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Augmented Reality: Spielerei oder Geldmaschine?

Nach dem Erfolg von Pokémon Go prophezeien viele den Aufstieg von AR und VR, doch dafür braucht es innovative Software.

 

Nach knapp 20 Jahren sind sie wieder zurück: Pokémon Go ist in vielen Ländern das bisher erfolgreichste Spiel für Smartphones und begeistert Spieler weltweit mit der spannenden Monsterjagd. Den Siegeszug auf dem Handy verdanken die Pokémon der klugen Nutzung von GPS und Augmented Reality. Dank GPS tauchen Pokémon in der direkten Umgebung auf - das motiviert zu Ausflügen, um sie alle zu sammeln und dabei andere Spieler zu treffen. Augmented Reality macht sich die Kamera des Smartphones zunutze und zeigt die Monster in der realen Umgebung. Trotz des großen Erfolges sind Experten aber skeptisch, ob der Erfolg der Pokémon der Technologie zum Durchbruch verhelfen wird. Der Enthusiasmus von Investoren und Analysten für die vielfältigen Anwendungsbereiche ist allerdings weiterhin hoch.

 

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  By Max Braun from San Francisco, USA (Amanda) CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

 

Augmented Reality: Warten auf den Durchbruch

 

2012 ist es die Technologie der Zukunft: Google Glass gewinnt unzählige Auszeichnungen und versetzt Technikfans in Staunen. Dass sich Augmented Reality durchsetzt und den Massenmarkt erobert, scheint für viele nur eine Frage der Zeit. Wenige Jahre später stellt sich dies jedoch als Fehleinschätzung heraus: AR-Brillen und Googles Brille sind weitgehend aus dem Bewusstsein verschwunden - und anstelle der Augmented Reality prophezeien Technikmagazine den Headsets für Virtual Reality eine große Zukunft. Dass es einzelnen Produkten nicht gelingt, sich bei den Kunden durchzusetzen, erschüttert nicht den Glauben an die technischen Möglichkeiten. Laut Prognosen wird der Markt für AR- und VR-Geräte sowie Software im nächsten Jahrzehnt ein enormes Wachstum verzeichnen.

 

Große Investitionen in Augmented Reality

 

Die Begeisterung für Pokémon Go ist nur bedingt ein Zeichen dafür, dass Augmented Reality endgültig beim Konsumenten angekommen ist, dennoch sehen viele Unternehmen im Erfolg des Spiels ein Zeichen für das Potenzial der Technologie. Entsprechend haben viele Unternehmen AR-Produkte angekündigt oder bereits auf dem Markt, darunter auch Facebook, HTC, Samsung und Microsoft. Die Investitionen im ersten Quartal 2016 in AR-Unternehmen haben bereits den Wert des gesamten Jahres 2015 getoppt. Im Herbst ist außerdem das Erscheinen des ersten AR-Smartphones für den Verbraucher vorgesehen, ausgestattet mit einer speziellen Technologie, genannt Tango, die von Google in Kooperation mit FlyBy Media, einem Augmented Reality-Spezialisten, der zuletzt von Apple gekauft wurde, entwickelt wurde. Das Smartphone zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass mehrere verbaute Kameras es möglich machen, durch das bloße Belaufen eines Raumes eine 3D-Karte  zu erstellen. Es ist denkbar, die Technologie als Hilfe für sehbehinderte Menschen oder für virtuelle Spielwelten einzusetzen.

 

 

                                                          Das Marketing der Zukunft?

 

Es verwundert daher nicht, dass Investoren und Fachleute an Augmented Reality festhalten und ihre optimistischen Prognosen beibehalten. Gerade in Bezug auf Marketing und Werbung erscheint Augmented Reality vielversprechend. Durch AR sind Händler zum Beispiel in der Lage, potenziellen Kunden die Angebote im Vorbeigehen mitzuteilen. Werbeplakate können interaktiv gestaltet werden, die individuellen Kundenwünsche berücksichtigen und interessante Produkte hervorheben. Dadurch erleichtert AR die Suche und macht Konsumenten auf Angebote aufmerksam, die andernfalls nicht bemerkt würden. Dieses Modell überträgt jedoch die bisherige Form der Werbung auf Augmented Reality - die Kunden sind hier Zuschauer und erhalten Informationen, die ihr Interesse wecken sollen. Pokémon Go ist ein Hinweis darauf, dass wirklich Potenzial in AR und VR steckt. Doch es ist vielleicht kein Zufall, dass gerade ein Spiel die Technologie erstmals zum Massenphänomen macht.

 

Überzeugen mit Innovationen

 

Wenn AR und VR bisher Erfolge verzeichnet haben, wurde die Technologie klug eingesetzt. Sie hat einen einzigartigen Nutzen geboten und nicht als Plattform für passive Werbung gedient. Nach Veröffentlichung der App für die Küchenplanung meldete IKEA einen deutlichen Umsatzanstieg. Interessierte Kunden richten ihre Wohnung zu Hause mit verschiedenen Küchen ein und sehen so dank Augmented Reality direkt, wie die Einrichtung im Raum wirkt. Das Möbelhaus verbindet klug Marketing und Werbung und verwandelt sie in eine Interaktion: Den Kunden wird durch den Einsatz von AR eine Perspektive geboten, die ihnen die Kaufentscheidung erleichtert. Die Technologie ist jedoch kein Selbstzweck und ersetzt nicht die Innovation: Um sich durchzusetzen, muss Augmented Reality mehr bieten als Werbung auf den etablierten Medien.

 

Fazit:

 

  • Pokémon Go: dank GPS und AR einzigartiger Spielspaß
  • in kurzer Zeit über 100 Millionen Downloads
  • Analysten prognostizieren enormes Wachstum für AR und VR
  • Erfolge von AR bisher durch innovative Apps und Spiele
  • enormes Potenzial für individuelle Werbung und Marketing

 

Welche Möglichkeiten sehen Sie für Unternehmen, Händler und Dienstleister, um mit AR und VR neue Kunden zu gewinnen? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren.

1 Kommentar

Aufsteiger

Aus Sicht von Wertpapier-Jaegern stellt sich bei dem Thema VR/AR die Frage, welche Unternehmen zukuenftig und am staerksten von diesem Trend profitieren werden. Wer waeren denn die potentiellen Wachstumsunternehmen ? Oder sind es doch nur die "Grossen" Klassiker im Social Media und Plattform Bereich wie Google, Facebook, Amazon und MIcrosoft bzw die Spielehersteller ? Die Spielehersteller sind frueh am Start und treiben das Thema im Sinne von Gamification an, allerdings eine richtige Kommerzialisierung entsteht dann, wenn klassische Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen diese Technologie in ihre Geschaeftsmodelle integrieren koennen und wollen. Das werden sie nur, wenn Standards bzw standardisierte Plattformen hier schnelle Umsetzungen ermoeglichen und zu einem positiven cost/benefit Ergebnis fuehren. Sonst bleibt es doch ehr ein Hype im Social Media / Gaming Bereich