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Der Gaming-Markt – Zockerei oder lohnendes Investment?

Computerspiele sind ein Wachstumsmarkt, der auch die aktuelle Krise scheinbar mühelos abschüttelt. Bietet sich hier eine Chance für Anlegende? Oder nähert sich der Boom seinem Ende? Wir beleuchten das Thema und geben einen Überblick über Investitionsmöglichkeiten.

 

Übernächtigte Nerds, die tagelang das Haus nicht verlassen und sich dabei von Pizza und Cola ernähren: Das Klischee vom typischen Gamer ist überholt. Gaming ist längst ein riesiger Markt, der Milliardenumsätze generiert. Und das auch hierzulande: Laut Jahresreport der deutschen Games-Branche 2020 gibt es in Deutschland mehr als 34 Millionen Spielende. Dabei ist das Verhältnis zwischen Männern und Frauen mit 52 zu 48 Prozent nahezu ausgeglichen. Und der Altersdurchschnitt beträgt inzwischen 37,5 Jahre.

 

Gaming-Aktien waren die Börsen-Überflieger der letzten Jahre

Das Wachstum der Computerspiele-Industrie hat sich in den letzten Jahren deutlich in den Kursen niedergeschlagen. Dies zeigt ein Blick auf den MVIS Global Video Gaming & eSports Index. Er setzt sich aus insgesamt 25 Gaming-Aktien zusammen, zu denen Spieleentwickler wie Activision Blizzard ebenso gehören wie der Grafikkartenhersteller NVIDIA. Die Performance des Index kann sich sehen lassen: Innerhalb der letzten fünf Jahre legte er um über 370 Prozent zu. Beeindruckend war auch der Anstieg innerhalb der letzten zwölf Monate – er betrug 53 Prozent. Damit übertraf der Gaming-Index den allgemeiner gefassten MSCI World IT in beiden Zeiträumen: Dieser schaffte „nur“ 242 Prozent beziehungsweise 44 Prozent (Stand 11.05.2021).

 

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Welche zukünftigen Wachstumspotenziale bietet die Branche?

Wird dieser Boom anhalten oder ist das Wachstumspotenzial ausgereizt? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Klar ist: Der Gaming-Markt profitierte wie wenige Branchen von der Coronakrise – wer zu Hause bleibt, der zockt mehr. Dies trieb Verkäufe und Abonnements in die Höhe.

Gleichzeitig verheißt der technologische Fortschritt weiteres Wachstum. Großes Potenzial verspricht hier VR-Gaming, das mithilfe von Equipment wie VR-Brillen den Spielenden ein komplettes Eintauchen in virtuelle Welten ermöglicht. Darauf deuten etwa Prognosen der International Data Corporation (IDC) hin: Laut dem Marktforschungsunternehmen soll der Markt für VR-Headsets bis zum Jahr 2024 jährlich um 48 Prozent wachsen. Ein signifikanter Teil entfällt auf den Gaming-Sektor.

Zu guter Letzt könnte der Siegeszug von E-Sport der Spielebranche einen zusätzlichen Schub geben: Neben Streaming-Plattformen wie Twitch – die zu Amazon gehört – profitieren die Hersteller von Games und Equipment durch den Werbeeffekt.

 

Wo liegen die Risiken bei Investments in den Gaming-Sektor?

Dass die Corona-Krise Gaming-Stocks bisher regelrecht beflügelt hat, bedeutet nicht, dass dieser Höhenflug anhält. Denn grundsätzlich sind Computerspiele nicht essenziell, sondern „nice to have“. Ein konjunktureller Abschwung, bei dem die Verbraucher den Gürtel enger schnallen, könnte die Branche hart treffen. Verschärfend kommt hinzu, dass die Zeit von Lockdowns und Kontaktverboten möglicherweise zu einer Sättigung geführt hat. Wenn die Normalität zurückkehrt, zieht es die Menschen vielleicht verstärkt nach draußen – und nicht vor PC oder Konsole.

 

Welche Firmen sind die wichtigsten Player im Gaming-Markt?

Falls Sie Ihr Geld im Gaming-Markt anlegen möchten, kommt beispielsweise ein Direkt-Investment in Aktien der Branchengrößen in Betracht, wie etwa:

 

  • Tencent Holdings (WKN A1138D) Der chinesische Spiele-Gigant besitzt Riot Games, das für „League of Legends“ verantwortlich zeichnet. Außerdem hält er signifikante Anteile an diversen anderen Entwicklern wie etwa Epic Games, bekannt durch „Fortnite“.

 

  • Nintendo (WKN 864009) Der japanische Hersteller produziert neben der Nintendo Switch auch die dazugehören Games. Dabei liegt ein wichtiger Schwerpunkt auf familienfreundlichen Multiplayer-Spielen, wie etwa „Super Mario 3D World“ und „Mario Kart 8 Deluxe“.

 

  • Activision Blizzard (WKN A0Q4K4) Zu den Bestsellern des Unternehmens gehören legendäre Games wie „World of Warcraft“, „Call of Duty“ sowie „Candy Crush“. Das Angebot umfasst Konsolenspiele ebenso wie Games für den PC und das Smartphone.

 

  • Electronic Arts (WKN 878372)Wer Fußball und Video-Gaming liebt, dem ist „FIFA 21“ ein Begriff – die jüngste Version der bekannten Fußballsimulation. Außerdem umfasst die Produktpalette beispielsweise die Games der „Star Wars“-Reihe und „The Sims“.

 

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, in die Hersteller von Hardware zu investieren. Hierfür bieten sich vor allem die Grafikkartenhersteller NVIDIA (WKN 918422) und AMD (WKN 863186) an. Und wie sieht es mit Sony und Microsoft aus? Zwar stellen beide Konzerne Konsolen und Spiele her, diese machen jedoch nur einen kleinen Teil des Geschäfts aus.

 

ETF für ein diversifiziertes Investment in den Gaming-Sektor

Sie möchten Sie nicht mit der Auswahl einzelner Aktien auseinandersetzen? Inzwischen gibt es sogar einen passenden ETF. Der VanEck Vectors Video Gaming and eSports ETF (WKN A2PLDF) bildet den MVIS Global Video Gaming & eSports Index ab. Zu den größten Einzelpositionen im Fonds gehören derzeit beispielsweise NVIDIA, Tencent Holdings, AMD, Nintendo und Activision Blizzard.

Jetzt noch in den Gaming-Markt einsteigen: Überwiegen die Chancen oder die Risiken? Lassen Sie uns und die Mitlesenden wissen, wie Sie die Lage einschätzen!

 

 

Fazit: 

 

  • Die Gaming-Branche erlebte in den letzten Jahren einen unglaublichen Boom.
  • Weiteres Wachstumspotenzial ist vorhanden, ein konjunktureller Abschwung könnte aber auch diese Branche in Mitleidenschaft ziehen.
  • Anlegende können mit Gaming-Aktien oder einem Gaming-ETF von einer möglichen positiven Entwicklung profitieren.