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10 Irrtümer über das Sparen

von ‎04.05.2017 09:25 , bearbeitet ‎11.06.2019 10:47

Um das Themengebiet Sparen ranken sich zahlreiche Mythen. Was Sie wissen sollten, finden Sie hier übersichtlich aufbereitet (Update Juni 2019).

 

1. Sparen mit Aktien ist nur etwas für Experten

 

Vor allem wenn es um die eigenen Finanzen geht, fühlt man sich wesentlich wohler, wenn man sich mit dem, was man macht, auskennt. Und das ist auch gut so, schließlich kann schnell mal etwas schief gehen – oder?

 

Das Interesse an Aktien erreicht in Deutschland den höchsten Wert seit 2007. 10,3 Millionen Deutsche besitzen Aktien oder Aktienfonds – das sind 16,2 Prozent (Stand: 2018). Dennoch haben Aktien hierzulande immer noch einen schlechten Ruf: Sie gelten als spekulativ und risikoreich. Und eins vorweg: Das sind sie auch. Dennoch gibt es eine so breite Produktvielfalt, die nicht verallgemeinert werden kann. Jedes Anlageprodukt hat einen anderen Risikohorizont. So zeigt sich bei langfristig (also mehreren Jahren bis Jahrzehnten) laufenden Aktiensparplänen im Durschnitt eine Rendite, die über denen von konservativen Sparprodukten wie Tagesgeld oder Sparbriefen liegt. Dabei sind Aktien nicht nur für Experten und Großanleger geeignet, auch kleinere Beträge ab 25 Euro können monatlich zurückgelegt werden.

 

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Einen Unterschied macht es, wenn man sich als privater Anleger für Einzelaktien interessiert. Dafür sollte vorher ein fundiertes Wissen über die Börse und ein Verständnis für grundsätzliche Zusammenhänge vorhanden sein, zum Beispiel die zwischen der Entwicklung von Marktzinsen und Aktienkursen. Außerdem sollten Sparer mit den wichtigsten Fachbegriffen und Kennzahlen, wie KGV, Dividendenrendite und Fundamentalanalyse vertraut sein. Zahlreiche Begriffe werden in der Kategorie Finanzwissen kurz und einfach erklärt. Wer nicht gerne liest: Hier geht es zu unseren kostenlosen Seminaren & Webinaren.

 

Generell gilt auch bei Aktien wie mit allem: Irgendwo muss man anfangen. Für Viele ist das Sparbuch oder das Tagesgeldkonto eine sichere Bank, die einem vor dem Berg an Arbeit bewahrt, die mit dem Wissen rund um Aktien verbunden wäre. Man sollte sich nicht aufhalten lassen, sondern klein beginnen und sich immer mehr Wissen aneignen. Irgendwann ist man Experte – ohne dass man es merkt.

 

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2. Fonds sind der Anlage in einzelne Aktien immer vorzuziehen 

 

Unter Risikoaspekten bringen Fonds gegenüber dem Einzelengagement Vorteile. Doch dafür müssen Sparer eine Minderung der Rendite durch Verwaltungsgebühren in Kauf nehmen. In dieser Hinsicht stellen Indexfonds einen attraktiven Kompromiss dar. Sie bilden in ihrer gewichteten Zusammensetzung einen bekannten Aktienindex, wie zum Beispiel den DAX oder den Dow Jones nach. Da sie kein aktives Management erfordern, fallen wesentlich geringere Gebühren an.

 

3. Immobilien stellen als Betongold eine absolut sichere Sparform dar 

 

Es ist durchaus möglich, dass der Kauf eines Einfamilienhauses oder einer Eigentumswohnung weniger sinnvoll ist als das Wohnen in einer gemieteten Immobilie. Sollte eine erworbene Immobilie stark an Wert verlieren, zum Beispiel aufgrund einer Verschärfung der Bauvorschriften oder abnehmender Beliebtheit der Wohnlage, resultieren daraus erhebliche Verluste. Hinzu kommt, dass eine Immobilie bei den meisten Sparern einen hohen Anteil am Gesamtvermögen ausmacht, sodass eine Risikostreuung durch verschiedenartige Anlagen erschwert wird.

 

4. Sparen ist in allen Lebenssituationen sinnvoll 

 

Diese Aussage lässt sich nicht pauschal bejahen. Insbesondere wenn Verbraucher Schulden haben, macht das Sparen wenig Sinn. In dieser Lage kommt dem möglichst schnellen Zurückzahlen der Kredite oberste Priorität zu. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass der für Darlehen zu zahlende Zinssatz regelmäßig über dem Prozentsatz liegt, den Banken für Sparguthaben gutschreiben. Erst nachdem alle Schulden restlos ausgeglichen sind, sollten Bürger mit dem Sparen beginnen.

 

5. In Niedrigzinsphasen lohnt das Sparen nicht 

 

Auch in Zeiten des Niedrigzinses ist Sparen, vor allem für bestimmte Lebensphasen wie die Altersabsicherung oder das Studium der Kinder, sinnvoll. Betrachtet man es umgekehrt, müssen bei niedrigem Zins Verbraucher ihre Sparanstrengungen sogar erhöhen, um bestimmte Ziele zu erreichen. Dabei sollte man sich genau überlegen, wie das Geld angelegt werden soll und neben klassischen Sparprodukten wie Tagesgeld und Co. sollten auch alternative Anlagemöglichkeiten in Betracht gezogen werden.

 

6. Sparbücher stellen eine besonders solide Anlage dar 

 

Diese Aussage trifft nur für den Ausschluss des Risikos des Totalverlustes zu. Doch Sparbücher bieten in vielen Fällen eine nur ausgesprochen magere Verzinsung des Guthabens an. Diese reicht manchmal noch nicht einmal aus, um die Inflation auszugleichen. Dann vernichtet diese Sparform sogar real Vermögen und kann aus diesem Grund nicht als Anlage empfohlen werden.

 

7. Gold ist keine gute Sparalternative, da es keine laufende Rendite bringt 

 

Der zweite Teil dieser Aussage ist zutreffend. Anders als verzinsliche Spareinlagen erwirtschaften Sie durch das Investment in Gold keinerlei Ausschüttungen. Dennoch kann der Kauf von physischem Gold durchaus sinnvoll sein. Das Edelmetall kann zum einen als Absicherung in wirtschaftlichen Krisenzeiten dienen. Dennoch gibt es auch im Goldpreis Schwankungen, also Kursgewinne wie –verluste.

 

8. Geschlossene Fonds stellen eine gute Anlagealternative für Kleinanleger dar

 

Dies ist in der Regel nicht der Fall. Geschlossene Fonds sind in Deutschland meist als GmbH & Co KGs organisiert. Als Anteilseigner werden Sie deswegen automatisch zum Mitunternehmer und tragen dementsprechend unternehmerisches Risiko. Dies kann im schlimmsten Fall zu einem Totalverlust Ihres Investments oder sogar zu einer Nachschusspflicht führen. Durch die Mitunternehmerschaft weiß der Anleger gleichzeitig, in welches Projekt sein Geld fließt. Der Erwerb von Fondsanteilen ist aufgrund der Stückelung des Fondskapitals nur für relativ hohe Beträge möglich. Dieser Umstand führt dazu, dass Sie sich mit einem großen Teil Ihres Gesamtvermögens engagieren müssen. Für Kleinanleger sind geschlossene Fonds deshalb nicht unbedingt geeignet. Für Großanleger bieten sie dagegen eine gute Anlagemöglichkeit – dennoch sollte bewusst bleiben, dass eine breite Risikostreuung bei geschlossenen Fonds besonders wichtig ist.

 

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9. Sparen von kleinen Beträgen lohnt sich sowieso nicht 

 

Auch Normalverdiener können sich ein kleines Vermögen aufbauen, indem sie kontinuierlich sparen. Wer früh mit dem Sparen anfängt, profitiert vom Zinseszinseffekt. Darunter verstehen Experten die positive Wirkung auf die Vermögensbildung, die durch das Thesaurieren und die Verzinsung von gutgeschriebenen Zinsen von Sparguthaben eintritt.

 

10. Finanzprodukte für die Altersvorsorge sind stets empfehlenswert  

 

Leider lässt sich dies pauschal weder für die angebotenen Riesterverträge noch für die betriebliche Altersvorsorge behaupten. Manchmal sehen die Angebote überhöhte Provisionen für die Vermittlung der Finanzprodukte oder überteuerte Verwaltungsgebühren vor, durch die sich die erzielbare Rendite erheblich reduziert. Aus diesem Grund sollten Sie vor dem Abschluss eines derartigen Vertrages dessen Konditionen genau überprüfen.

 

Fazit:

 

  • Rationale Überlegungen und der Vergleich von Anlagealternativen schützen Sie vor den Irrtümern über das Sparen
  • Verschiedene Anlageformen bieten Vor- und Nachteile und sind je nach individueller Lebens- und Vermögenssituation zum Sparen geeignet. Nutzen und vergleichen Sie verschiedene Beratungsangebote, um den für Sie optimalen Anlage-Mix zu finden
  • Für optimale Sparentscheidungen kommt es stets auf die eigene Lebenssituation an, in der Sie sich befinden

 

Kennen Sie vielleicht weitere Irrtümer über das Sparen, die häufig zu Fehlentscheidungen führen? Berichten Sie doch unseren Usern davon. 

 

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