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Consorsbank Interview mit Vijay Sapre

Mit seinem Magazin „Effilee“ erfand er sich der Mehrfachgründer Vijay Sapre noch einmal neu. Wir haben mit ihm über sein Erfolgsrezept gesprochen - und über die ungewöhnlichen Entscheidungen, die sein Leben geprägt haben.

 

Der mobile.de-Gründer und Herausgeber des Kulinarik-Magazins „Effilee“ hat seine eigene Definition von Erfolg entwickelt. Entscheidend geprägt hat den Selfmade-Millionär auf seinem Berufsweg immer wieder sein schnelles und selbstbestimmtes Handeln. Vijay Sapre weiß aus Erfahrung: Wer heute beruflich weiterkommen will, sollte neben der Eigenständigkeit vor allem eine wesentliche Eigenschaft mitbringen – die Offenheit für den ständigen Wandel.    

 

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„Denke groß“, „Folge deinen Träumen“ und „Alles ist möglich“: Erfolgsmantras, wie sie von Karriere-Coaches und Managementvorständen immer wieder gerne gepriesen werden, sind für Vijay Sapre nicht mehr als Worthülsen. Der erfolgreiche Mehrfach-Gründer ist vielmehr davon überzeugt, dass ein hohes Maß an Eigenverantwortung, Agilität und Flexibilität in der heutigen Arbeitswelt zentrale Eigenschaften sind, die das gewünschte Ergebnis hervorbringen. Das fertige Resultat darf hinterher auch gerne anders ausfallen, als es anfangs geplant war.

 

Gründer sollten wissen: Es kommt immer anders

 

„Als ich mit mobile.de angefangen habe, dachte ich, wenn man 30.000 Autos hat, ist das schon eine Hausnummer. Am Ende waren es eine Million“, erinnert sich Vijay Sapre an die Anfänge. Als er mit seiner Idee 1996 startete, war für die meisten das Thema Internet völlig neu. Mit seinem Geschäftspartner, einem Programmierer, zählt der damalige Werbetexter zu den Pionieren der Branche. Als brillante Idee, würde er sein Projekt von damals nicht bezeichnen: „Es lag einfach in der Luft, solch ein Portal ins Leben zu rufen, da es das eben noch nicht gab. Und wir waren diejenigen, die es einfach umgesetzt haben.“ Überhaupt unterscheidet seiner Ansicht nach diese Eigenschaft erfolgreiche von weniger erfolgreichen Unternehmern – nicht nur in der Theorie zu tüfteln, sondern genauso akribisch an der Umsetzung zu feilen

 

Machertypen sind eindeutig im Vorteil

 

Vijay Sapre lag das „Machen“ schon immer besser, als das „Träumen“. Nachdem er sein Auto-Portal 2004 an Ebay verkaufte, dachte der gebürtige Hamburger mit indischen Wurzeln gar nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen und nahm die Veränderung zum Anlass, seiner Leidenschaft fürs Kochen nachzugehen. Er tat das, was die meisten in seiner Position niemals tun würden: Er absolvierte ein Praktikum bei einem befreundeten Sternekoch. „Eine wertvolle Erfahrung“, resümiert der heute 53-Jährige, „aber am Ende habe ich eingesehen, dass ich mich auf das konzentrieren sollte, was ich am besten verstehe – die Medienwelt.“ Im Jahr 2008 machte sich Sapre wieder an die Umsetzung – mit dem Ergebnis eines neuen Projekts, das bis heute Bestand hat: „Effilee“, ein kulinarisches Kulturmagazin, das vierteljährlich erscheint in einer Auflage von 32.000 Stück zu einem Preis von 9,80 – ein hochwertiges Gourmet-Magazin, das seinen Wert kennt und genau dafür von seinen LeserInnen geschätzt wird. 

 

 

 

„Der Visionär erwartet Eldorado hinter dem Berg“

 

Am liebsten zitiert er Altbundeskanzler Helmut Schmidt, wenn es auf das Thema Visionen zu sprechen kommt: „Wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen“. Er selbst habe bei all seinen Projekten nie gewusst, was am Ende herauskommt – Visionen seien viel mehr eine Bremse, vor allem dann, wenn sie zu groß sind. „Der Visionär erwartet in der Regel Eldorado hinter dem Berg.“ Ihm selbst habe „Eldorado“ nie interessiert, sondern vielmehr, die Beschäftigung damit, den Berg zu erklimmen und zu sehen, was dahinter liegt. Allzu utopische Vorstellungen würden früher oder später scheitern. „Ich kenne viele Leute mit großen Visionen, die gar nicht erst gestartet sind“, weiß Sapre. Seiner Meinung nach ist es entscheidend, zu verstehen, was man tut und daraufhin den ersten Schritt zu gehen. Je weniger man von einem vorgefassten Bild gefangen ist, desto leichter könne man reagieren. Gründern rät Vijay Sapre deshalb vielmehr schnell und eigenständig bleiben, statt lange auf die Meinung von Beratern zu warten: „Es kommt darauf an, wie klug und flexibel man reagieren kann – auf positive, wie auf negative Dinge.“

 

„Bei Finanzen bin ich konservativ“

 

In Sachen Finanzen hält es der Hamburger selbst bodenständig. Doch genauso wichtig ist ihm ein flexibler und selbstbestimmter Handlungsspielraum. Vijay Sapres finanzielle Agenda fußt auf genau zwei Prinzipien: „Immer auf die Kosten und Gebühren achten, da sich diese über viele Jahre summieren.“ „Denn am Ende“, so weiß der Unternehmer aus Erfahrung, „kann das über Erfolg und Misserfolg entscheiden“. Der andere Rat, den er sich selbst gegeben hat, ist sein Anlageportfolio möglichst breit zu streuen und nicht mehr zu spekulieren, als man sich leisten kann. Bei finanziellen Entscheidungen kommt es auf die richtige Balance an. Egal was man auch vorhat, jeder sollte sich die Risiken seines Handelns bewusst machen, so Vijay Sapre, und dadurch selbst in der Lage sein, gute Entscheidungen zu treffen. Sein Lebensmotto lautet dazu passend: „Es ist wichtig, im Fahrersitz zu sitzen.“

 

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