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Ausblick 2022: Wir werfen einen Blick auf wichtige Faktoren

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Und natürlich stellt sich jetzt schon die Frage: Was bringt 2022 für die Märkte, für Anlegende und Trader? Doch nicht nur in Bezug auf die Geldanlage ist diese Frage von Interesse. Denn die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen haben teilweise auch Auswirkungen auf den normalen Alltag – bis hin zum täglichen Einkauf.

 

Das beherrschende Thema der nächsten Zeit: Inflation

 

Es braucht inzwischen keinen Blick mehr auf die offiziellen Inflationsbarometer – ein Blick auf den Kassenzettel im Supermarkt genügt: Die Inflationsrate steigt in bedenkliche Höhen. Im November betrug die Teuerung in Deutschland gegenüber dem Vorjahresmonat voraussichtlich 5,2 Prozent. Dies ist der höchste Wert seit 1982. Noch stärker schlägt der Kaufkraftverlust beim US-Dollar zu. In den USA erreichte die Inflationsrate im Oktober 6,2 Prozent und damit ein 30-Jahres-Hoch.

Aus der Sicht von Anlegenden lässt sich die hohe Inflation jedoch aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten:

 

  • Zum einen beflügeln hohe Inflationsraten tendenziell Anlagen, die einen Inflationsschutz und/oder eine positive Nettorendite versprechen. Hier ist ein wesentlicher Grund für den Anstieg gewisser Sektoren an den Aktienmärkte zu suchen – und dieser Trend könnte sich fortsetzen. Weitere Profiteure hoher Inflation sind häufig Anlageklassen wie Immobilien & Rohstoffe. Diese lassen sich nicht beziehungsweise nur begrenzt vermehren.
  • Auf der anderen Seite steigt mit der Inflationsrate die Wahrscheinlichkeit eines Kurswechsels der Zentralbanken. Zwar haben diese kein Interesse daran, Verwerfungen auf den Märkten zu verursachen. Trotzdem könnte eine Zinswende möglicherweise auch eine Trendwende bei Aktien & Co mit sich bringen. Wie heftig diese gegebenenfalls ausfällt, lässt sich aber nicht prognostizieren. Es steht jedoch zu befürchten, dass dieser Effekt bei Wachstumsunternehmen, insbesondere wenn sie noch nicht profitabel sind, überproportional groß ausfallen könnte. Dies liegt daran, dass zukünftige Gewinne bei hohen Zinsen in der Gegenwart weniger wert sind.

 

Bleiben Fed und EZB bei der Nullzinspolitik?

 

Wer langfristig orientiert anlegt, kann dieser Thematik einigermaßen entspannt gegenüberstehen. Wer jedoch kurzfristiger orientiert ist, sollte die Aktionen der amerikanischen Zentralbank Federal Reserve (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) genau im Auge behalten.

In den USA gibt es bereits Indizien für ein mögliches Ende der Politik des billigen Geldes: Die Fed gab am 3. November bekannt, den Ankauf von Anleihen – das Quantitative Easing – zu reduzieren. Zu dieser unkonventionellen Form der Geldmengenausweitung über die Nullzinspolitik hinaus hatte die US-Zentralbank ab März 2020 gegriffen. Ziel war es, die Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft zu mildern. Außerdem betonte die Fed das langfristige Inflationsziel von 2 Prozent.

Ein Hinweis darauf, dass die Zinswende in den USA schon nächstes Jahr kommen könnte? Mit diesem Schritt rechnen laut einer neuen Reuters-Umfrage viele Ökonomen nun im vierten Quartal 2022. Bisher ging der Konsens von 2023 aus. Steigt die Inflation weiter, könnte sich die Fed zu einem noch früheren Handeln gezwungen sehen.

Bei der EZB ist eine Zinswende dagegen noch nicht in Sicht. Allerdings hätte ein Kurswechsel in der US-amerikanischen Geldpolitik globale Auswirkungen – und somit auch auf Europa.

 

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Das Lieferkettenproblem und die Coronakrise

 

Im Sommer sah es noch so aus, als wäre die Pandemie fast überwunden. Inzwischen hat sich die Lage durch die vierte Welle wieder verschärft. Und das Auftauchen der Omikron-Variante führte jüngst zu einem heftigen Kursrutsch: Am 26. November sank der DAX um über 4 Prozent. Nur Impfstoffhersteller und sogenannte Stay-at-home-Aktien wie etwa Online-Händler profitierten. Am darauffolgenden Montag entspannte sich die Lage zwar wieder. Allerdings zeigt das Ganze: Das Thema Corona beschäftigt uns wohl noch eine Weile.

Das Gleiche gilt für die Probleme mit den globalen Lieferketten. Sie sind immer noch nicht beseitigt und tragen zum Auftrieb der Verbraucherpreise bei. Gleichzeitig hemmen sie das mögliche Wirtschaftswachstum. Das zeigt sich in Deutschland beispielsweise am neuerlichen Rückgang des ifo-Geschäftsklimaindex im November – zum fünften Mal in Folge.

 

Gute oder schlechte Nachrichten? Die Erwartung zählt!

 

Also eher schlechte Aussichten für die Börse? Nicht ganz – denn an den Märkten gilt: Es kommt auch auf die Erwartung an. Das Lieferkettenproblem ist beispielsweise wohlbekannt und damit wahrscheinlich zum Großteil eingepreist. Ebenso verhält es sich vermutlich mit den Auswirkungen der Pandemie. Das eröffnet die Möglichkeit für positive Überraschungen und ein sprichwörtliches Aufatmen, wenn sich die Lage entspannt. Das beträfe praktisch die gesamte Wirtschaft. Besonders profitieren könnten die am stärksten gebeutelten Branchen – etwa die Automobilindustrie und die Touristikbranche.

So scheint 2022 alles auf ein Tauziehen zwischen positiven und negativen Faktoren, begleitet von hoher Volatilität hinauszulaufen: auf der einen Seite ein mögliches Ende der Pandemie und der Lieferkettenprobleme – auf der anderen Seite eine drohende vorzeitige Zinswende in den USA.

 

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Was denken Sie, in welche Richtung die Märkte nächstes Jahr tendieren? Wir sind gespannt auf Ihre Einschätzung!

 

Fazit

 

  • 2022 beginnt voraussichtlich mit hohen Inflationsraten, die tendenziell die Aktienmärkte, aber auch Immobilien, Rohstoffe und Kryptowährungen antreiben.
  • Gleichzeitig steigt die Gefahr einer Zinswende, auch wenn diese derzeit noch gering ist.
  • Die Lieferkettenprobleme und das erneute Aufflackern der Pandemie wirken zurzeit dämpfend. Eine Entspannung würde positive Impulse liefern.
  • Aufgrund des Wechselspiels dieser entgegengesetzten Faktoren ist mit relativ großen Kursschwankungen zu rechnen.

 

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