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5 Tipps: Wie Sie Geldstreitigkeiten in der Beziehung vermeiden

Über Geld zu sprechen, gilt als unhöflich; Gespräche über das Gehalt werden tunlichst vermieden. Das Thema Geld stoßen Paare noch seltener an als Gespräche über Sex. Innerhalb einer Beziehung herrscht vielfach ein hoch emotionales, gespanntes Verhältnis wenn es ums Geld geht, was nicht selten zu Streitigkeiten führt. Reicht ein Gemeinschaftskonto als Problemlösung nicht aus, dreht es sich meist nicht um das Geld an sich, sondern um damit verbundene Werte und Gefühle.

 

Geld in der Beziehung.jpg


Tipp 1: Geldangelegenheiten ansprechen


Gerade am Anfang einer Beziehung blenden die Partner Geldfragen aus, um nicht als unromantisch zu gelten. Sie möchten dennoch erfahren, was Ihr Partner netto verdient und ob er finanzielle Verpflichtungen hat, damit Sie den Partner nicht mit kostspieligen Ausflügen überfordern, die er aus Scham nicht ablehnt? Geldangelegenheiten sollten über kurz oder lang zum Thema werden – spätestens mit der ersten gemeinsamen Wohnung ist Offenheit Pflicht und nur wenn der finanzielle Rahmen stimmt, können sich Gefühle sorgenfrei entwickeln.


Tipp 2: Die Einstellung zum Geld besprechen


„Wir sollten nicht nur früh lernen, was wir mit Geld machen, sondern auch, was Geld mit uns macht“ (Rolf Haubl, zit. nach Herrmann 2012).
So unterschiedlich die Menschen sind, so verschieden ist auch die persönliche Einstellung zum Thema Geld. Macht sich der eine nichts aus materiellen Dingen oder hat er keine finanziellen Nöte, haben andere Menschen aufgrund persönlicher Engpässe ein eher unentspanntes Verhältnis zum Geld. Auch bedeutet Geld für Männer Erfolg und Macht, für Frauen hingegen häufig Sicherheit und Selbstständigkeit. Kontrolldrang, Ängste und Unzufriedenheit sind gleichfalls verbreitete Emotionen, die durch Geld hervorgerufen werden können. Dies befördert verschiedene Verhaltensweisen, die innerhalb einer Beziehung zu Spannungen führen können und einen Konsens benötigen.


Tipp 3: Eigentumsverhältnisse klären


Streit gibt es vor allem dann, wenn die Eigentumsverhältnisse nicht geklärt sind. Egal, wie innig die Beziehung ist: Es schadet nicht, die Besitzaufteilung von Wohnungseinrichtung, Auto oder Geldanlagen zu klären. Das verhindert Ärger im Falle einer Trennung. Gemeinsame Anschaffungen lassen sich am besten über ein gemeinsames Konto tätigen.

 

Beziehung und Geld.jpg


Tipp 4: Pläne kommunizieren


Sie möchten ein Eigenheim kaufen, ein Auto erwerben, wollen in Elternzeit gehen oder möchten den Job wechseln? All dies führt zu Veränderungen im gemeinsamen Finanzhaushalt sowie in den Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Dementsprechend sollte ein Paar über diese Punkte sprechen und gemeinsame Entscheidungen treffen, die beide gleichermaßen zufriedenstellen. Besonders relevant ist dies im Falle der Elternzeit, wenn der erziehende Part Einsparungen vornimmt, da er kein Einkommen im eigentlichen Sinne in die Beziehung einbringt. Vor allem bei Männern ist dies ein Problem, da sie Geld vielfach mit der eigenen Wertigkeit gleichsetzen.


Tipp 5: Vereinbarung von Taschengeld


Zu einem entspannten Umgang mit Geld in der Beziehung kann die Absprache für ein persönliches Taschengeld beitragen. Ein freier Betrag, der beiden jeweils zur Verfügung steht, über den keinerlei Rechenschaft abgelegt werden muss und der Konflikte über die Sinnhaftigkeit von Anschaffungen verhindert. Brisant wird es jedoch, wenn eine Taschengeldzuteilung von einem an den anderen Partner erfolgt und zu dessen Degradierung sowie einem Ungleichgewicht in der Partnerschaft führt.


Fazit


Eine Studie am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung aus dem Jahr 2013 ergab: Wichtiger als das eigene Einkommen ist das Beziehungskonzept, getrennte oder gemeinsame Konten sowie eine gemeinsame oder individualistische Kostenaufteilung. Dennoch: Kommunikation ist im finanziellen Bereich genauso wichtig wie in allen anderen Belangen einer Beziehung, nur dann bleiben Streitereien und Unstimmigkeiten aus.