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COP23: Nachhaltigkeit als Überlebensfrage der Menschheit

von am ‎07.11.2017 08:29
1 Kommentar

Die COP23 Klimakonferenz in Bonn findet vom 06.11. bis zum 17.11.2017 statt.

 

Nachhaltigkeit spielt heute eine entscheidende Rolle, wenn es um die Gestaltung der Rahmenbedingungen ökonomischen Handelns geht. Dabei umfasst dieser Begriff zwei Aspekte: den Schutz von Umwelt und Natur sowie die Schaffung und Erhaltung von menschenwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen.

 

 

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© Dominik Ketz

 

Die Folgen der rücksichtslosen Ausbeutung der Natur

 

Nachhaltigkeit als oberste Maxime der Ressourcennutzung? Es besteht kein Zweifel daran, dass die Einhaltung dieses Grundsatzes heute eine nicht hoch genug einzuschätzende Bedeutung für die Erhaltung der Natur und damit auch den Fortbestand der menschlichen Zivilisation besitzt. Ende Oktober erfuhr die Öffentlichkeit erneut, dass dringender Handlungsbedarf besteht: In einem dramatischen Appell warnte die UNEP (das Umweltprogramm der UNO), dass bis Ende dieses Jahrhunderts ein Anstieg der globalen Temperatur um mindestens drei Grad Celsius droht. Dieses Szenario wird nach Angaben der renommierten UN-Organisation selbst dann eintreten, wenn die Einhaltung aller bisher getroffenen Zusagen zum Klimaschutz erfolgt. Die Konsequenzen eines derart dramatischen Temperaturanstiegs wären verheerend, unter anderem bestünden sie in:

 

  • dem weltweiten Verlust von dicht besiedelten und sowohl landwirtschaftlich als auch industriell intensiv genutzten Küstenregionen, die aufgrund des Anwachsens des Meeresspiegels überflutet werden
  • der deutlichen Zunahme von extremen Wetterereignissen, vor allem in Form von Stürmen und Hitzewellen
  • der deutlichen Verringerung der weltweit erzielten landwirtschaftlichen Erntemengen aufgrund von Dürre und Versteppung sowie einem starken Anwachsen der Niederschlagsmengen in verschiedenen Regionen der Welt
  • globalen Fluchtbewegungen in bislang nicht gekanntem Ausmaß
  • einem erdgeschichtlich einzigartigen Artensterben von Pflanzen und Tieren.

 

Um dem Prinzip der Nachhaltigkeit gerecht zu werden und dieses katastrophale Zukunftsszenario zu verhindern, fordert die UN die Einhaltung einer Vereinbarung zwischen den Generationen. Eine Generation darf die natürlichen Lebensgrundlagen nur auf eine Weise nutzen, die nicht zu Einschränkungen der Verfügbarkeit dieser Ressourcen in der nächsten Generation führt.

 

COP23: Hoffentlich ein Meilenstein in Sachen Klimaschutz

 

Hinter der unscheinbaren Abkürzung COP23 verbirgt sich die Bezeichnung der 23. Klimakonferenz der UN, die vom 6. bis zum 17. November 2017 in Bonn stattfindet. COP steht dabei für die „Conference of the Parties“, die alljährlich an wechselnden Orten und mittlerweile zum 23. Mal abgehalten wird. In diesem Jahr erwarten die Veranstalter bis zu 25.000 Teilnehmer als offizielle Vertreter ihrer Länder sowie weitere 500 Personen, die Nicht-Regierungsorganisationen repräsentieren. Auf der Agenda der diesjährigen UN Klimakonferenz steht die Verhandlung der Details des Pariser Abkommens von 2015. Fachleute und umweltbewusste Verbraucher hoffen gleichermaßen, dass diese Zusammenkunft möglichst weitreichende konkrete Handlungsanweisungen für die beteiligten Regierungen festlegt, die das Erreichen der ehrgeizigen UN-Klimaziele wahrscheinlicher macht.

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 Gelände der COP23 in Bonn

 

Nachhaltiges Investment – auch für Privatanleger sinnvoll

 

Neben Sicherheit und Rendite steht bei der Geldanlage zunehmend die Nachhaltigkeit von Investments im Fokus. Finanzorganisationen reagieren mit innovativen Produkten auf das Bedürfnis von Verbrauchern, ihr Kapital so anzulegen, dass auch Umwelt und Klima davon profitieren. Mittlerweile stehen verschiedene Möglichkeiten bereit, um diese Zielsetzung wirkungsvoll umzusetzen. Erfreulicherweise hat die bisherige Entwicklung eines Großteils dieser neuartigen Investmentformen gezeigt, dass Anleger, die auf Nachhaltigkeit setzen, weder auf lohnende Verzinsung noch auf ein hohes Maß an Absicherung verzichten müssen.

 

Insbesondere ökologisch ausgerichtete Fonds bieten sich für diese Art des Anlegens an. Sie vereinen die Vorzüge von offenen Fonds, insbesondere die Risikominderung durch Diversifikation sowie die hohe Fungibilität der Anteile, mit dem Prinzip des nachhaltigen Wirtschaftens. So erfreuen sich zum Beispiel Umweltfonds großer Beliebtheit, die ihr Kapital für den Kauf von Anteilen an Unternehmen verwenden, die sich durch die folgenden Merkmale auszeichnen:

 

  • Herstellung von ökologisch verträglichen oder dem Umweltschutz dienenden Erzeugnissen und Dienstleistungen
  • Ressourcen- und klimaschonende Produktionsweise
  • Einhaltung von sozialen und ökologischen Standards

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Strategische Kriterien des nachhaltigen Investierens

 

Derartige Fonds ermöglichen es Anlegern, Beträge auf ethische Weise zu investieren. Da das Angebot inzwischen stark angewachsen ist, können an Nachhaltigkeit interessierte Privatkunden bei der Auswahl der Fonds bewusst Schwerpunkte setzen. Dabei kann es sich entweder um einen thematischen Fokus handeln, der sich beispielsweise auf alternative Energieerzeugung oder Recycling bezieht. Oder der Anleger orientiert sich an geografischen Kriterien, zum Beispiel an Anlageformen in Schwellenländern in Fernost oder Afrika. Es ist zu erwarten, dass diese moderne Form des nachhaltigen Investments weltweit noch mehr Anhänger finden wird. Durch den Kauf von Anteilen an ökologisch orientierten Fonds kann jeder Verbraucher einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zum Schutz von Umwelt und Klima leisten.

 

Fazit:

  • Nur eine drastische weltweite Verschärfung der Umweltgesetze, insbesondere in Bezug auf die Emission klimaschädlicher Treibhausgase, kann eine Klimakatastrophe verhindern
  • Experten setzen diesbezüglich große Hoffnungen auf die in Bonn stattfindende COP23 
  • Nachhaltig orientierte Investmentfonds stellen eine ökologisch und ethisch wertvolle Alternative zu einigen konventionellen Anlageformen dar

 

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Kommentare
von
am ‎21.11.2017 18:33

Schade, dass mir bisher niemand  - auch kein befragter Politiker -  erklären konnte, warum bei so einem Gipfel 25.000 Teilnehmer "beraten" sollen oder dies gar können.

 

Für einen Gipfel mit Entscheidungen sind es viel zu viele Personen, wohl die notwendigen Claqueure um zum Beifall geben.  Richtige Gipfel (EU oder UN) kommen mit viel weniger Teilnehmern aus und bringen dann auch realisierbare Ergebnisse.

 

Richtig betrachtet, war es ja auch kein Gipfel sondern nur eine Konferenz. Aber auch für eine Konferenz, die brauchbare, umsetzbare Ergebnisse erarbeiten soll, sind mehr als 250 Teilnehmer oft nicht mehr handlungsfähig, trotz des Splittings der Teilnehmer in Arbeitsgruppen, die dann ihre (Ergebnis?)Berichte in der Schluss-Sitzung präsentieren. Auch hier kommt danach meistens nur ein unverbindlicher Bericht (Report nennt man das heute Smiley (fröhlich)) heraus, der dann in den Ministerien in die Sammlung der Berichte wandert. Erzielen Konferenzen wirklich umsetzbare Ergebnisse, die dann als Empfehlung berichtet werden, dann wurden die Elemente dazu von wenigen Fachleuten der beteiligten Gremien (Regierungen der Lead-countries) zuvor abgesprochen und zum Schluss den Ministern zur TV-Show des Unterschreibens präsentiert.

 

Show gehört eben heutzutage in unseren Mediengesellschaften zum politischen Geschäft.

Nur, der Reise-Tourismus darum herum kostet nicht nur viel Geld sondern ist nicht gerade umweltfreundlich und Resourcen schonend.