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5 Mythen über ETFs & Fonds

 

  • 5 häufige Fehlannahmen
  • So hoch ist das Risiko von Fonds und ETFs
  • Eignen sie sich als Altersvorsorge?

 

Sie sind keine neue Erfindung, doch noch immer ranken sich Mythen um ETFs und Investmentfonds. Welche stimmen, welche nicht?

Wir beleuchten gängige Irrtümer rund um die Geldanlage in börsengehandelten passiven ETFs (Exchange Traded Funds) und aktiv gemanagten Fonds.

 

Mythos 1: Ein Investment mit kleinen Beträgen lohnt sich nicht

 

Vor allem in Deutschland ist die Meinung weit verbreitet, Finanzmarkt-Investments seien nur etwas für Vermögende. Die Realität sieht anders aus: Während bei Fast-Null-Zinsen das Geld auf dem Sparbuch schrumpft, kann sich ein ETF- oder Fondssparplan schon mit geringen monatlichen Beträgen lohnen. Viele Menschen unterschätzen den dafür maßgeblichen Zinseszinseffekt massiv.

Ein Beispiel: Gehen wir von einem jährlichen Wertzuwachs von 5,3 Prozent aus. Dies entspricht der durchschnittlichen weltweiten inflationsbereinigten Rendite von Aktien in den letzten 121 Jahren (US-Dollar, Wechselkursrisiken nicht berücksichtigt) und stellt einen realistischen Anhaltspunkt dar. Wenn Sie bei dieser Rendite 20 Jahre lang monatlich 50 Euro sparen, hat das Depot am Schluss einen Wert von 21.063,71 Euro. Davon entfallen 9.068 Euro auf den Wertzuwachs. Und, wohlgemerkt: inflationsbereinigt.

 

Bitte beachten Sie, dass frühere Wertentwicklungen kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung ist.

 

Mythos 2: ETFs und Investmentfonds sind riskanter als Aktien

 

Zwar weisen auch ETFs und Investmentfonds Kursschwankungsrisiken auf, allgemein sind sie aber aufgrund ihrer internen Streuung risikoärmer als Einzelaktien. Aber es gibt Unterschiede. Die Anzahl der Einzelwerte in einem Fonds spielt ebenso eine Rolle wie die Aufteilung auf verschiedene Branchen und Länder. Ein ETF auf den MSCI World Index mit 1.600 Aktien weist etwa ein geringeres Risiko auf als ein Fonds, der sich auf eine Branche spezialisiert hat.

Bei verwalteten Fonds ist darüber hinaus die Qualität des Managements ein wichtiger Faktor. Dieses lässt sich beispielsweise mittels des Morningstar-Ratings abschätzen, in das die Schwankungsbreite in Relation zur (Über-)Rendite einfließt. Diese Kennzahl wird als Sharpe-Ratio bezeichnet. Letztlich gibt es für Anleger mit unterschiedlichster Risikoneigung das passende ETF- oder Fonds-Investment. Und Sie müssen nicht ausschließlich in Aktienfonds respektive Aktienindex-ETFs investieren. Mit Fonds oder ETFs, die in andere Assetklassen (z.B. Rohstoffe, Anleihen oder Immobilien) investieren, kann man das Portfolio-Risiko zusätzlich diversifizieren.

 

Mythos 3: ETFs und Fonds eignen sich nicht zur Altersvorsorge

 

Es stimmt: Niemand kann die Zukunft exakt vorhersehen. Jedoch ist bei einem langen Anlagehorizont von 20+ Jahren die Wahrscheinlichkeit für eine positive Entwicklung eines breit gestreuten Investments extrem hoch. Zwar sind die kurz- und mittelfristigen Schwankungen der Märkte zu einem großen Teil zufällig und gelegentliche Einbrüche kommen vor, doch auf lange Sicht haben die Indizes eine positive Tendenz, die aus dem Wachstum der zugrunde liegenden Unternehmen resultiert. Dazu kommen die Gewinnausschüttungen in Form von Dividenden, die die Performance von ETFs und Fonds zusätzlich erhöhen.

Wie sich das auf lange Sicht auswirkt, illustriert beispielsweise das DAX-Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts ausgezeichnet: Jeder beliebige Einstiegszeitpunkt zwischen 1970 und 2005 führte bei einer Haltedauer von mindestens 15 Jahren zu einer positiven Rendite.

Natürlich geht es nicht ohne eine stabile wirtschaftliche Entwicklung in der Zukunft. Das jedoch trifft auf die gesetzliche umlagefinanzierte Rente ebenfalls zu. Schließlich speisen sich die Auszahlungen hier unmittelbar aus den Beiträgen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Und in diesem Fall kommt noch der demografische Faktor hinzu. Demgegenüber erlauben Fonds-Investments sogar eine Beteiligung am Produktivkapital der Wirtschaft anderer Länder, um negative Entwicklungen im eigenen Land abzufedern.

 

Bitte beachten Sie das mit der Anlage verbundene Risiko von Kursschwankungen. 

 

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Mythos 4: ETFs und Fonds eignen sich nur als Langfrist-Anlage

 

Heißt das umgekehrt, dass kurzfristige Engagements in Fonds und ETFs grundsätzlich nicht sinnvoll sind? Hier ist es notwendig, zu differenzieren:

Investmentfonds mit signifikanten Ausgabeaufschlägen eignen sich für das Trading nicht. Die Transaktionskosten würden die möglichen Gewinne auffressen.

Vollkommen anders sieht es in der Regel bei Exchange Traded Funds aus. Insbesondere bei ETFs auf die bekannten Indizes wie DAX oder S&P 500 ist die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs sehr klein. Dadurch lassen sich problemlos kurz- und mittelfristige Strategien umsetzen. In diesem Fall ist es aber ratsam, die damit verbundenen Risiken nicht aus dem Blick zu verlieren. Für Anlegende, die sich aber nicht mehrmals pro Woche mit ihren ETFs auseinander setzen möchten, ist eine mittel- bis langfristige Anlagestrategie besser geeignet.

 

Mythos 5: Ein individuelles Aktienportfolio bringt mehr Rendite

 

Wer kennt sie nicht – die Musterportfolios von vermeintlichen Börsengurus mit spektakulären Renditen? Im Vergleich nehmen sich die Wertzuwächse der meisten ETFs und Fonds fast schon bescheiden aus. Ja, prinzipiell ist es möglich, mittels eines individuellen Portfolios aus Einzelaktien höhere Gewinne zu erzielen als etwa mit einem Index-ETF. Aber auch das Gegenteil kann eintreten. Letztendlich ist es eine Frage des Aufwands, den Sie betreiben möchten. Erfolgreiches Investieren in einzelne Aktien ist zeitaufwendiger und setzt mehr Know-how voraus als ein Fonds-Investment.

Beides schließt sich übrigens nicht gegenseitig aus: ETFs und/oder Investmentfonds können die Basis des Depots bilden, während Sie den anderen Teil aktiv in Einzelwerten anlegen.

Konnten wir einige Mythen rund um Fonds und ETFs ausräumen? Wie sind Ihre Erfahrungen mit Freunden und Bekannten, wenn es um dieses Thema geht? Schreiben Sie es uns in einem Kommentar!

 

Fazit

 

  • ETFs und Investmentfonds lassen sich auch mit Kleinbeträgen besparen.
  • Das Risiko ist geringer als bei einzelnen Aktien.
  • Bei langfristigem Anlagehorizont können sich ETFs und Fonds zur Altersvorsorge eignen.
  • Mit ETFs lassen sich auch kurzfristige Strategien verfolgen.
  • ETFs und Fonds bieten ein ansehnliches Renditepotenzial bei geringem zeitlichem Aufwand.
  • Welche Mythen rund um ETFs und Investmentfonds sind wahr, welche falsch?
  • Ist ein individuelles Aktienportfolio besser als die Geldanlage in Fonds?