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Anlagemöglichkeiten mit doppeltem Boden

Wandelanleihen gehören eher zu den unbekannteren Anlagemöglichkeiten an der Börse. Dabei bietet dieses Nischenprodukt attraktive Renditechancen bei gleichzeitig überschaubarem Risiko. 

 

Das Jahr 2014 hatte für Anleger einige Überraschungen parat. Wer hätte schon beispielsweise Anfang 2014 einen so niedrigen Ölpreis Ende 2014 vorausgesagt. Auch die geopolitischen Krisen rund um den Globus haben Investoren im vergangenen Jahr in Atem gehalten.

 

Das neue Jahr könnte erneut recht turbulent werden, zumal etwa der künftige geldpolitische Kurs der großen Notenbanken noch längst nicht in Stein gemeißelt ist. So erwarten etwa zahlreiche Experten, dass die US-Notenbank Fed im Herbst 2015 erstmals wieder den Leitzins erhöht; in trockenen Tüchern ist diese Maßnahme aber noch lange nicht. Sollte die Fed beispielsweise bei einem besser als erwarteten US-Konjunkturverlauf deutlich früher die Zinsen anheben, könnte dies die Aktienkurse kräftig unter Druck setzen. Umgekehrt sind die Renditen klassischer Anleihen sehr gering, wodurch in diesem Segment die Risiken deutlich steigen.

 

Anlagemöglichkeiten mit doppeltem Boden Wandelanleihen.jpg

 

Flexible Anlagemöglichkeiten mit attraktiven Renditemöglichkeiten sind daher wohl auch 2015 gefragt. Ein gutes Beispiel dafür sind Wandelanleihen. Die Gründe: Die sogenannten Convertible Bonds sind wie herkömmliche Anleihen mit einer festen Laufzeit sowie einem fixen Kupon ausgestattet – und werden bei Fälligkeit in der Regel zu 100 Prozent zurückgezahlt.

 

Gleichzeitig räumen Wandelanleihen dem Gläubiger jedoch das Recht ein, die Wandelanleihe innerhalb der Laufzeit zu einem vorab definierten Umtauschkurs in Aktien zu wandeln. Die Umtauschprämie zeigt dabei an, um wie viel Prozent der zu Grunde liegende Aktienkurs zulegen muss, damit sich der Tausch rechnet. Daher macht der Kurs der Wandelanleihe Boden gut, wenn der entsprechende Aktienkurs steigt. Fällt indes der Kurs des Dividendenpapiers und entfernt sich immer weiter vom Tauschkurs, gibt der Rentenmarkt die Richtung vor; die Entwicklung des Convertible Bonds gleicht dann mehr und mehr der einer normalen Anleihe.

 

Der besondere Reiz von Wandelanleihen besteht vor allem darin, dass Anleger durch die Rückzahlung des Nominalbetrages – die Zahlungsfähigkeit des Emittenten vorausgesetzt – zum einen nach unten abgesichert sind. Auf der anderen Seite jedoch die Möglichkeit besteht, von einem Anstieg der entsprechenden Aktie zu profitieren.

 

Diesen doppelten Boden zahlen Anleger mit einem – im Vergleich zu traditionellen Anleihen – niedrigeren Kupon. Problematisch ist hingegen, dass das Gros der Wandelanleihen mit mindestens 50.000 Euro eine für Privatanleger oft zu große Stückelung aufweisen. Spezielle Wandelanleihen-Fonds sind daher für Otto-Normal-Sparer wohl das sinnvollere Anlageinstrument.