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Börsen-Basics: Was sind Value- und Growth-Aktienfonds?

15.11.2022 16:26

Wenn Sie Ihr Geld in Aktienfonds anlegen möchten, stoßen Sie früher oder später auf die Begriffe „Value“ und „Growth“. Doch was bedeuten diese? Die bloßen Übersetzungen helfen nicht unmittelbar weiter: „Value“ steht zwar für „Wert“ und „Growth“ für „Wachstum“. Aber geht es nicht immer um einen Wertzuwachs? Richtig – und natürlich verfolgen sowohl Value- als auch Growth-Fonds dieses Ziel. Sie unterscheiden sich aber in der Methodik, dieses Ziel zu erreichen – konkret beim Auswahlprozess der relevanten Aktien.

 

Value-Aktienfonds: Investitionen in Substanzwerte

 

Aktienfonds mit einer Value-Strategie investieren wertorientiert. Sie setzen auf Unternehmen, deren aktueller Kurs angesichts der fundamentalen Kennzahlen günstig erscheint. Zu diesen Kennzahlen gehören beispielsweise das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV), das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und die Dividendenrendite. Wichtig sind darüber hinaus stabile, wenig schwankende Erträge. Meist handelt es sich deshalb um etablierte Unternehmen mit einer festen Marktposition, etwa aus den Bereichen Industrie, Handel und Banken. Die grundlegende Idee hinter der Strategie: Im Laufe der Zeit nähert sich der Preis der günstig erworbenen Aktien dem „wahren“ Wert an. Populär wurde dieser Anlagestil vor allem durch Warren Buffett. Das „Orakel aus Omaha“ gilt als der erfolgreichste Value-Investor aller Zeiten.

 

Was sich in der Theorie einfach anhört, ist in der Realität allerdings komplizierter. Eine Gefahr bei einer wertorientierten Anlagestrategie sind „Value Traps“ („Wertfallen“). Dabei handelt es sich um Aktien, die auf den ersten Blick günstig erscheinen, es aber nicht sind. Etwa, weil ein Unternehmen aufgrund mangelnder Innovationskraft den Anschluss an die Konkurrenz verloren hat. Hier ist die Fondsverwaltung gefordert: Im Gegensatz zum Privatanleger, der meist nicht über das Wissen und die Erfahrung verfügt, ist der Fondsmanager im Idealfall in der, solche Value Traps von echten Substanzwerten zu unterscheiden und zu meiden.

 

 

Growth-Aktienfonds: Anlage in aussichtsreiche Wachstumswerte

 

Während sich beim Value-Investing alles um die gegenwärtige Bewertung dreht, steht beim Growth-Ansatz das zukünftige Wachstum im Mittelpunkt. Solche Fonds legen das verwaltete Geld in Sektoren und Branchen mit hohem Wachstumspotenzial an. Das klassische Beispiel sind Technologieaktien, etwa aus den Sparten IT, Biotechnologie, E-Mobilität und erneuerbare Energien.

Normalerweise sind solche Aktien gemäß klassischen fundamentalen Kennzahlen hoch bewertet. Die Auswahl erfolgt vor allem anhand der erwarteten zukünftigen Gewinne. Eine wichtige Kennzahl ist hier das PEG-Ratio – das Price-Earnings-to-Growth-Ratio. Dabei wird das aktuelle KGV im Verhältnis zum geschätzten Gewinnwachstum betrachtet. Manche Wachstumsunternehmen erzielen allerdings noch gar keine Gewinne, weil sie alle Erträge in die weitere Expansion investieren.

Die Herausforderung bei der Growth-Strategie besteht darin, die Aussichten von Branchen und einzelnen Unternehmen korrekt zu beurteilen. Dazu ist manchmal tiefgreifendes Know-how notwendig. Etwa, um einzuschätzen, ob eine neue Technologie das Zeug zur Marktreife hat. Bei spezialisierten, technologielastigen Fonds sind deshalb oft Experten mit Branchenerfahrung Teil des Management-Teams.

 

 

Fließende Übergänge im Zuge des technologischen Wandels

 

In den letzten Jahren hat sich die Abgrenzung zwischen einem wert- und einem wachstumsorientierten Anlagestil aufgeweicht. Der Grund: Ehemals reine Wachstumswerte aus dem Internet- und Technologiesektor sind inzwischen etablierte Unternehmen mit gefestigter Marktposition, wenn auch hohen Bewertungen. Um herauszufinden, ob ein Aktienfonds eine wert- oder eine wachstumsorientierte Strategie verfolgt, empfiehlt sich ein Blick in den Fonds-Prospekt. Der Name kann auch einen Hinweis geben.

 

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Die zyklische Entwicklung von Value- und Growth-Fonds

 

Allgemein gelten Aktienfonds mit Value-Strategie als eher defensiv, solche mit Growth-Strategie als riskanter. Dies ist plausibel, weil ein Rückschlagpotenzial droht, wenn sich die positiven Zukunftserwartungen nicht erfüllen. Zudem sind Wachstumsunternehmen im Durchschnitt stärker von Fremdkapital und damit vom Zinsniveau abhängig. Bei steigenden Zinsen sind Substanzwerte typischerweise im Vorteil. Obendrein sind aus der Sicht von Anlegenden bei höheren Zinsen die zukünftigen Gewinne von Wachstumsfirmen in der Gegenwart weniger wert. Der höhere Abzinsungsfaktor macht die Papiere weniger attraktiv, was sich tendenziell in den Kursen widerspiegelt.

 

Wichtig bei der Betrachtung ist jedoch auch das zyklische Verhalten der beiden Anlagestrategien. Sie wechseln sich bei der Performance ab: Die 1990er-Jahre waren eine gute Zeit für Wachstumsaktien, die schließlich mit dem Platzen der Dotcom-Blase 2001 ihr Ende fand. Danach lagen bis 2008 Substanzwerte vorn. Ab 2008 sorgten rasante technologische Fortschritte sowie die lockere Geldpolitik der Zentralbanken dafür, dass Wachstumswerte die Value-Aktien überflügelten. Seit Ende 2020 feiern Value-Aktien ein Comeback. Begünstigt wird diese Entwicklung durch das aktuelle Umfeld aus hohen Inflationsraten und steigenden Zinsen.

 

 

Value und Growth: ausgewählte Top-Fonds von der Consorsbank

 

Viele Anlegende stellen sich natürlich die Frage: Welche Art von Fonds ist besser? Wie immer gilt: Prognosen sind mit Vorsicht zu genießen. Doch statt nur in Value- oder nur in Growth-Fonds anzulegen, gibt es noch eine dritte Option: Sowohl wertorientierte als auch wachstumsorientierte Fonds im Depot zu haben. Dabei lässt sich die Gewichtung je nach Risikoneigung und erwartetem wirtschaftlichem Umfeld anpassen.

 

Eines haben Value- und Growth-Fonds übrigens gemeinsam: Um eine Überrendite zu erzielen, kommt es auf die Qualität des Fondsmanagements an. Diese haben die Top-Fonds bei der Consorsbank in der Vergangenheit bewiesen. Sie verfügen über ein Morningstar-Rating von 4 oder 5 Sternen. In das Rating fließt neben der Rendite das eingegangene Risiko ein.

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Fazit: 

  • Aktienfonds mit einer Value-Strategie investieren das Geld wertorientiert in fundamental günstig bewertete Unternehmen, weil sie dort Aufholpotenzial sehen.
  • Fonds, die eine Growth-Strategie fahren, konzentrieren sich auf aussichtsreiche Wachstumsunternehmen. Die zukünftige Gewinnerwartung ist hier wichtiger als die aktuelle Bewertung der Papiere.
  • Bei der Performance wechseln sich die beiden Anlagestile zyklisch ab.

 

Value- oder Growth-Investing: Bevorzugen Sie klar eine Strategie oder setzen Sie bei der Auswahl Ihrer Fonds auf eine Mischung? Wir freuen uns über Ihre Kommentare.