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Acht elementare Finanz- und Anlagetipps

von am ‎13.10.2020 10:00
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Eine gut organisierte Anlageplanung ist hilfreich, um wichtige Lebensziele zu verwirklichen, und sichert Sie zuverlässig ab. Es ist nicht schwer, Geld anzulegen, um sich maximalen finanziellen Spielraum zu sichern. Lediglich acht Grundregeln sollten Sie beachten, um Ihre Geldanlagen zu optimieren. Auf diese Weise können Sie Ihre Finanzen so konzipieren, dass sie perfekt zu Ihrer Lebensplanung passen.

 

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1. Ziele festlegen und verfolgen

Als Anleger sollten Sie definieren, zu welchem Zweck Sie sparen, und einen Zeithorizont für das Erreichen des Ziels bestimmen. Beispielsweise können Berufsanfänger festlegen, dass sie als Rentner ein monatliches Zusatzeinkommen von 300 Euro netto benötigen. Daraus ergibt sich der erforderliche Kapitalbetrag und je nach Anlageform eine dementsprechend pro Jahr zu sparende Summe. Ganz wichtig: Überprüfen Sie regelmäßig, wie weit das Ziel bereits erreicht ist, und passen Sie die Anlagestrategie gegebenenfalls an.

 

Selbstverständlich kann es sich bei den Sparzielen auch um mittelfristige Projekte, wie zum Beispiel die Anschaffung eines neuen Pkw oder eine Traumreise, handeln. Ihre Realisierung lässt sich ebenso systematisch planen wie das Sparen für die eigenen vier Wände.

 

2. Relevante Informationen beschaffen und auswerten

Zugegeben, die Informationsflut über den Finanzmarkt ist überwältigend groß. Doch um gut Bescheid zu wissen, benötigen Sie nur ein oder zwei erstklassige Info-Quellen, zum Beispiel in Form eines digitalen oder analogen Finanzmagazins. Diese sollten Sie nutzen, um sich über die aktuellen Entwicklungen auf den Kapitalmärkten und die Notierungen Ihrer Aktien, Fonds und ähnlichen Investments stets auf dem Laufenden zu halten.

 

3. Unkompliziertheit ist Trumpf

Tätigen Sie niemals Anlagen, deren Konstruktion Sie nicht vollständig verstehen. Nur einfache und transparente Konzepte ermöglichen Ihnen eine adäquate Kontrolle. So müssen Sie beispielsweise nicht mit komplizierten Derivaten jonglieren, um an den Aktienmärkten Geld zu verdienen.

 

4. Kosten beachten

Bei jeder Geldanlage kommt es ausschließlich auf die Nettorendite an: Diese ergibt sich aus der Verzinsung, Kursgewinnen oder einer anderen Form der Bruttorendite abzüglich der anfallenden Kosten. Bei einigen aktiv gemanagten Fonds, aber auch bei ETFs berechnen die Fondsgesellschaften vergleichsweise hohe Gebühren.

 

5. Risiken richtig einschätzen

Im Jahr 2019 veröffentlichte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Ergebnisse einer Studie über die Finanzkompetenz von Erwachsenen in Deutschland. Dabei gaben mehr als drei Viertel der Befragten an, bei der Geldanlage grundsätzlich Risiken zu vermeiden. Diese Einstellung verhindert jedoch langfristige Anlageerfolge, denn sie verkennt den Trade-off (Zielkonflikt) zwischen Sicherheit und Rendite. Diese Basis-Regel des Finanzinvestments besagt, dass Anlagen mit höheren Risiken auch höhere Chancen implizieren und vice versa.

 

Nach einer aktuellen von Statista durchgeführten Umfrage zum Thema Geldanlage bevorzugen deutsche Verbraucher immer noch zum überwiegenden Teil konventionelle Anlageformen: So gaben 45 Prozent der Befragten an, Sparbücher und Spareinlagen zu besitzen. Weitere 40 Prozent sparen auf ihrem Girokonto, nur 22 Prozent der Studienteilnehmer nutzen Investmentfonds, auf Aktien setzen sogar nur 15 Prozent. Angesichts der Tatsache, dass die Zinsen auf Sparanlagen gegenwärtig kaum ausreichen, um die Geldentwertung durch Inflation auszugleichen, ist dies ein ernüchterndes Bild. Also: Mehr Mut zum Risiko ist angesagt, für Aktienanfänger kommen beispielsweise Passivfonds infrage.

 

6. Diversifikation ist unverzichtbar

Wie beim Wetten sollten Sie auch bei der Geldanlage niemals alles auf ein Pferd setzen. Durch die Verteilung Ihres gesamten Kapitals auf mehrere Investments reduzieren Sie die Verlustgefahren in erheblichem Umfang: Sollte sich eine Anlage schlechter als erwartet entwickeln, können die anderen dies ausgleichen. Von diesem Effekt profitieren Investoren besonders stark, wenn sie sich für möglichst unterschiedliche Anlageformen entscheiden. So ergänzen sich beispielsweise konjunkturabhängige Werte mit hohem Gewinnpotenzial und konventionelle, sichere Anlagen perfekt.

 

7. Immer an den Notgroschen denken

Eine teure Autoreparatur, aufwendiger Zahnersatz oder eine neue Waschmaschine, solche Ausgaben kommen oft überraschend. Wer eine leicht verfügbare eiserne Reserve vorhält, ist für derartige Notfälle bestens gerüstet. Die Verbraucherzentrale empfiehlt dementsprechend, zwei bis drei Monatsgehälter (netto) auf einem Tagesgeldkonto für diesen Zweck zu parken. Diese Faustregel bewahrt Sie vor unangenehmen Situationen und gibt Ihnen ein entspanntes Gefühl.

 

8. Nachhaltige Geldanlagen bevorzugen

In den vergangenen Jahren zeichnet sich immer deutlicher ab, dass nachhaltige Investmentfonds besser abschneiden als ihre klassischen Pendants. Bei nachhaltigen Geldanlagen spielen die Faktoren Umwelt, soziale Aspekte und gute Unternehmensführung eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Unternehmen in die investiert wird. Bei nachhaltigen Investments steht eine hohe Rendite häufig weiter im Hintergrund als zum Beispiel die Vermeidung von Risiken (z. B. durch Reputationsverlust).

 

Heute existieren viele verschiedene Möglichkeiten, auf den Mega-Trend Nachhaltigkeit zu setzen. Sie können dabei individuelle Schwerpunkte festlegen, indem Sie zum Beispiel in Wasserstoff-Unternehmen investieren oder Fonds auswählen, die keine Aktien von Rüstungs- oder Atomkonzernen kaufen.

 

Fazit: 

  • Verbraucher sollten bei der Anlage zielorientiert und systematisch vorgehen.
  • Mehr Risikobereitschaft kann sich in Form von höheren Renditen auszahlen. Bei nachhaltigen Investments steht neben ökologischen und sozialen Aspekten auch die Vermeidung von Risiken im Vordergrund.
  • Eine laufende Überwachung der Anlagen schützt vor unangenehmen Überraschungen.

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