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Der Megatrend „Internet der Dinge“ revolutioniert den Alltag

Das Internet der Dinge (auch Internet of Things, Kurzform: IoT) beschreibt, dass der Computer zunehmend als Gerät verschwindet und durch „intelligente Gegenstände“ ersetzt wird. Statt – wie derzeit – selbst Gegenstand der menschlichen Aufmerksamkeit zu sein, soll das „Internet der Dinge“ den Menschen bei seinen Tätigkeiten unmerklich unterstützen (Definition Wikipedia).

 

„Jede Sensation, die über Nacht kommt, wurde 20 Jahre lang vorbereitet. So ist es auch mit dem Internet der Dinge.“ Mit diesen Worten beschrieb der Intel-Vizepräsident und Chef der gleichnamigen Sparte, Doug Davis, das „Internet der Dinge“. Der Begriff steht für die digitale Vernetzung alltäglicher Geräte und Anwendungen, die schon in vielen Bereichen des Alltags angekommen ist. Trotzdem gibt es durch das zu erwartende Datenvolumen und mögliche Sicherheitslücken auch noch viele Hürden, die zu überwinden sind.

 

Megatrend Vernetzung und Internet der Dinge.jpg

 

„Internet der Dinge“ – eine Begriffserklärung

 

Der Trend „Internet der Dinge“ kommt eigentlich aus den USA und trägt im Englischen den Namen „Internet of Things“ (IoT). Zum ersten Mal wurde dieser Begriff im Auto-ID-Center am Massachusetts Institut of Technology (MIT) genutzt. Als hier im Jahr 1999 die firmenübergreifende RFID-Infrastruktur entworfen wurde – eine Technologie zum drahtlosen Datenaustausch – sprach der damalige Leiter des Instituts, Kevin Ashton, erstmalig vom „Internet der Dinge“.

Schon damals war die Vision zu zukünftigen Entwicklungen und Chancen nicht weit von dem entfernt, was das „Internet der Dinge“ heute tatsächlich möglich macht: Computer sind in der Lage, sich unabhängig vom Menschen Informationen zu beschaffen. PCs erfassen die reale Welt – und das ohne Zutun der Menschen.

 

Intelligente Produkte vermeiden menschliche Fehler

 

Die Intelligenz der Geräte soll Verluste und hohe Kosten vermeiden. Außerdem dienen die bisherigen Produktansätze vor allem dazu, den Menschen den Alltag zu erleichtern. Denn menschliche Kapazitäten sind begrenzt.

Diese Grundidee aus den Endneunzigern entwickelte sich im Lauf der Zeit bis heute mit ausgereiften Produkten zum „Internet der Dinge“ weiter. Die Produktpalette ist lang. Das Ziel des „Internet der Dinge“ ist es, die virtuelle Welt mit der realen zu vereinen. Grundlage dafür ist die RFID-Technologie, durch die Waren und Geräte nicht nur eine eigene Identität in Form eines Codes erhalten, sondern auch – gänzlich drahtlos über elektromagnetische Wellen – Zustände erfassen und Aktionen ausführen können.

Aktuell liegt der Trend vor allem im Bereich „Smarthome“ – also bei Produkten, die unseren Haushalt miteinander verknüpfen und sich via App vom Smartphone oder Tablet-PC aus steuern lassen.

 

  • Das smarte Thermostat „Tado“ heizt die Wohnung schon mal auf, wenn es registriert, dass ein Familienmitglied auf dem Weg nach Hause ist – und hilft damit Kosten zu sparen.
  • Der „Withings Smart Body Analyzer“ ist mehr als eine Körperwaage. Via App misst er nicht nur Gewicht, Körperfett und Herzfrequenz. Wer das Gerät ins Schlafzimmer stellt, dem berichtet sie auch über die Raumluftqualität im Schlafgemach. So möchte sie dabei helfen unsere Schlafqualität zu verbessern.
  • Philips bietet das Lichtsystem „Hue“ von. Über eine App gesteuert, erkennt es verschiedene Umgebungssituationen und steuert entsprechend diesen Eingaben automatisch die heimische Lichtanlage. Wenn es regnet, dämpft sich das Licht zum Beispiel in Blautöne, wenn der Bewohner aufwacht, geht automatisch das Licht an, wenn keiner zu Hause ist, schaltet sich das Licht automatisch aus.
  • Auch Apple hat den Megatrend bereits erkannt und liefert mit „Homekit“ gleich eine komplette Schnittstelle zur Verwaltung verschiedener Haushaltsgeräte.

Alles soll steuerbar werden – auch und gerade, wenn wir nicht zu Hause sind. Wir drehen die Heizung runter, während wir im Winterurlaub in der Südsee am Strand liegen – und drehen sie rechtzeitig wieder auf, kurz bevor wir zu Hause ankommen. Im Frühjahr präsentierte der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble die „erste auf dem Weltmarkt erhältliche interaktive elektrische Zahnbürste“. Sie misst nicht nur die Zeit, wie man es von modernen Geräten vielleicht schon kennt. Sie kommuniziert zugleich mit dem Benutzer. Die Zahnbürste zeichnet minutiös jede Bewegung auf und gibt nebenbei Tipps, wie sich die Mundhygiene verbessern lässt.

 

Internet der Dinge.jpg

 

Das „Internet der Dinge“ kommt immer mehr im Alltag an

 

Auch wenn es nach wie vor noch Knackpunkte gibt, die es zu überwinden gilt, und die Systeme oft nicht leicht einzurichten sind, nimmt das „Internet der Dinge“ immer mehr Platz im Alltag ein – auch im Geschäftsbereich.

  • Autobatterien melden automatisch der nächsten Werkstatt, dass sie leer sind.
  • Eingesetzte Bagger informieren den Bauunternehmer, ob sie am Wochenende bewegt wurden.
  • LKW-Fahrer lernen per App, wie sie spritsparender für ihr Logistikunternehmen fahren können.

Nach Angaben der Marktforscher von ABI Research gibt es mehr als zehn Milliarden Geräte, die sich mit dem Internet verbinden können, die meisten davon sind Computer, Laptops und Handys – aber eben auch schon smarte Haushaltsgeräte. In wenigen Jahren, 2020, sollen es dreimal so viele sein. Und zwar zum größten Teil ganz andere Geräte als heute. Die Palette reicht vom Heizkörper-Thermostat über Sicherheitskameras bis hin zu Messgeräten für Körperdaten, Fallsensoren im Teppich (die benachrichtigen, wenn jemand oder etwas herunterfällt), Spielzeug oder Fernseher. Gegenstände wie Herd oder Garagentor und selbst der Baby-Strampelanzug sollen vernetzt sein, um das Leben des Konsumenten zu erleichtern. Die Liste der zu vernetzenden Alltagsobjekte ließe sich beliebig fortsetzen. Es sind längst nicht mehr nur Computer und Smartphones, die sich mit dem weltweiten Datennetz verbinden sollen. Alle möglichen Geräte gehen bald online!

 

Unternehmensallianzen sind notwendig für die Umsetzung

 

Fakt ist: Es kann noch so viele smarte Produkte geben – sie werden sich aber nicht durchsetzen, wenn keine einheitlichen Standards für die Nutzung und Vernetzung vorhanden sind. Dazu müssen die großen Hersteller und Software-Firmen zusammenarbeiten. Firmen wie Bosch oder Intel haben bereits eigene Unternehmenszweige für diesen neuen Markt gegründet.

Der Kampf der großen Technikunternehmen um das vernetzte Zuhause ist bereits eröffnet und die Firmen führen ihn nicht im Alleingang: Der Chip-Hersteller Intel und der Elektronikkonzern Samsung schmieden gemeinsam mit Dell und weiteren Unternehmen eine Allianz namens Open Interconnect Consortium. Mit einem übergreifenden Standard soll diese Allianz dafür sorgen, dass sich Waschmaschine, Heizung und Kühlschrank untereinander austauschen können, auch wenn sie von verschiedensten Herstellern stammen. Aktuell startet ein Wettbewerb um die führende Plattform für das „Internet der Dinge“. Seit einigen Jahren arbeiten auch Qualcomm, LG, Microsoft, Cisco und andere IT-Spezialisten gemeinsam am „Internet of Things“. Apple wiederum will mit seiner Plattform HomeKit die iPhones und iPads zu Steuerzentralen machen. Voraussetzung: Die Hersteller müssen ihre Geräte kompatibel machen.

 

Fazit

 

Gelingt die Zusammenarbeit der großen Konzerne dauerhaft, könnte das „Internet der Dinge“ im Laufe der nächsten Jahre gewaltig an Bedeutung gewinnen. Nach aktuellen Marktuntersuchungen sollen viele Investitionen für die digitale Wirtschaft und damit für das „Internet der Dinge“ geplant sein. Bis 2020 soll dadurch laut eine Gartner-Analyse ein zusätzlich wirtschaftlicher Mehrwert von 1,3 Billionen US-Dollar zu verzeichnen sein.

 

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Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

 

  • Das „Internet der Dinge“ beschreibt die Vernetzung sämtlicher Geräte mit dem Internet.
  • Es gibt immer mehr smarte Produkte, die mit uns im Alltag interagieren – zum Beispiel Personenwaagen, Zahnbürsten oder Lichtsysteme zu Hause.
  • Auch Unternehmen profitieren vom „Internet der Dinge“ und können zum Beispiel den Verbrauchszustand (bei Batterien) kontrollieren oder die Effizienz ihrer Logistik optimieren.
  • Die Systeme müssen einwandfrei funktionieren. Die Geräte und die Vernetzung müssen kompatibel sein. Falls das nicht der Fall ist, droht Chaos.
  • Große Konzerne schließen sich zu Allianzen zusammen, um das „Internet der Dinge“ voranzutreiben.
  • Bis 2020 wird ein enormer Anstieg der Produkte zum Thema „Internet der Dinge“ in unserem Alltag erwartet.