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10 Fakten über den DAX

Der DAX-Index igehört zu den wichtigsten Benchmarks für Investoren und Trader. Hier lernen Sie 10 interessante Fakten kennen, die den DAX prägen.

 

 

1. DAX statt KISS

 

Der DAX – ein Produkt deutscher Börsen und der Börsen-Zeitung – existiert seit 1. Juli 1988 und mauserte sich rasch zum Leitindex und zur Benchmark von Finanzprodukten.

Der Index wäre beinahe auf den Namen „KISS“, einer Abkürzung von „Kursinformationssystem“, getauft worden. Die spöttische Reaktion der Financial Times sorgte für Umdenken. Einer Legende zufolge kam einer der ehemaligen Chefs der DGZ-Bank beim Ausführen seines Hundes auf den Namen „DAX“.

 

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2. Zusammensetzung des DAX

 

Er bildet hierzulande die 30 größten und meistgehandelten Unternehmer an der Frankfurter Wertpapierbörse ab. Somit repräsentiert er rund 80 Prozent der Marktkapitalisierung börsennotierter Aktiengesellschaften in Deutschland.
Die Indexzusammensetzung hat sich immer wieder geändert, durch Übernahmen (z.B. von Schering, Dresdner Bank oder Mannesmann) oder durch Zusammenschlüsse (z.B. Viag und Veba zu E.ON oder Vereinsbank und Hypobank zur HypoVereinsbank).

Folgende Titel sind seit Einführung des DAX bis heute dabei:
Allianz, BASF, BMW, Bayer, Commerzbank, Deutsche Bank, Deutsche Lufthansa, Henkel, Linde, RWE  Siemens und Volkswagen. Daimler, ThyssenKrupp und E.on waren durch ihre Vorgängerunternehmen seit der Einführung vertreten. Aktuell hinzugekommen sind Vonovia und die Covestro AG.

 

3. DAX als Performance- und Kursindex

 

Der DAX bildet die Wertentwicklung der größten und meistgehandelten Unternehmen der Frankfurter Wertpapierbörse ab und wird als Kurs- und Performance-Index veröffentlicht. Beim Kursindex werden die Dividenden nach deren Ausschüttung herausgerechnet, bei einem Performance-Index rechnerisch wieder investiert. Unter dem Begriff „DAX“ verstehen Investoren ausschließlich den Performance-Index.

 

4. Der DAX und seine Familienmitglieder

 

Zur DAX-Familie gehören weitere Aktienindizes, die nach dem gleichen Verfahren die Gesamtperformance börsennotierter Unternehmen abbilden:

 

  • Der MDAX konzentriert sich auf die 50 größten und börsenumsatzstärksten Unternehmen außerhalb des DAX.
  • Der SDAX repräsentiert die 50 umsatzstärksten Werte außerhalb des MDAX.
  • Der TecDAX bewertet die 30 meistgehandelten Technologie-Aktien, die nicht im DAX, MDAX oder SDAX gelistet sind.

 

Zum DAX-Universum gehören zudem weitere Sub-Indizes:

 

  • DivDAX, ShortDAX
  • Technology All Share, Classic All Share, Prime All Share
  • ÖkoDAX, GEX

 

5. Realtime-Berechnung nahezu rund um die Uhr

 

Der Index wurde am 30. Dezember 1987 zum ersten Mal auf 1.000 Punkte taxiert und am 01.01.1988 eingeführt. Zunächst erfolgte die tägliche Berechnung im Parkett- Handel. Seit Juni 1999 wird der DAX von 9:00 Uhr bis 17:30 Uhr sekündlich aus XETRA-Kursen ermittelt. Zusätzlich wird der DAX außerhalb der Xetra-Handelszeiten von 8:00 bis 9:00 Uhr und von 17:45 Uhr bis 22:00 Uhr als sogenannter XDAX berechnet.

 

6. Gewichtung nach Marktkapitalisierung

 

Die DAX-Titel werden gemäß ihrer Marktkapitalisierung anhand der Aktien im Streubesitz gewichtet. Die Marktkapitalisierung ergibt sich aus der Multiplikation der Aktienanzahl im Streubesitz mit dem aktuellen Aktienkurs.

 

7. Die Auswahlkriterien

 

Für die Aufnahme in den DAX muss die Aktie folgende Grundvoraussetzungen erfüllen:

 

  • Listing im Prime Standard (Erfüllung internationaler Transparenzanforderungen)
  • fortlaufender Handel im Xetra
  • mindestens 30 Handelstage seit Erstnotierung
  • Mindest-Streubesitz von 10 %
  • juristischer Sitz oder operatives Hauptquartier in Deutschland

 

Daneben erfolgt die weitere Auswahl anhand der Aspekte:

 

  • Umsatz im Xetra und im Frankfurter Parketthandel
  • Streubesitz-Marktkapitalisierung zum letzten Handelstag im Monat

 

Ausländische Unternehmen kommen in den DAX-Index, wenn deren juristischer Sitz in einem EU-oder EFTA-Staat liegt und die Aktien hauptsächlich auf XETRA gehandelt werden.

 

8. Regelmäßige Index-Anpassung

 

Die ordentliche Anpassung der Index-Zusammensetzung erfolgt im September. Im März, Juni und Dezember wird diese überprüft. DAX-Unternehmen fallen aus dem Index, wenn sie bei Börsenumsatz und Marktkapitalisierung bestimmte Mindestplatzierungen nicht mehr erreichen und es geeignete Aufnahme-Kandidaten gibt. Außerordentliche Indexanpassungen erfolgen u.a. bei

 

  • Insolvenz eines Unternehmens,
  • Streubesitz einer Aktie von unter 10 %,
  • Aktien, die den Prime Standard verlassen,
  • Gewichtung eines Unternehmens von mehr als 10 % oder
  • kurzfristig angekündigten Fusionen.

 

9. DAX -Korrelationen und Sondereinflüsse

 

Generell weißt der DAX eine gewisse Korrelation zu den amerikanischen Aktienmärkten auf, sofern keine europäischen (bzw. deutschen) Fundamentalfaktoren wie z.B. die EZB-Geldpolitik oder deutsche Unternehmensnachrichten eine abweichende Entwicklung bedingen. Außerdem bewegen folgende zwei Faktoren den DAX:

 

  • Kursgewinne- und -verluste der Index-Schwergewichte: Diese beruhen aufgrund der Indexgewichtung nach Marktkapitalisierung oft auf den am stärksten gewichteten Unternehmen. Verzeichnet an einem Handelstag ein Großteil der DAX-Unternehmen Kursverluste, aber fahren wenige hochgewichtete Unternehmen Kursgewinne ein, kann der Index trotzdem steigen.
  • Indirekte Auswirkungen von Indexanpassungen: Indexfonds auf den DAX müssen die Aktien der Absteiger verkaufen und die der Aufsteiger kaufen. Diese haben in der Regel allerdings keine hohe Gewichtung

 

10. Jährliche Steigerung von über acht Prozent seit Einführung

 

Seine besten Jahre seit Einführung erlebte der Leitindex 1993 und 1997 mit einem Kursplus von jeweils knapp 50 Prozent. Sein bisheriges Rekordhoch von 13559,60 Zählern erreichte er am 23. Januar 2018. Markante Verlustphasen erfolgten vom Januar 2000 bis Februar 2003 mit einem Kursrückgang von etwa 63 Prozent sowie von Dezember 2007 bis Februar 2009 mit einem Minus von 65 Prozent.

 

Fazit:

 

  • Der DAX repräsentiert 80 Prozent der Marktkapitalisierung börsennotierter Aktiengesellschaften in Deutschland
  • Der DAX wird als Kurs- und Performance-Index berechnet.
  • Die DAX-Titel werden gemäß ihrer Marktkapitalisierung anhand der Aktien im Streubesitz gewichtet
  • Kursgewinne und -verluste der Indexschwergewichte prägen den Kursverlauf des DAX maßgeblich