiv. Damit lässt sich der Demografie ebenso wie der sinkenden Lohnquote ein Schnippchen schlagen, da Sie sich am Produktivkapital beteiligen.

 

  • Mit einem Sparplan bei der Consorsbank ist ein Besparen von ETFs, Fonds und Aktien schon ab 10 Euro pro Monat möglich. Ein Sparplan lässt sich jederzeit verändern, pausieren oder beenden, sodass Sie flexibel bleiben.
  • Möchten Sie einen Betrag auf einmal anlegen oder im Sparplan und tappen in Bezug auf die Aufteilung noch im Dunkeln? Unsere Anlageideen für verschiedene Typen von Anlegenden liefern Ihnen wertvolle Anregungen.

Wichtig: Zu berücksichtigen sind insbesondere bei aktienbasierten Anlagen das prinzipbedingte Schwankungsrisiko und die Möglichkeit zwischenzeitlicher Verluste. Deshalb empfiehlt sich idealerweise ein Anlagezeitraum von 10 Jahren oder mehr, um mit hoher Wahrscheinlichkeit eine positive Nettorendite zu erzielen. Dies zeigt beispielhaft das DAX-Renditedreieck des deutschen Aktieninstituts: Eine Haltedauer von mindestens 15 Jahren hätte bei jedem beliebigen Einstiegszeitpunkt nach 1970 zu einer positiven Rendite geführt.

Haben Sie sich schon Gedanken um Ihre Altersvorsorge gemacht? Und spielen dabei Aktien, ETFs und Fonds eine Rolle? Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

 

Fazit

 

  • Durch die Überalterung der Gesellschaft stehen in Zukunft den Empfangenden von Renten immer weniger Beitragszahlende gegenüber.
  • Ein zusätzliches Problem ist die wahrscheinlich weiter sinkende Lohnquote.
  • Das bisherige Rentenniveau wird folglich wohl nicht zu halten sein.
  • Eine private Vorsorge mit Fonds, ETFs oder Aktien bietet eine Lösung für diese Probleme: Sie beteiligen sich am Produktivkapital – und das auch problemlos international.
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