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BASF – die Entwicklungsgeschichte eines Chemie-Giganten

Ursprünglich zur Verwertung von Nebenprodukten der Leuchtgasproduktion gegründet, ist BASF heute der weltgrößte Chemiekonzern.

 

Der Name „Badische Anilin- und Sodafabrik“ erinnert noch an die Wurzeln von BASF. Die Geschichte des Konzerns auf seinem Weg zum Chemiekonzern ist spannend. Der weltgrößte Chemieriese hat seinen Sitz bis heute in Ludwigshafen, allerdings ist das Unternehmen auf über 390 Produktionsstandorte in 80 Ländern der Welt angewachsen. Die über 113.000 Mitarbeiter erwirtschafteten 2017 einen Umsatz von 64,5 Milliarden Euro, dabei ein operatives Ergebnis von 8,5 Milliarden Euro.

 

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Quelle: BASF

 

Die Badische Anilin- und Sodafabrik

 

Als die BASF im Jahr 1865 mit einem Stammkapital von 1,2 Millionen Gulden in Mannheim gegründet wird, dient das Unternehmen nur zur gewinnbringenden Verwertung von Abfällen aus der Leuchtgasproduktion. Der bei der Leuchtgasherstellung anfallende Steinkohlenteer soll durch Verkokung zu Farbstoffen auf Anilin- und Teerbasis für die Textilindustrie werden. Bereits in der Gründungswoche erfolgt der Umzug nach Ludwigshafen, dem heutigen Stammsitz, um weitere 1,5 Millionen Gulden Fördergelder zu gewinnen. Das Kapital ermöglicht die Anstellung der besten Chemiker, die den Grundstock für den Erfolg von BASF legen. Schon nach wenigen Jahren erfolgt die Expansion ins Ausland, und auf der Weltausstellung 1900 in Paris präsentiert sich das Unternehmen bereits als weltgrößte Chemiefabrik. Das Sortiment wird um Düngemittel erweitert. Trotz Konkurrenz durch amerikanische Konzerne wie DuPont entwickelt sich die BASF erfolgreich weiter. Auch nach Gründung der I. G. Farben durch den Zusammenschluss der führenden Chemiekonzerne in Deutschland kann die BASF ihre Marktstellung halten und ausbauen. Erst der Zweite Weltkrieg kann den Erfolg des Unternehmens bremsen.

 

Die BASF ab 1950

 

Nach dem Krieg verfügen die Alliierten die Auflösung der I. G. Farben, und die BASF nimmt 1952 als Aktiengesellschaft mit einem Stammkapital von 100.000 DM unter französischer Aufsicht den Betrieb wieder auf. In den ersten Jahren ist unklar, ob das Unternehmen konkurrenzfähig sein kann. Doch ab Mitte der 1950er Jahre zeichnet sich durch die Herstellung von Styropor und Perlon der Erfolg wieder ab. Gleichzeitig erfolgt der systematische Aufbau von Produktionsstätten im Ausland. Im Jahr 1965 ist der Konzern auf 56.000 Mitarbeiter gewachsen und erwirtschaftet einen Umsatz von rund 4 Milliarden DM. In den folgenden Jahrzehnten erfolgt der Ausbau der Produktsparten. Neben Farben und Lacken spielen Grundstoffe für Waschmittel, Magnetbänder sowie der Aufbau einer eigenen Pharma-Sparte eine Rolle. Dazu geht die BASF zahlreiche Kooperationen mit geeigneten Partnern ein oder übernimmt passende Unternehmen. Zwischenzeitlich ändert die Aktiengesellschaft Ihren Namen auf das heute bekannte Kürzel BASF. Die Produktsparten werden immer stärker erweitert, unrentable Branchen abgestoßen. Trotz des Erfolgs des Unternehmens bleibt der Aktienkurs niedrig und über lange Zeit kaum beweglich. Drastische Veränderungen bringt erst das neue Jahrtausend.

 

Die BASF ab 2000

 

Ab der Jahrtausendwende kommt Bewegung in den Aktienkurs der BASF. Das Unternehmen trennt sich 2001 von seiner Pharma-Sparte und eröffnet in Antwerpen die weltweit größte Produktionsstätte für Superabsorber. Die Kunststoffe können ein Vielfaches ihres Grundvolumens an Wasser und wässrigen Lösungen aufnehmen und werden unter anderem in Babywindeln, aber auch in Kabelummantelungen für Tiefseeleitungen verwendet. Mit dem Bau der Produktionsstätte festigt der Konzern seine Stellung als Weltmarktführer in diesem Bereich. Die BASF-Aktie reagiert mit einer leichten Aufwärtsbewegung.

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Pflanzenbiotechnologische Forschung in Nordamerika. Quelle: BASF

 

Ab 2005 geht es mit dem Unternehmen und der Aktie nahezu stetig aufwärts. In diesem Jahr nimmt der Standort in Nanjing seine Arbeit auf. Dort produziert BASF Styrol, Polystyrol, Ethylen sowie Polypropylen. Im Folgejahr übernimmt das Unternehmen die Bauchemie von Degussa und zwingt die US-amerikanische Engelhard Corporation, einer Übernahme zuzustimmen. Bei dem bisher größten Coup der Firmengeschichte erweitert BASF sein Portfolio um 22 Produktions- und Entwicklungsstandorte sowie 50 Produktionsstätten – der Kurs gewinnt deutlich an Zuwachs. Der Kauf eines amerikanischen Lackherstellers und die Inbetriebnahme einer Produktionsstätte für Superabsorber, die die Produktivität der Stätte in Antwerpen um 50 Prozent übertrifft, lassen den Kurs weiter steigen.

 

Die BASF SE

 

Im Sommer 2000 ändert die BASF ihre Gesellschaftsform zur Societas Europaea um. Trotz weiteren Wachstums, u. a. durch Übernahme der Ciba AG, bekommt nun auch BASF die Finanzkrise zu spüren. Der Aktienkurs fällt auf Werte um die Zeit der Jahrtausendwende zurück. Allerdings kann die Krise den Erfolg des Konzerns nicht lange bremsen. Seit Anfang 2009 weist die Aktie von BASF ein solides Wachstum mit geringen Schwankungen auf. Heute unterteilt sich das Geschäft in sechs Segmente, zu denen insgesamt 15 Produktgruppen gehören. Zu den Hauptgeschäftsfeldern von BASF zählen:

 

  • Kunststoffe
  • Chemikalien
  • Pflanzenschutzmittel und Ernährung
  • Veredelungsprodukte für Farben, Reinigungsmittel, usw.
  • Öl und Gas
  • Functional Solutions

 

Fazit:

 

  • BASF ist ein Unternehmen mit mehr als 150 Jahren Firmengeschichte
  • Aus der kleinen Anilin- und Sodafabrik ist der weltgrößte Chemiekonzern entstanden
  • Seit der Jahrtausendwende zeigt sich die BASF Aktie als stabil und wachstumsstark, selbst die Finanzkrise konnte dem Konzern wenig anhaben

 

Wie sehen Sie die Aktienlage von BASF? Gehört sie für Sie ins Portfolio oder halten Sie eine Geldanlage für risikoreich? Teilen Sie Ihre Meinung mit uns und den anderen Lesern!

1 Kommentar

Regelmäßiger Besucher

Ich habe BASF jetzt so ungefähr 10 Jahre lang im Depot, und freue mich jedes Jahr über die (meist) schöne Dividende, und den (meist) schönen Kursanstieg. Für mich ist sie eine sehr gute "Einsteiger-Aktie" (und das meine ich nicht abwertend), die zumindest dann ins Depot gehört, wenn man mal sehen will wie das so geht, mit der Geldanlage in Aktien. Und dann behält man sie vielleicht auch einfach, weil sie sich langfristig rentiert.