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Anlagemöglichkeiten: Investitionspotenzial Asien

Kein Unternehmen kommt an Asien als dem dominierenden Wirtschaftsraum des 21. Jahrhunderts vorbei. So leben nicht nur drei Fünftel der Weltbevölkerung in Süd-, Südost- oder Ostasien, auch weisen die Märkte überdurchschnittliche Wachstumsraten auf. Während der Fokus bislang meist auf den Wirtschaftsriesen Japan, China und Korea liegt, bieten auch die ASEAN-Staaten attraktive Investitionschancen. Einige Märkte im Überblick:

  

Indonesien

 

Das Markenbewusstsein der Mittel- und Oberschicht ist nirgends in der Region ausgeprägter als hier, die Kaufkraft der jungen Bevölkerung (die Hälfte ist jünger als 29 Jahre) wächst stetig. Damit ist das Inselreich zunehmend als Absatzmarkt interessant; Prognosen gehen davon aus, dass Indonesien im Jahr 2060 die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt sein könnte, der Automobilmarkt ist schon jetzt einer der größten Asiens.

 Indonesien, Jakarta.jpg

 

Gleichzeitig basiert ein Großteil des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf dem Binnenkonsum. Ausländische Direktinvestitionen wachsen aktuell jährlich um 20 bis 30 % und liegen derzeit bei ca. 29 Milliarden US-Dollar. Neben Siemens (mit vier Unternehmen liegt der Schwerpunkt hier auf Elektrizität und Eisenbahnen), Bosch, Kärcher, Bayer und Pharmazulieferer Schott sind 350 deutsche Unternehmen im Land vertreten. BMW und DHL verzeichnen Wachstumsraten im zweistelligen Bereich. Die Bevölkerungsentwicklung zieht außerdem den Bau neuer Krankenhäuser sowie Wohn- und Bürogebäuden nach sich. Metallverhüttung und Petrochemie sind stark im Aufwind.

  

Zudem bestehen Pläne, die Touristenankünfte bis zum Jahr 2019 zu verdoppeln, was den Neubau von bis zu 800 Hotels erfordert – überwiegend im 4- und 5-Sterne-Segment. Besonders interessant ist diese Entwicklung für Zulieferer von Gebäudetechnik sowie für die führenden Hotelunternehmen Accor und Best Western.

 

Traditionell stark ist in Indonesien die Papierindustrie, welche aktuell nahezu an der Kapazitätsgrenze arbeitet und dementsprechend ausgebaut wird. Mit einem Anteil von 7,8 % ist Deutschland nach China, Japan und Finnland der viertgrößte Lieferant von Papiermaschinen. Als einer der bedeutendsten Hersteller von Naturkautschuk und dank seiner dynamischen Automobilindustrie zieht das Land außerdem zahlreiche Reifenhersteller an – Pirelli und Michelin sind nur einige von ihnen.

 

Problematisch für Investoren sind die Korruption, die es den Konzernen erschwert, Großaufträge über öffentliche Ausschreibungen zu generieren, das schwache Bildungsniveau, das undurchdringliche Rechtssystem sowie die marode Infrastruktur. Die politische Lage gilt nach den Wahlen hingegen als stabil. Durch den neuen Präsidenten hoffen Unternehmen auf die Durchführung weiterer Reformen, wenngleich dieser zahlreiche Projekte zum Ausbau der Infrastruktur gestrichen hat.

 

Thailand

 

In der Medizintechnik fördert die Bildung eines Medical Hub die Umsätze und den Transfer von medizintechnischen Technologien nach Thailand. Während die Umwelttechnik in anderen Ländern bislang vernachlässigt wird, ist in Thailand ein Potenzial zum Ausbau erneuerbarer Energien gegeben. Mit 600 mittelständischen Unternehmen haben sich bereits doppelt so viele deutsche Firmen in Thailand angesiedelt wie in Indonesien. 

 

Doch das Engagement am Automarkt war bisher eher zurückhaltend. Wenngleich BMW und Mercedes eigene Produktionsstätten in Thailand haben, liegt der Marktanteil jeweils bei unter einem Prozent.  Japanische Marken verfügen über einen Gesamtanteil von 85 %, die restlichen 15 % liegen bei amerikanischen Autobauern. Deutsche Hersteller kündigten jüngst Investitionen an und hoffen darauf, dass auch dementsprechend Zulieferbetriebe nachziehen.

 

Einen Schwerpunkt will Thailand auf den Ausbau von Forschung und Entwicklung (FuE) legen. Zwei FuE-Zentren mit unterschiedlichen Ausrichtungen sind bereits etabliert, an denen sich jeweils nationale und internationale Unternehmen beteiligen. Die Schwerpunkte der Einrichtungen liegen auf Agrarwirtschaft/Nahrungsmittel, Umwelt/Energie, Gesundheitswesen/Arzneimittelforschung, Bioressourcen/Gemeinden sowie Warenproduktion/Serviceindustrien. 

 

Darüber hinaus entsteht in Rayong das „Silicon Valley Thailands“ mit zahlreichen Unternehmen. Daneben plant die aktuelle Regierung, den Grundstein für eine digitale Ökonomie zu legen und investiert in den Ausbau der Informations- und Kommunikationstechnik. Nachteilig für Investoren wirken sich aus: die Benachteiligung privater gegenüber öffentlichen Unternehmen, fehlende Zulieferer sowie staatliche Eingriffe, Korruption und eine undurchsichtige Gesetzeslage.

  

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Vietnam

 

Das Marktpotenzial für deutsche Unternehmen ist hier in fast allen Branchen gut. Lediglich in den Bereichen Umwelttechnik, Energie und Elektronik besteht kaum Bedarf. Attraktiv ist Vietnam gegenüber dem Nachbarland China vor allem aufgrund geringerer Lohnkosten und einem kräftigen Wirtschaftswachstum. 

 

Inzwischen sind ca. 280 deutsche Firmen vor Ort; unter ihnen produzieren hier Siemens und Adidas, Heidelberger Druck und Metro, Unterwäschehersteller Triumph, van Laack und Wiha. Bosch engagiert sich in der Software-Entwicklung und investiert außerdem 55 Millionen Euro in eine neue Fabrik. Das Unternehmen betreibt bereits ein Werk, das mit 1.700 Mitarbeitern Getriebeteile für ganz Asien produziert. Die Mannheimer Firma Peppert & Fuchs stellt Industriesensoren und Prozesstechnik her.

 

Doch hat Vietnam nicht nur günstige Arbeitskräfte zu bieten. Im Boden der Region Ha Tinh lagert ca. eine Milliarde Tonnen Eisenerz – die Region wird in den kommenden Jahren zum größten Abbaugebiet Südostasiens avancieren. Aktuell lockert die kommunistische Regierung ihre Gesetze zugunsten der Unternehmen, die Vereinfachung von Zollvorschriften und Investitionsgesetzen stellt aus- und inländische Investoren gleich, sodass ein positiver Anreiz gegeben ist.

 

Myanmar

 

Nachdem die Militärregierung das einst reichste Land der Region ab den Sechzigerjahren in den Ruin trieb, ist der Reformbedarf seit deren Ende 2011 enorm. Investoren aus allen Teilen der Welt drängen auf den Markt, wobei sich eine Dominanz asiatischer Partnerländer abzeichnet.

 

Als eine der ersten deutschen Firmen, die sich nach dem Regimewechsel und der damit einhergehenden Öffnung des Landes in Myanmar niederließen, war die B. Braun Melsungen AG aus dem Gesundheitssektor ansässig und ergänzte die führenden Hersteller DHG Pharmaceutical JSC (Vietnam) sowie die thailändische Mega Lifesciences am Markt.

Im Jahr 2013 waren bereits 707 Unternehmen aus 32 Ländern präsent. Mercedes und BMW  haben sich für den Eintritt in den Automobilmarkt angekündigt. Nach Öffnung der Stromwirtschaft und der Telekommunikationsbranche bildet die Zulassung ausländischer Geschäftsbanken den dritten Schritt in die Liberalisierung. Inzwischen verzeichnet das Land ein jährliches BIP-Wachstum von 7,5 %.

 

Zu den wichtigsten Wirtschaftssektoren des Landes gehört die Bekleidungsindustrie, die jedoch aufgrund europäischer und US-amerikanischer Restriktionen seit Ende der Neunzigerjahre von 400.000 Beschäftigten auf ca. 20.000 Beschäftigte zurückging. Die Beendigung der Sanktionen bietet aktuell jedoch das Potenzial, den Markt erneut zu stärken und gleichzeitig die Fehler des Nachbarlandes Bangladesch zu vermeiden.

 

Laut der Einschätzung von Germany Trade and Invest ist das Marktpotenzial in allen Branchen gut bis sehr gut, da es großen Nachholbedarf gibt. Im kommenden Jahr finden jedoch Wahlen statt, die für ausländische Investitionen einen Unsicherheitsfaktor darstellen. Auch ist die Korruption nach wie vor ein großes Problem.

 

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Investitionspotenzial

 

Das Investitionspotenzial ist in allen ASEAN-Staaten äußerst gut. Trotz teilweise vorherrschender Korruption ist die politische Lage in den Ländern grundsätzlich stabil. Jedes Land verfügt über einen großen Wirtschaftszuwachs, mit dem ein zunehmender Wohlstand der Bevölkerung einhergeht. Damit steigen die Anforderungen in Medizintechnik und Energiewirtschaft, im Transportwesen und Konsumgüterbereich. Jedes Land hat dabei unterschiedliche Schwerpunkte, die es für bestimmte Investitionsbereiche attraktiv macht.

 

Wenn Sie an Investitionen in Asien interessiert sind, könnte unsere Website Ihnen dabei eine Hilfestellung bei der Wahl der geeigneten Anlagemöglichkeiten geben. Gehen Sie einfach auf die Wertpapier-Suche und wählen Sie die entsprechende Region in der Suchmaske. Durch die ergänzenden Angaben zur Wertpapierart und anderen Kriterien erhalten Sie eine Übersicht an den für Sie in Frage kommenden Investitionsmöglichkeiten.

 

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Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

 

  • Asien ist der dominierende Wirtschaftsraum des 21. Jahrhunderts, die Wachstumsraten der Märkte sind überdurchschnittlich.
  • Indonesien ist bereits heute ein regionales Schwergewicht mit großem Binnenmarkt.
  • Thailand und Vietnam bieten Potenziale für Investitionen im Bereich erneuerbarer Energien.
  • Myanmar hat seit der Öffnung des Landes 2012 enormen Nachholbedarf in allen Branchen.