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Beiersdorf AG – eine Erfolgsgeschichte seit über 130 Jahren

Das deutsche Traditionsunternehmen vereint weltweit bekannte Marken wie Nivea, Tesa oder Eucerin.

 

Blau ist die prägende Farbe und Nivea die prägende Erfolgsmarke der Beiersdorf AG. Erfolgreich ist das Unternehmen auch mit Tesa, Labello oder Hansaplast.

Klebefolien und Hautcreme sorgen seit 1882 für stetig wachsende Erfolge und unternehmerische Stabilität bei Beiersdorf. Durch den Erfindergeist und Ideenreichtum zweier Hamburger Apotheker wurde ein stabiles Fundament für das heutige Weltunternehmen geschaffen, das noch immer seinen Hauptsitz in Hamburg hat und seit 2008 zu den wirtschaftsstarken DAX-Unternehmen gehört.

 

Nivea.jpg

Nivea-Haus in Hamburg, Quelle: Unternehmen

 

Beiersdorf – Vom Pflaster zum Tesa-Film

 

Den Grundstein für den heutigen Weltkonzern Beiersdorf legte der Hamburger Apotheker Paul Carl Beiersdorf im Jahr 1882 mit der Entwicklung eines seinerzeit neuen Verfahrens zur Herstellung von Wundpflastern. Mit seiner Patentanmeldung für die Herstellung von medizinischen Pflastern schrieb er den Beginn der heute weltweit bekannten Marke Hansaplast. Bereits acht Jahre nach der Firmengründung verkaufte Beiersdorf aufgrund eines familiären Schicksalsschlags das Unternehmen an seinen Apotheker-Kollegen Oscar Troplowitz. Der Namensgeber des heutigen Unternehmens verlor später sein gesamtes Vermögen und beging 1896 Selbstmord. Oscar Troplowitz führte die von Beiersdorf begonnenen Entwicklungen weiter und produzierte neben medizinischen Pflastern auch Klebebänder. Bereits 1935 entwickelte das Unternehmen einen ersten transparenten Klebefilm und gab ihm den Namen Tesa-Film. Heute ist die Tesa SE ein eigenständiges Tochterunternehmen der Beiersdorf AG und vermarktet mehr als 6.500 Produkte in über 100 Ländern. Dazu gehören auch medizinische Wirkstoffpflaster und das Tesa Holospot-System zur Produkt-Authentisierung.

 

Labello – Eine Marke seit 1909

 

Oscar Troplowitz arbeitete wie bereits zuvor Paul Carl Beiersdorf eng mit dem Dermatologen Paul Gerson Unna und dem Chemiker Isaac Lifschütz zusammen. Aus dieser Zusammenarbeit ging 1909 der erste Labello Lippenpflegestift hervor, eine Marke, die der Konzern bis heute erfolgreich vertreibt. Dieser Lippenpflegestift war der erste in einem Schiebehülsen-Gehäuse, was die Anwendung gegenüber früheren Produkten deutlich vereinfachte. Die drei Wissenschaftler arbeiteten außerdem an der Entwicklung einer stabilen Verbindung für eine neue Hautcreme.

 

Nivea verbindet erstmals Wasser und Öl

 

Im Verlauf der Zusammenarbeit gelang es Isaac Lifschütz, einen neuen Emulgator, das Eucerit, zu entwickeln. Mit diesem Emulgator war es erstmals möglich, eine stabile Wasser-in-Öl-Emulsion herzustellen, die sich leicht verreiben ließ und die Haut schützte, ohne einen luftundurchlässigen Fettfilm zu hinterlassen. Die daraus entwickelte Creme hatte eine schneeweiße Farbe und erhielt daher ihren Namen Nivea, was wörtlich übersetzt „Die Schneeweiße“ bedeutet. Mit der Entdeckung des Eucerits nahm die Erfolgsgeschichte der Nivea Creme und des Unternehmens Beiersdorf ihren Lauf. Heute ist Nivea eine der führenden Marken für pflegende Kosmetikprodukte weltweit. Weitere Marken wie die

 

  • Deo- und Seifenprodukte 8x4
  • medizinischen Hautpflegeprodukte der Serie Eucerin
  • traditionsreichen Kosmetikprodukte von Florena
  • Atrix Handpflegeprodukte
  • La Prairie Anti-Aging-Hautpflege

 

und die nur auf dem chinesischen Markt angebotenen Haarpflegeprodukte SLEK sind neben Labello, Hansaplast und Tesa heute die Erfolgsprodukte von Beiersdorf.

 

Die lebhafte Entwicklung der Beiersdorf AG

 

Oscar Troplowitz nahm seinen Schwager Otto Hans Mankiewicz 1906 als Teilhaber in sein Unternehmen auf, der grundlegend zur Etablierung und internationalen Bekanntheit der geführten Marken beitrug. Gemeinsam führten sie das Unternehmen erfolgreich bis zu ihrem Tod 1918. Danach wurde die Firma in eine GmbH umgewandelt und schließlich ab 1922 in eine Aktiengesellschaft. Aufgrund der frühen internationalen Bekanntheit gründete die Beiersdorf AG Produktionsstätten in 23 Ländern und war bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs weltweit vertreten. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten in Deutschland geriet das Unternehmen aufgrund der jüdischen Herkunft der Gründerfamilie unter Druck, sodass die aktiven jüdischen Mitglieder der Geschäftsführung zurücktraten. Um die Werbung für Nivea trotz des Drucks während dieser schweren Zeit unabhängig von nationalsozialistischen Einflüssen zu gestalten, beschäftigte Beiersdorf die Gattin des späteren Bundespräsidenten und Werbe-Expertin Elly Heuss-Knapp. Nach Kriegsende waren die Hamburger Produktionsstätten zerstört und die internationalen Gesellschaften wurden beschlagnahmt. Die Markenrechte wurden in allen Ländern verkauft. Mühselig musste das Unternehmen die einzelnen Markenrechte bis in die 1990er Jahre zurückkaufen und die internationalen Geschäfte erneut aufbauen. Parallel dazu entwickelte Beiersdorf zahlreiche neue Produkte und Patente und zählt daher heute zu den erfolgreichen und DAX-notierten Unternehmen in Deutschland.

 

Beiersdorf-Aktien auf Erfolgskurs

 

Um die Jahrtausendwende wurde es nochmals unruhig um die Mehrheitsbeteiligungen an der Beiersdorf AG. Eine drohende Übernahme durch den US-amerikanischen Konkurrenten Procter & Gamble oder den französischen L'Oreal-Konzern konnte jedoch mit der sogenannten Hamburger Lösung abgewendet werden, an der neben der Tchibo Holding AG auch die städtische Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH mitwirkte. 2007 erfolgte die Umbenennung der Tchibo Holding AG in die Maxingvest AG. Einen Anteil von 9,99 % der Aktien hält die Beiersdorf AG selbst und über 36 % befinden sich in Streubesitz. Die Beiersdorf-Aktie bewegt sich seit der Finanzkrise 2009 auf einem stetigen Aufwärtskurs und verzeichnet seit 2015 Werte zwischen 70 und 89 Euro. Aufgrund der starken Markenpositionierung der Beiersdorf AG und dem breiten Sortiment ist die Unternehmensführung für die zukünftige Entwicklung des Konzerns positiv gestimmt. Es ist allerdings zu beachten, dass das Unternehmen aufgrund der hohen internationalen Aktivität sehr von Währungseffekten abhängig ist und in einigen Märkten in der Vergangenheit lediglich ein geringes Wachstum verzeichnen konnte.

 

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Beiersdorf-Headquarter in Hamburg, Quelle: Unternehmen

 

Fazit:

 

  • Mit ihrer Gründung im Jahr 1882 ist die Beiersdorf AG ein deutsches Traditionsunternehmen.
  • Die führenden Marken der Beiersdorf AG sind Nivea, Tesa und Hansaplast.
  • Als europäische Aktiengesellschaft ist die Tesa SE ein eigenständiges Tochterunternehmen.
  • International ist die Beiersdorf AG auf allen Kontinenten vertreten.
  • Eine Übernahme durch Procter & Gamble wurde erfolgreich abgewehrt.
  • Beiersdorf-Aktien sind langfristig auf Erfolgskurs.

 

Gehören die Produkte der Beiersdorf AG auch fest zu Ihrem Haushalt? Und wie sehen Sie die Entwicklung der Marke zu einem weltweiten Großkonzern?

1 Kommentar

Routinierter Autor

Wenn ich mir meine Töchter und ihre Freundinnen anschaue, wie viel Labellos ständig von denen konsumiert werden. Große Teile ihrer Freizeit verbringen diese mittlerweile im DM und dort sind Produkte von Nivea sehr gut platziert. Gesichtcrems, Beautyprodukte und Duschgels laufen denke ich sehr gut, bekommen aber wie es mir erscheint immer mehr Konkurrenz durch billig Marken. Zu Weihnachten verklebe ich Hunderte Tesa Powerstrips an die Fenster und Türen in meinem Haus und auch was Wundpflaster angeht benutzt man hier immer wieder Produkte von Beiersdorf. Nichts desto trotz erscheint mir die Aktie von Beiersdorf nicht unterbewertet und gehört derzeit nicht zu meinem Depot.

 

Befindet sich jedoch auf der Watchlist.