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COVID-19: Welche Einflüsse hat das Virus auf die Wirtschaft?

von ‎04.03.2020 09:40 , bearbeitet ‎06.03.2020 11:15
17 Kommentare , 5 Likes

Seit sich der Corona-Virus in Europa verbreitet, kommen stündlich neue Meldungen, die viele Anleger verunsichern. Welche Einflüsse hatte das Virus bisher auf die Wirtschaft und welcher Ausgang ist aktuell denkbar?

 

50 Prozent der Erkrankten in China sind inzwischen genesen

 

Um die Entwicklung einschätzen zu können, lohnt sich ein Blick auf das Land, in dem der Virus ausgebrochen ist. In China geht die Anzahl der Infektionen inzwischen zurück. Die Anzahl der genesenen Personen liegt seit einigen Tagen über der Anzahl an Neuinfizierten. Mehr als 50 Prozent der Betroffenen sind inzwischen wieder gesund. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung innerhalb Deutschlands schätzt das Robert-Koch-Institut aktuell (Stand: 02.03.2020) als mäßig ein. Eine weitere Ausbreitung des Erregers ist zu erwarten. Dass das Virus einen Einfluss auf die wirtschaftlichen Prozesse hat, ist mittlerweile klar: die Medien betiteln ihn als einen Stresstest für die Industrie. Deutsche Unternehmen, die in China aktiv sind oder Produkte aus betroffenen Ländern und Regionen beziehen, haben aktuell mit Verzögerungen in den Produktionsabläufen und damit mit Umsatzverlusten zu kämpfen.

 

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Wirtschaftliche Folgen im ersten Quartal 2020

 

Durch den Corona-Virus und seine teils direkten wirtschaftlichen Auswirkungen sind kurzfristige ökonomische Folgen zu erwarten. Durch die Stilllegung der Wirtschaftstätigkeit in großen Teilen Chinas hat der Virus einen spürbaren Einfluss auf das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2020. Die Schwächung des chinesischen Marktes hat weltweit Folgen, da viele Produkte von dort bezogen werden die in der restlichen Welt verkauft bzw. in Lieferketten eingebunden sind. Die meisten Analysten erwarten, dass viele Unternehmen ihre Umsatz- und Gewinnprognosen für das erste Quartal nach unten korrigieren müssen. Der Wachstumsdämpfer im ersten Quartal kann aber Einfluss auf die Entwicklungen im restlichen Jahr 2020 haben. Maßnahmen der Regierungen und Zentralbanken können die wirtschaftlichen Auswirkungen im Jahresverlauf abmildern. Desweiteren kann es unter anderem zu Aufholeffekten der Wirtschaft, zum Beispiel durch Beschleunigung der Produktion kommen. Wie vergangene Krisen dieser Art (z.B. SARS in 2003) gezeigt haben, sind solche Aufholeffekte denkbar, sobald sich die Situation normalisiert hat.

 

Sorge um Rezession: kurzfristige Panikverkäufe vermeiden

 

An den Börsen spiegelt sich die Sorge um die kommenden Entwicklungen. Der DAX hat im Vergleich zu den Hochs in der Spitze teils mehr als 15 Prozent verloren, der EuroSTOXX 50 verliert zeitweise ebenso knapp 15 Prozent an Wert. Die Börsen in China verloren vergangene Woche unterproportional an Wert im Vergleich zu Europa. Die verzögerten Folgen des Corona-Virus kann aktuell niemand genau abschätzen. Ein Beispiel zum Aufatmen: Die Tagesschau Online meldete am 27. Februar, dass die chinesische Produktion bei BMW und VW bereits seit dem 17. Februar wieder angelaufen sei. Anleger sollten die Entwicklungen weiter genau beobachten, aber besonnen reagieren. Die aktuellen Verluste an den Börsen sind getrieben von der Sorge um eine mögliche Rezession. Langfristig orientierte Anleger sollten sich von kurzfristigen Panikverkäufen an den Börsen nicht beeindrucken lassen, sondern Ruhe bewahren.

Kommentare
von
am ‎06.03.2020 18:05
Sie greifen zu kurz. Die Situation beschränkt sich nicht auf China, es gibt viele andere betroffene Länder, z.B. Südkorea, Italien. Wie sich die Situation in USA entwickelt haben Sie auch nicht auf Ihrem Bildschirm. Dort gibt es ca. 22 Millionen Menschen ohne Krankenversicherung. Sie gehen nicht zum Arzt, wenn sie sich krank fühlen, sondern zur Arbeit, weil sie das Geld brauchen. Das kann Folgen haben. Ihr Kommentar ist daher völlig falsch, richtig ist nur, nicht unüberlegt zu verkaufen, nicht "ins offene Messer zu laufen". Von Consors hatte ich mehr Sachverstand erwartet. MfG Gerhard Krone
von
am ‎06.03.2020 18:36

" bottom fishing " seht vor. Man achte auf die aktuellen Infizierten. Also Infizierte minus Genesene. Börse antizipiert weit voraus. Man kann schon heute ein Viertel der Munitionen schießen. Ich kaufe seit vorgestern.  Viel Glück, Freunde!

von
am ‎06.03.2020 18:40
Ich finde den Kommentar gut. In einer Zeit, in der sich die Informationsindustrie mit hysterischen Meldungen überschlägt, ist es wohltuend, wenn jemand mit Gelassenheit reagiert. Irgendwann ist der Spuk vorbei und dann geht's wieder in die andere Richtung. So war es immer und so bleibt es. Selbstverständlich gibt es sehr viele Ungleichgewichte, die immer auch Risiken bergen. Auf der anderen Seite wird alles dafür getan, einen Zusammenbruch der Systeme zu verhindern. Wie das irgendwann endet, weiß niemand. Aber mit Sicherheit ist es besser, Miteigentümer eines Unternehmens zu sein als sein Geld irgendjemandem zu leihen.
von
am ‎06.03.2020 18:58

Solange es keine positiven Meldungen über den Verlauf und die Ausbreitung betreffend des Coronavirus gibt, bleiben die Aktienmärkte extrem nervös und volatil. Wer sich von dieser übertriebenen Hysterie und Panikmache nicht anstecken lässt, hat nun die Möglichkeit auf Schnäppchenjagt zu gehen. Viele Unternehmen stehen immmer noch sehr gut da und von Dividentenkürzungen oder gar Streichungen aufgrund des Virus hat man doch bisher noch nichts (oder nur sehr wenig) gehört. Nur, wann finden die Kurse einen Boden?

 

von
am ‎06.03.2020 19:29

Im Moment ist mir nicht klar, inwieweit sich die Krise in den USA auswirken wird,

aufgrund deren mangelhaftes Gesundheitssystem bewegen diese sich am Rande eines

Kontrollverlustes bzgl. der Ausbreitung/Eindämmung des Virus - so ich den Kommentaren

in Wirtschaft und Gesellschaft des Deutschlandradios glauben kann.  Für Europa denke ich, dass wir die wirtschaftlichen Folgen in ein paar Monaten überblicken und gegenreagieren

können, jedoch was die USA betrifft, warte ich ab, welche Zeichen von dort kommen und

ob und wie diese sich auf die Weltwirtschaft auswirken.

von
am ‎06.03.2020 20:45

Es gibt wie immer auch Gewinner. Welche Werte würdet Ihr empfehlen und worauf würdet Ihr den Schwerpunkt legen?

von
am ‎06.03.2020 21:00

Keine Panik. An John Bogle denken. Buy and hold. Sparplan läuft weiter, ggf. nachkaufen.
Alles wird gut. Solange man nicht Buchverluste realisiert, verliert man auch kein Geld.

von
am ‎06.03.2020 21:28

Nun, ich bin sehr konservativ und risikoarm bei Aktienkäufen. Ich schaue mir Deutsche Post AG an und finde, dass dieses Unternehmen, trotz solider und hervorragenden Umsätze zu stark "abgestraft" wurde. Geht man von einer Div. von 1,15 € pro Aktie aus. So ist die Rendite bei einem z.Zt. Kurs von 24,90 € bei 4,6 %. Meiner Meinung ein defensives und risikoarmes Invest. Zumal die Dividendenauszahlung steuerfrei erfolgt. Wie gesagt, meine subjektive Meinung.

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